„Mir passiert sowas nicht“…

Pechvogel Charly: Der Knochen ging prima über die Zähne, doch mit dem Rückweg haperte es

Ich habs ja nur gut gemeint… Bei dem tollen Wetter heute fand ich die Idee gut, die letzten Rinderknochen aufzutauen und den Hunden im Garten zu servieren. Im Haus will ich die Sauerei echt nicht haben. Die Vierbeiner waren mehr als einverstanden.

Als ich eine halbe Stunde später mal raus schaue, steht Charly mit deppertem Blick vor mir, seinen Knochen im Maul. Ich muss zweimal hinschauen, bis ich das Dilemma begreife: Der Röhrenknochen ist über die unteren Reißzähne gerutscht und umschließt den Unterkiefer. Im gleichen Moment fällt mir ein, dass ich von einer solchen misslichen Lage schon einmal irgendwo gehört oder gelesen habe. Es wurde geraten, die Markknochen prophylaktisch zu halbieren.

Der Übeltäter , ein harter Knochen

Wir denken ja alle immer: Mir passiert sowas nicht. Schön blöd.

Ich ziehe und ruckele vorsichtig am Übeltäter herum, ohne Erfolg. Auch mein Versuch, den harten Rinderknochen durchzusägen, scheitert sofort – Charlys Lippe klemmt zwischen Knochen und Zahn, jede Manipulation verursacht Schmerzen. Charly braucht eine Narkose. Ich finde also telefonisch einen Tierarzt mit Sonntagsdienst, nur fünf Autominuten entfernt, und darf in 30 Minuten da sein. Die Säge ist mitzubringen.

Auf dem Parkplatz der Praxis öffne ich die Heckklappe des diensthabenden Rudelmobils und finde – den Knochen neben dem Hund! Glück gehabt – manchmal lohnt eine ruppige Fahrweise also doch… Und das mit den Röhrenknochen lassen wir zukünftig schön sein.

 

Nachwuchs im Sepp-tember

24 Stunden jung und kaum größer als eine Katze: Sepp kam ohne Anmeldung

Da haben wir gar nicht mal unblöd geguckt! Gesten nachmittag: Wir sitzen beim Nachmittagskaffee und wundern uns, dass vier Schafe am Wintergarten vorbei laufen. Das fünfte aber bleibt in einer Wiesenecke und verhält sich irgendwie anders. Schließlich gehen wir zu ihr und finden… ein frisch geborenes Lämmchen!

So eine Geburt ist ein natürliches Wunder. Während das Muttertier ihr Lamm noch sauber schleckt, versucht dieses schon nach wenigen Minuten aufzustehen, und dann sucht es auch schon die Milchbar. Wenig später, kaum zwei Stunden jung, versucht es schon die ersten Bocksprünge.

Normalerweise werden Quessants im Herbst brünstig und der Nachwuchs kommt im Frühjahr zur Welt. Warum Berli hier aus der Reihe tanzt, bleibt ihr dunkles Geheimnis. Sie ist nunmal das schwarze Schaf der Herde… Mit Sepp (von September) hat sie jetzt für farbliche Verstärkung gesorgt. Willkommen im Leben!

Wildes Toben am Ostseestrand

Der nächste Hundestrand ist nicht nah, aber manchmal ist das kein Argument. Die Viererbande liebte den Nachmittag an der Ostsee – Löcher im Sand buddeln, mit haarigen Kollegen Fangen spielen, und vor allem – Bodos Part – Stöcke aus dem Wasser apportieren. Dabei konnte er leider keine Rücksicht auf trockene Kleidung nehmen – Video hier. Was beim wilden Toben auf dem Strand zu beachten ist, lesen sie in meinem Tierheilpraxis-Blog

Schnuckeliger Zuwachs nach 100 Tagen

Teil der Alltagskleidung in NF

In gefühlt nullkommanix Zeit vergingen unsere ersten 100 Tage in Nordfriesland. Wäre ich Kanzlerin oder Präsidentin, zöge jetzt die Weltöffentlichkeit ein gnadenloses Resümee. Aber ich bin „nur“ Tierheilpraktiker und für meine Bilanzen selbst zuständig. Meine fällt gut aus. Was die Baustelle angeht sage ich nur: Irren ist menschlich. Ich dachte ja, dass wir spätestens Ostern fertig sein würden. Der aktuelle Plan ist, dass in der Woche nach Pfingsten die Küche eingebaut wird. Aber dann sind wir wirklich (fast) fertig!

