Wahre Treue

31. Juli 2010

Die Statue von Greyfriars Bobby in Edinburgh - Ein Denkmal für Treue

Ich melde mich zurück aus dem Schottlandurlaub mit einer rührenden Geschichte (die vielleicht einige von Ihnen schon kennen).

Es ist die Geschichte des kleinen Skye- Terriers Bobby, der durch die außerordentliche Treue zu seinem Herrchen bekannt wurde. Dieser starb 1858, und Bobby verbrachte die folgenden 14 Jahre bis zu seinem eigenen Tod auf dem Grab des Mannes.

Das Grab des treuen Hundes, geschmückt mit Blumen, Spielzeugen und Leckerchen

Jeden Tag nach Abfeuerung der 13-Uhr-Kanone der Burg von Edinburgh verließ er den Friedhof und spazierte zu einem nahe gelegenen Dining-Room, um sein Mittagessen einzunehmen, wobei er über die Jahre von mehr und mehr Schaulustigen beobachtet wurde. Bobby starb im Alter von 16 Jahren und wurde heimlich, da eine Beerdigung von Tieren dort nicht gestattet ist, nahe seinem Herrchen auf dem Greyfriars Kirkyard beerdigt. Sein Grabstein trägt die Aufschrift „Let his loyalty and devotion be a lesson to us all“ (Lasst seine Treue und Ergebenheit uns allen eine Lehre sein). Sein Grab findet man mit Blumen geschmückt, es liegen Spielzeuge und Kauknochen drauf und Briefe von Kindern an den “amazing and brave dog”. Die Statue vor dem Friedhofseingang und Bobbies Grab gehören heute zu den Attraktionen jeglicher Touristenführung in der schottischen Hauptstadt.

14 Jahre hielt er seinem toten Herrchen die Treue. Ich lebe – aber meine Naddel schafft es auf manchen Spaziergängen nicht einmal 14 Minuten…

Nähe erwünscht

20. Juli 2010

Bevor ich mich für 10 Tage ins kühle Schottland verabschiede, ein kurzes Update: Nicht nur, dass Campinos OP-Narbe schon jetzt fast unsichtbar ist, auch die seelischen Narben heilen weiter, und zwar sehr offensichtlich. Meine Nichte, die zu Besuch ist (eine Fremde!), kann ihn streicheln, an mir geht er kaum noch vorbei, ohne sich kurz kuscheln zu lassen. Neuerdings hüpft er auch gerne mal aufs Bett: Zeit, ihm Grenzen zu setzen, was er nur widerwillig akzeptiert. Doch tut das seiner Lebensfreude keinen Abbruch.

Streicheleinheiten - ja bitte!

Wunderschön das Erlebnis vom Wochenende: Wir gingen früh morgens schwimmen mit allen Hunden. Das heißt wir Menschen und Murphy schwimmen, und die anderen Vierbeiner treiben sich auf den Felsen herum. Zeitweilig war Campino der einzige Hund, der sich noch bei uns Menschen aufhielt, die anderen drei hatten sich mal wieder verdünnisiert um zu checken, wie es im heißen Sommer um die Kaninchenpopulation steht. Es ist unübersehbar, dass Campino die Nähe zum Menschen wünscht. Seine Karriere als Straßenköter oder panisch-ängstlicher Tierheiminsasse ist definitiv Geschichte. Und so wie er zu mir ein vertrauensvolles Verhältnis aufbaut, wird er das auch mit jedem anderen Menschen schaffen. Wenn’s auch noch ein wenig Zeit braucht.

Don’t worry, be happy!

13. Juli 2010

Entschuldigung! Bitte nicht mehr schimpfen – hier gibt es mal wieder Neues von Campino für seinen Fanclub. Es stimmt ja, ich war in letzter Zeit sparsam mit Bildern und Erzählungen. Das liegt unter anderem daran, dass ich nicht hauptberuflich Pflegemami bin… also auch andere Verpflichtungen habe.

