Powerpfoten im Klimaschock

Vom Mittelmeer an die winterliche Nordsee – unsere Hunde und wir befinden sich im Klimaschock. Naddel möchte trotz Flauschmantels mehr weniger spazieren… also eigentlich gar nicht. Die Jungs sind da etwas flexibler. Als wir aber vor einigen Tagen im strömenden Regen los liefen, machte Bodo nach etwa 150 Metern Strecke eine Kehrtwendung und lief im Schweinsgalopp nach Hause… Das war deutlich.

Die Powerpfoten im norddeutschen Flachland. Brrrrr…

Wenn es aber „nur“ trübe, diesig und windig ist, finden Charly, Campino und Bodo es doch ganz schick, durch den Koog zu rasen. Immer noch wirken sie fasziniert von den vielen unbekannten Gerüchen. Sie kannten bisher weder Rehe noch Pferde, und auch die Hinterlassenschaften von Wildgänsen, Schwänen oder Schafen ziehen sie magisch an. Aber sie gewöhnen sich schnell – Bodo hat sogar schon eingesehen, dass sein Gebell Windmühlen nicht beeindruckt… Was eigentlich schade ist, denn er erinnerte mit dieser Albernheit so nett  an Don Quichote, der bekanntermaßen gegen Windmühlen kämpfte. Bodos Wurzeln liegen eben in Spanien!

 

 

Cool wie die Vielflieger

Letzte Aufnahme aus Mallorca, Flughafen San Son Juan: Charly und Campino sind schon eingekistet, Bodo und Naddel wirken verunsichert. Doch haben alle den Flug nach Hamburg und die anschließende Autofahrt Richtung dänische Grenze gut überstanden – der Umzug nach Nordfriesland ist geschafft. Wir Zweibeiner sind stolz auf unsere coolen Vierbeiner. Ohne chemische Beruhigungsmittel steckten sie den anstrengenden Tag weg, als wären sie Vielflieger. Natürlich hatte ich sie mit einer geeigneten Bachblüten-Rezeptur auf den Streß vorbereitet. Und mit Mänteln und Pullis auf die norddeutschen Temperaturen. Nun ist Einleben angesagt – Fortsetzung folgt!

Pfotenpower goes north

Vor über zwei Jahren ein Vorschlag… seit fünf Monaten die Planung… und jetzt sind es nur noch wenige Tage: Wenn ich am kommenden Samstag Mallorca verlasse, dann nicht für den üblichen kurzen Besuch in Deutschland, sondern um dort zu bleiben. Für immer? Wer  weiß.

1755 Kilometer gen Norden: Das ist nicht aus der Welt, aber gerade noch so in Deutschland

Nach 16 Jahren auf dieser wunderschönen Insel ist das ein seltsames Gefühl, fast unwirklich, noch gar nicht wahr. Aber der erste Teil meiner persönlichen Habe hat Spanien schon verlassen, noch diese Woche holt die Spedition alles weitere, was mir lieb und teuer oder sogar unersetzlich ist. Und Samstag reisen wir als Karawane mit dem Flieger meinen Sachen hinterher. Christian begleitet mich, und die vier Hunde werden mit mir in Schleswig-Holstein leben – ein großes Abenteuer. Die Luna-Katze geht ebenfalls zurück nach Deutschland, aber zu ihrer früheren Besitzerin, Christians Tochter. Katze Köhler bekommt auf Mallorca eine neue Familie. Eine schwere Trennung, ihrer Sicherheit geschuldet. Der Jagdhund in meinem Elternhaus ist mir ein zu großes Risiko. Niemand weiß, ob und wie sich Ayla mit Samtpfoten versteht.

Was kann der Anlass sein für so einen Schritt, mögen sich viele fragen. Es sind ausschließlich familiäre Gründe. Ich werde jetzt in Nordfriesland gebraucht von meinen Eltern. Aber die Entscheidung habe ich selbstverständlich selbst getroffen – sollte ich dort, „kurz vor Dänemark links ab“ nicht glücklich werden, trifft niemanden eine Schuld außer mir. Aber ich mache mir keine Sorgen, denn ich lebe auch weiterhin meine Überzeugung: Das Paradies ist in mir. Unabhängig von Zeit und Raum.

Was viele Menschen für das Paradies halten, die Insel Mallorca, ist dann räumlich weit weg: Entfernungs-Luftlinie laut Auskunft von „Google maps“ 1755 Kilometer. Aber man ist ja nicht aus der Welt…

Zahnsteinentfernung ohne Narkose

Zahnsteinentfernung beim Hund ohne Narkose

Vorher – nachher: Charly zeigt wieder ein strahlendes Zähnefletschen

Je kleiner und je älter der Hund, so beobachtet man, desto übler sein Zahnstein: Manche

Fellnasen – vor allem der beliebten Mini- oder Toyrassen – brauchen alle paar Monate eine professionelle Zahnreinigung. Meist ist diese nur unter Betäubung  möglich.

Jedes Jahr ein bis zwei Mal eine Narkose? Wenn es auch „nur eine leichte“ ist, es bleibt ein Risiko und der Organismus muss die Medikamente verarbeiten. Wenn möglich, möchte man seinem Liebling das ersparen.

Zahnsteinentfernung beim Hund vorher nachher

Naddel fand die Prozedur nicht toll, aber erträglich – und das Ergebnis kann sich sehen lassen

Sinnvoll zur Vorbeugung ist auf jeden Fall, dem Hund selbst alle paar Tage die Zähne zu putzen. Bei youtube gibt es „How to“ Anleitungen, den Rest machen Geduld und Spucke – Pardon, Geduld und Gewöhnung.