Bis dahin hause ich weiter mit den vier Powerpfoten in meinem ehemaligen Kinderzimmer. Da haben wir es warm und trocken und irgendwie kuschelig. Da NF zwischenzeitlich einen akuten Anfall von Hochsommer erlitt, kämpfte ich mich zwischenzeitlich in der überfüllten Garage durch zu meinen Umzugskartons und fand wenigstens die Sandalen.

Terriermix Bodo mit Heidschnucken-Familie

Wau! Bodo ist völlig fasziniert von den Schnuckeligen

Die schönen Sommerkleider müssen warten, aber auf dem Bau reicht meist ein schlapperiges T-Shirt und für auswärtige Termine, ob zum Tiere heilen oder privat, habe ich auch noch das nötigste im Schrank. Die Hunde haben derweil schicke Regenmäntel bekommen (der Schönwetteranfall war erwartungsgemäß kurz) und meine Schuhkollektion ist um ein Paar wunderschöner Gummistiefel gewachsen.

Gewachsen ist auch die Familie. Vor wenigen Tagen zog eine fünfköpfige Quessantfamilie bei uns ein. Papa Boppel, zwei Mütter (bei Schaf-Kerlen ist Monogamie verpönt) und zwei Kinder. Die sind natürlich nicht zum Spaß hier, sondern sie müssen Tag und Nacht Rasenmähen. Was meine Hunde dazu sagen? „Wau!“

 

Pfotenreiches Wiedersehen

Eine Kurzreise der besonderen Art erlebten meine Powerpfoten am 1. Mai. Wir waren im südlichen Schleswig-Holstein eingeladen zu einem kleinen Hunde-Wiedersehen. Mit vielen Adoptanten unserer auf Mallorca geretteten Vierbeiner haben wir Freundschaft geschlossen und teilweise engen Kontakt gehalten. Durch meinen Umzug nach Nordfriesland gibt es jetzt sogar die Gelegenheit, sich mal mit Anhang zu treffen. Dabei war Border Collie July, die 2008 schwer krank aus dem Tierheim Son Reus zu uns kam und jetzt in der Lüneburger Heide lebt. Verstärkung bekam sie 2014 durch Lola, einer der vier Welpen aus der Wildnis. Und die dritte im Bunde war Minna, die kleinste der vier Welpen, die wir 2012 mit der Hand aufzogen, nachdem sie in einem Pappkarton neben einem Müllcontainer aufgefunden worden waren. Bei ihr zu Hause trafen wir uns wieder. Nach einem langen Spaziergang tauschten wir glücklichen „Hundeeltern“ bei einem gemütlichen Essen unsere Erfahrungen, Erlebnisse und Erinnerungen aus… Hach, war das schön! Fröhliche Hunde, herzliche Menschen – ein toller Nachmittag. Lieben Dank an alle, die dabei waren!

Wiedersehen auf Pfoten: Von links unsere ehemaligen Schützlinge Minna, July und Lola, daneben ihrer aller Chefin Naddel, etwas versteckt Campino, dann Charly und schließlich Bodo (mit Ball). In zweiter Reihe ihre Menschen und gute Freunde

Frohe Ostern!

Schokohasen für Naddel? Natürlich nicht. Nur fürs Foto schnupperte sie mal dran, freute sich anschließend über einen gesunden Hundekeks. Denn Schoko ist giftig für Hunde (und Katzen), neben weiteren Lebensmitteln, die man für harmlos halten könnte. Welche das im einzelnen sind,  erfahren Sie hier