Spazierausflug mit einem fröhlichen Campino - neu bei YoutTube

Egal. Am wichtigsten ist: Campino geht’s gut. Er hat die OP gut überstanden und sich sogar sehr tapfer mit dem Kragen arrangiert, der ihn davon abhält, die Nähte aufzuknabbern. Denn das versucht er, sobald man ihm die Tröte abnimmt. Daher: Keine Kompromisse. Am Donnerstag werden seine Fäden gezogen, solange muss er noch aushalten. Immerhin – die Heilung verläuft fantastisch. Und bis auf die Narbe ist Pino nicht anzusehen, dass er vor einer Woche einen schweren Tag hatte. Auch den täglichen Spaziergang macht er schon wieder mit, ich achte nur drauf, dass er unten am Meer nicht ins Wasser geht, damit die Fäden nicht aufweichen.

Wie so ein Spazierausflug mit Campino und seinen Freunden aussieht, ist seit gestern Nacht bei YouTube zu sehen. Ich habe es endlich geschafft, den Film in anständiger Qualität zu bearbeiten. Man achte ungefähr bei Sekunde 40 drauf, dass Campino nicht Murphy folgt, sondern Christian. Die Zeichen mehren sich, dass unser Füchslein eine ernsthafte Bindung zum Menschen eingeht. Natürlich noch nicht ganz ohne Vorbehalte und alte Ängste. Aber es bröckelt weiter!

Engagierte Auktion für Hope

8. Juli 2010

Podenco-Hündin Hope benötigt chrirurgische Hilfe - und das wird teuer

Die Hundehilfe Inca versteigert eine wertvolle Hutschenreuther-Porzellanfigur. Mit dem Erlös soll die Operation einer Podenco-Hündin finanziert werden. “Hope” war mit gebrochenem Bein aus dem Tierheim Son Reus geholt worden. In Deutschland angekommen stellten die Tierschützer fest, dass eine Heilung ohne aufwändige OP kaum möglich ist. Der Eingriff wird bis zu 2000 Euro kosten – also bitte fleißig mitbieten! Wer “Hope” helfen will – hier geht’s zur Website der Hunde-Hilfe Inca mit den Informationen zu der Hündin und der Auktion. Natürlich werden Spenden auch unabhängig von der Versteigerung mit Freude genommen.

Kleine Kugel gut versteckt

6. Juli 2010

Wat mutt dat mutt… Wir haben es lange vor uns her geschoben, aber manche Dinge kann man nicht aussitzen. Campino ist heute morgen kastriert worden.

Die nächsten Tage wird Campino sicher mehr Zeit auf der Couch verbringen...

Unter normalen Umständen hätten wir drauf verzichtet, denn aufgrund seiner Leishmaniose hätte ich ihm den Operationsstress gerne erspart, und von seinem Verhalten her gab es keinen Grund, es machen zu lassen. Leider stellte ich schon vor einiger Zeit fest, dass in seinem Hodensack nur ein Kügelchen zu erfühlen war… Die Tierärztin in der Eurotierklinik bestätigte, dass der Hoden nicht abgestiegen war, wie es bei Hunden bis zum Alter von acht Wochen passieren sollte. Auch im Leistenraum war der Testikel nicht zu ertasten. Campino war Kryptorchide, ein Hoden versteckte sich im Bauchraum.

Und dort lag er – im Vergleich zum Hodensack – zu warm, was das Risiko einer tumorösen Entartung immens vergrößert. Zudem können derart warm liegende Keimdrüsen mehr Testosteron produzieren, weswegen diese Rüden im Alter zu Aggressionen neigen können. Es gibt keine Therapie, um die Lage zu normalisieren… Grund genug für den operativen Eingriff, befand auch der FAAM, Campinos Tierschutzverein.

Soeben erhielt ich den Anruf aus der Tierklinik, dass die OP gut verlaufen ist. Jetzt lassen wir Campino ausschlafen und heute abend hole ich ihn nach Hause und verwöhne ihn in den nächsten Tagen ganz ganz doll.