Wenn aber bereits dickere Beläge vorhanden sind, sollte man diese nicht ignorieren. Es handelt sich hier um Bakterienherde, die für schmerzhafte Zahnfleischentzündungen und durch Streuung im ganzen Körper für Infektionen sorgen können.

Neu auf Mallorca ist das Angebot der Tierheilpraktikerin Sabine Morx (Tel. 0049-(0)172-9716567), Hunden die Zähne ohne Narkose zu reinigen. Ich habe es getestet und für gut befunden. Naddel fand die Prozedur zwar doof und wehrte sich nach Kräften, wurde aber durch den professionellen Umgang schon bald ruhiger und hielt still, bis alle hässlichen Ablagerungen auf ihren Zähnen eliminiert waren. Und Charly ist sowieso ein Herz auf Pfoten. Den musste man kaum festhalten, während Zahn für Zahn blitzblank geputzt wurde. Jetzt dürfen unsere beiden Powerpfoten wieder ihre Zähne zeigen – strahlend weiß.

 

Puuuhhhh… gutartig

Tumoren machen wohl jedem Menschen Angst. Und wenn ein geliebtes Haustier plötzlich eine Gewebezubildung zeigt, ist das für den Halter sehr Besorgnis erregend. So auch für mich.

Der Tumor am „kleinen Finger“ begann plötzlich zu mutieren

Naddel hatte schon seit mindestens zwei Jahren einen kleinen Knoten am Vorderlauf. Seitdem ich ihn das erste Mal wahrgenommen hatte, beobachtete ich ihn.  Mit einem halben Zentimeter Durchmesser machte er mir keine Sorgen, zudem war er verschiebbar, hatte also keinen Knochenkontakt, und sah nicht böse aus. Doch plötzlich begann er zu wachsen, innerhalb weniger Tage verdreifachte er seinen Umfang.

An den Zehen eines Hundes sitzt die Haut ziemlich stramm. Man kann dort nach einer Verletzung nur schlecht die Wundränder zusammenziehen und vernähen, und dies ist auch das Problem bei der Entnahme dort ansässiger Tumoren. Wir warteten also nicht ab, ob das Ding sein Wachstum einstellt, sondern entschlossen uns zur Operation, die zum Glück unspektakulär verlief.

Fünf lange Tage dauerte es, bis der Laborbericht bei mir eintrudelte. Ergebnis: Nicht bösartig – puuhhh… Allerdings hätte weiteres Wachstum zu einer malignen Form führen können. In Naddels Fall war also die Operation sinnvoll.

Es gibt natürlich Neuzubildungen, die man besser in Ruhe lässt. Alle möglichen Tumorarten vorzustellen würde hier den Rahmen sprengen. Daher hier nur einige Infos zu den häufigsten: Viele ältere Hunde entwickeln Lipome, unter der Haut liegende Fettgeschwulste. Diese würde ich nur entfernen lassen, wenn sie entweder durch schnelles Wachstum auffallen oder sich an Stellen befinden, die bei Bewegung oder beim Schlafen hinderlich sind. Gleiches gilt für Warzen. Grundsätzlich sollte man jede Wucherung einem Fachmann vorstellen. Rät dieser zur Operation und man ist nicht glücklich mit der Entscheidung, ist eine zweite Meinung bestimmt kein Fehler.

Ein häufiges Thema sind auch Mammatumoren, also Knoten an den Zitzen der (meist älteren) Hündinnen.  Es gibt die These, dass diese grundsätzlich irgendwann bösartig werden. Und es gibt Hündinnen, deren Mammatumoren über Jahre unauffällig bleiben. Da eine Operation meistens die Entnahme der gesamten Gesäugeleiste bedeutet, also ein sehr großflächiger Eingriff ist, empfehle ich alternative Therapien: Mit Homöopathie, Organotherapie oder einer speziellen Akupunktur kann man den Tumor unter Kontrolle halten. Häufig sind diese Maßnahmen auch nach einer Operation sinnvoll, um Rezidiven zu vermeiden.

Zum Abschied noch ein Unfall

Kleiner Hund mit Pfotenverband

Kurz nach dem Aufwachen ist Yayo noch ratlos

Noch drei Tage bis zu seiner Abreise, da passierte dem kleinen Yayo ein Unfall. Beim Ausflug ins Gelände mit Freigang für alle muss er mit der Wolfskralle im Gestrüpp hängen geblieben sein und hat sich die Kralle angebrochen. Es half nichts – wir mussten „amputieren“. Ohne Kurznarkose ging es leider nicht, aber jetzt, 8 Stunden später, ist Yayo schon wieder ganz der Alte. Er hat sogar eingesehen, dass man entgegen seiner früheren Überzeugung mit Pfotenverband laufen kann.

Hund Wolfskralle

Eine abbe Kralle… oder wie sagt man?

Es war nicht das erste Malheur, denn der kleine Ratero-Mix war bei seinem Umzug von der Tötungsstation Son Reus in die Villa Bunter Hund nicht stubenrein, und es passieren weiterhin gelegentlich Unfälle. Und sogar Blut floß schon: Es gab mehrmals Bißverletzungen, und wir rätseln weiterhin, warum er sich gelegentlich durch Hände bedroht fühlt und schnappt. Nach so vielen Pflegehunden ist das mal eine neue Erfahrung für uns. Yayo ist kein einfacher Hund, aber ein ausgeprägter Charakter. Auch er wird seinen Menschen finden, mit dem er glücklich wird, und über seine negativen Erfahrungen heraus wachsen.