Dickköpfe in der Manege

Hundeleute  wissen ja, ein Dackel gehorcht immer – wenn man das Kommando richtig gibt: „Komm her oder komm nicht“… Dann kommt er, oder er kommt nicht.  Ich bin mit Dackeln aufgewachsen, ich habe als Erwachsener Dackel gehalten (Naddel hat was!), ich liebe Dackel – auch und gerade, weil sie so dickköpfig sind.

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Liebenswert und meistens stur: Der Dackel

Erziehung hat mit Konsequenz zu tun, und der Teckel verlangt an Konsequenz permanente hundert Prozent.  Damit kann man ihn zu einem leistungsfähigen Jagdgesellen erziehen, und ich habe Gerüchte gehört, dass schon Dackel die Begleithundprüfung bestanden haben. Hut ab!

Ich weiß aber auch aus sicherer Quelle, dass ein halbes Dutzend Dackel einem Zirkusdirektor den letzten Nerv geraubt haben. Dieser Mann hatte sich über Jahrzehnte einen Namen in der Tierausbildung gemacht. Er hatte Großkatzen dressiert, Jagd- und Beutetiere gemeinsam in der Manege vorgestellt, er war mit Vierbeinern jeder Größe und jeglicher Herkunft und sogar mit Geflügel aufgetreten. Unser Zirkusdirektor suchte sein Leben lang neue Herausforderungen. Und er hatte noch ein ganz spezielles Lebensziel: Eine Zirkusnummer mit einer Gruppe Teckel auf die Beine zu stellen, das hatte noch keiner geschafft. Er wollte beweisen, dass es möglich war.

Schon in fortgeschrittenem Alter suchte er sich die vermeintlich passenden krummbeinigen Kandidaten zusammen und begann das Training. Kollegen von nah und fern rieten ab. Sämtliche Warnungen wie auch Häme ließ er an sich abprallen und investierte täglich viel Zeit für die Dackeldressur. Anfangs schauten täglich Kollegen ins Rund, um die Fortschritte zu begutachten. Bald ließ das Interesse merklich nach. Nur noch selten kam die Frage, wie es denn laufe. „Nicht mehr lange, dann treten wir auf“, versuchte der Direktor sich und alle anderen zu überzeugen.

Machen wir’s kurz: Der Mann trainierte und trainierte… doch der Öffentlichkeit präsentierte er die Dackelnummer nie. Vorher verabschiedete er sich unauffällig in die Rente. Mir erzählte Jahre später sein Kollege, ein weiterer Profi im Zirkusrund, die Geschichte: „Er war ein begnadeter Dompteur. Und es ist wirklich schade um ihn. Hätte er sich die Nummer mit den Dackeln erspart, wäre er zehn Jahre länger aufgetreten.“

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