WM-Sorgen

2. Juli 2010

Morgen geht es weiter, das große Zittern: Kommt Deutschland in der Fußball-WM weiter? Schaffen sie den Sprung ins Halbfinale? Alle drücken die Daumen… wir auch! Und abends dann spielt Spanien – und bei dem Thema gehen in der Villa Bunter Hund die Meinungen krass auseinander: Ich hätte ja nix dagegen, wenn Spanien morgen gewinnt und im Halbfinale gegen “uns” die Rechnung für das EM-Endspiel vor zwei Jahren bekäme… Obwohl Deutschland damals in meinen Augen verdient verloren hat (uih, jetzt begebe ich mich auf ganz gefährliches Terrain. Schnell zurück zu Tier-Themen).

Ein Ball nach Naddels Geschmack... WM-Fußballspiele mit spanischer Beteiligung sind für sie die Hölle

Meine Hunde dagegen beten zu allen nur möglichen Göttern und Götzen, dass die Spanier zu null verlieren. Denn: Sobald die heimische Nationalmannschaft ein Tor schießt, geht hier im Dorf das große Geballere los (und das kommt nicht von Ball!!!!). Feuerwerk, Knallkörper, Kanonenböller. Ich habe dann immer auf der Couch einen leicht besorgten Murphy, eine stark bebende Naddel und einen sich vor Angst schüttelnden Charly – das kann man nicht mehr Zittern nennen. Campino sucht abwechselnd bei uns auf der Couch und im Schuhschrank Schutz, kommt aber nicht zur Ruhe. Und ich habe nach wie vor nur zwei Hände, um vier Fellnasen zu beruhigen… Sollte Miesekatze Luna noch vorbei kommen, sogar fünf.  Tja, auf welchen Spielausgang hoffen wir jetzt?

Irrtum der Evolution

28. Juni 2010

Der Mensch, so meine Meinung, ist ein Irrtum der Evolution. Sonst hätte er mindestens vier Hände. Geht es Ihnen nicht auch so im Alltag, dass Sie bei vielen Tätigkeiten mindestens eine Hand zu wenig haben? Wie soll man mit nur zwei Händen gleichzeitig telefonieren, einen Pfotenpower-Beitrag tippen UND ein Katzenkind auf dem Schoß streicheln? Wie soll man im Auto lenken, das Radio bedienen UND sich gleichzeitig die Lippen schminken?

Und jetzt stellen Sie sich mich vor, eine Frau mit vier Hunden und einer variablen Anzahl von Katzen. Ich bin nämlich vorübergehend Strohwitwe, kann also nicht mit Christians Greifern kalkulieren. Und da Naddel fast immer an der Leine gehen muss (die letzte fünfstündige Suchaktion ging wieder auf ihr Konto; sie ist so gut wie immer die treibende Kraft, wenn sie und Murphy sich dünne machen), Campino noch viel an der Leine geführt wird (er liebt die Freiheit an der Schleppleine, erweitert aber wie jeder gesunde Hund dezent den Radius) und in manchen Situationen auch Murphy und/oder Charly eine haltende Hand benötigen… Und das mit nur zwei Händen? Man geht heutzutage nicht mehr mit einem Band, das man sich schnell mal ums Handgelenk gewickelt hat, sondern trägt für jeden Hund ein Pfund Plastikgehäuse mit fünf Metern Rollseil…

Wer ist hier der Irrtum? Foto: Frank Hollenbach, pixelio

Soviel zum Thema Spaziergang. Gut, Erziehung würde gewisse Probleme lösen. Aber auch zu Hause hätten zwei zusätzliche Hände voll zu tun. Etwa, wenn man vier Futternäpfe servieren möchte und bisher keine Karriere in der Gastronomie gemacht hat. Oder wenn alle Hunde gleichzeitig Streicheleinheiten möchten. Wenn man versucht, sich die Lieblingsschuhe der Vierbeiner zuzubinden, und sich dabei den begeisterten Fanclub vom Gesicht halten muss. Es gibt täglich Beispiele ohne Ende.

Was mit den Füßen ist? Gut, vier davon verbessern die Statik erheblich, was ich immer wieder an den Klippen feststelle: Die Hunde flitzen auch steile Stellen rauf und runter, während Muddi über einen Stock (= 3. Bein) nachdenkt. Andererseits – würde man mit vier Beinen nicht durcheinander kommen? Sobald ich die Tierkommunikation besser beherrsche, werde ich einen Tausendfüßler dazu befragen.

Sie rocken die Bude

17. Juni 2010

Ich Tarzan - du Jane?

… und für die anderen geht das Leben weiter. Beziehungsweise fängt erst richtig an. Festus (ehemals Stoffel) und Schwesterchen Mohrle (ist ja nur ein “Arbeitstitel”…) rocken die Bude, und die Wil-Mama ist immer wieder entsetzt, dass die Kleinen kein bisschen Respekt vor Menschen oder Hunden zeigen.  Fotos von einem ganz normal verrückten Katzen-Kinder-Spiel-Abend gibt’s im Picasa-Webalbum

Traurig

14. Juni 2010

Wir haben Abschied genommen von der kleinen Tiger-Lilly.  Als ich sie vor wenigen Tagen in die Klinik brachte, ging es ihr stündlich schlechter. Wir haben sie abends nach Hause geholt, niemand konnte ihr mehr helfen. Machs gut, Kleine.

Aus Schrat wurde Lucky

10. Juni 2010

Zweimal haben wir schon Abschied genommen: der kleine Kater Schrat und das Glückskätzchen sind in neue Familien umgezogen. Vom Schrat haben wir bereits Feedback – er heißt jetzt Lucky, weil er seine Familie glücklich macht. So argumentierte seine neue sechsjährige Besitzerin, einfach toll, oder? Die größte aus dem Wurf, das dreifarbige Mädchen, empfahl sich gestern weiter, nicht ohne mich zum Abschied noch einmal ordentlich zu kratzen. Sie war Wil-Mamas Liebling und wollte mit uns nicht immer so viel zu tun haben, wie wir mit ihr – ganz die Mama. Diese war gestern ebenfalls ausserhäusig: Wir haben es endlich geschafft, sie zu fangen und zur Kastration zu bringen.

Kitten am Fressnapf

Da waren es noch vier... Inzwischen hat Löwenmama Wilma nur noch drei Babies zu beschützen

Wilma hatte also einen harten Tag, auch heute ist sie noch recht wackelig auf den Beinen, faucht mich aber schon wieder an. Es tut mir ja leid für die Löwenmutter… Aber es wäre unverantwortlich, sie intakt zu lassen: Geht man davon aus, dass eine Katze zweimal jährlich die Welt mit zwei weiblichen, fortpflanzungsfähigen Nachkommen beglückt, hat man im siebten Jahr gut 78.000 Mutterkatzen beisammen. Puh… Für Wilma hat sich das also erledigt. Sie kann jetzt frei entscheiden, ob sie weiterhin bei uns leben möchte. Sollte sie ihre Unabhängigkeit vorziehen, kann trotzdem jeder sehen, dass sie kastriert ist: Ihr Ohr wurde gekennzeichnet mit einem kleinen, gut sichtbaren Cut. Jeder Tierarzt weiß dadurch, dass diese Katze steril ist.

Auch heute führt mich der Weg in die Tierklinik: die kleine Tiger-Lilly hat immer wieder Diarrhoe und nimmt dadurch nicht genug zu. Egal was ich mache, einen Tag geht es ihr besser, dann hockt sie wieder mit Durchfall und Bauchweh in der Kiste. Da müssen wir mal ran. Hoffentlich geht es ihr schnell besser!


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