Archiv für die Kategorie „Aktuelle Gäste“

6 mal All Inclusive, bitte

Montag, 10. Mai 2010

Es hat schon wieder nach 20 Uhr geklingelt… Diesmal war es die andere Nachbarin: “In unserem Garten ist eine Katze mit Welpen! Aber unser Hund…”. Und tatsächlich lag im Ziergebüsch die Mutter unserer beiden kleinen Kater mit drei weiteren Kitten. Was tun? Ganz offensichtlich weiß die arme Mami nicht, wohin mit ihrer Brut. Wie mir die Nachbarn erzählten, ist der Besitzer vor einiger Zeit verstorben und hat etliche Samtpfoten hinterlassen.

Ich hatte schon vorher überlegt, die Katzenmama zu ihren Jungen zu locken und die komplette Familie im Gästezimmer einzuquartieren. Erstens wachsen die Babies gesünder an ihrer natürlichen Milchquelle auf, und

Die kleinen Kater wieder vereint mit ihren drei Schwestern - und die Mama kam zwei Stunden später auch

zweitens muss die Katze kastriert werden (sonst können wir diese Aktion zweimal jährlich durchführen). Nur wussten wir nicht, ob es weitere Welpen gibt. Jetzt aber beschlossen wir, den Plan umzusetzen. Um die Babies aus dem Garten zuholen, scheuchten wir die Katzenmama mit einem Besen weg (wir haben uns aber entschuldigt). Dann setzten wir die drei kleinen Mädchen zu ihren Brüdern ins Gästezimmer. Als nächstes füllten wir auf der Mauer draussen Lunas Futternapf, aus dem sich die grau-weiße Katzenmama eh seit Monaten bedient, und öffneten das Fenster zum Katzenzimmer, so dass die Mama beim Fressen die Rufe ihrer Säuglinge hören konnte.

Wie geplant machte sie sich sofort übers Futter her, schaute auch immer wieder aufmerksam in Richtung Fenster. Doch dann verschwand sie. Erst zwei Stunden später, in der Dunkelheit, saß sie plötzlich im Wohnzimmerfenster. Was für eine mutige Mama, sie weiß, dass vier Hunde im Haus sind! Das Fenster zum Zimmer ihrer Babies hatten wir geschlossen, damit sie ihre Welpen nicht heimlich verschleppt. Jetzt öffnete ich es und lauerte hinter der Tür, bis die Katzenmutter bei ihren Kleinen war. Fenster zu – geschafft. Futter und Katzenklo waren vorbereitet, so dass wir der kompletten Familie gestern abend ihre Ruhe lassen konnten. Einen Kontrollblick gönnten wir uns natürlich: Alle fünf Welpen lagen zufriedend saugend bei ihrer Mama.

Heute ist sie, die Löwenmama, noch ziemlich ungehalten, sobald jemand ihr oder ihren Kitten zu nahe kommt. Kein Wunder nach all dem Stress. So lange sie uns aber die All-Inclusive-Versorgung erledigen läßt, kann sie ruhig brummen und fauchen.

Babyalarm

Samstag, 8. Mai 2010

Wenn es nach 20 Uhr bei uns an der Tür klingelt, handelt es sich meistens um einen Streich von Kindern. Diesmal waren es keine Kinder, aber es gab zwei auf einen Streich: Die Nachbarin von gegenüber brachte uns zwei Katzenwelpen! Sie fand sie in ihrem Garten, und da ihr Hund absoluter Katzenhasser ist und sie weiß, dass wir die Luna-Katze haben, fiel ihr nichts Besseres ein…

Nachwuchs in der Villa Bunter Hund: Zwei süße Schreihälse

Wir haben also die erste unruhige Nacht hinter uns. Die Kätzchen schliefen zwar ziemlich ruhig  im Gästezimmer, aber Naddel wollte partout nicht einsehen, dass sie nicht alle fünf Minuten zu ihnen kann, um ihnen die Ohren zu putzen oder gleich das Fell über eben diese zu ziehen. Auch Murphy fand, dass es sich bei den kleinen Schreihälsen um Beute handeln muss. Und jetzt kam Charly – und verteidigte die Babies, sogar gegen Chefin Naddel! Der Blonde wird zum Tier!

Heute morgen gleich in die Tierklinik, Aufzuchtmilch besorgen und die Kleinen kurz anschauen lassen. Sie sind gut genährt und lebendig und waren natürlich mega-hungrig. Allerdings finden sie Fleisch-Milchbrei vom Teller viel besser als nur Milch aus der Flasche – umso besser. Jetzt gestalten wir das Gästezimmer in ein Katzenkinderzimmer um und wollen mal sehen, dass wir sie (erstens) gesund groß kriegen und (zweitens) an liebe Leute vermitteln können. Schon mal vormerken – die beiden kleinen Kater sind drei bis vier Wochen alt, können also Anfang, Mitte Juni umziehen. Bewerbungen werden wohlwollend geprüft.

Bewegte und bewegende Bilder

Mittwoch, 5. Mai 2010

Pfotenpower geht mit der Zeit! Ich hatte hier schon gelegentlich Videos veröffentlicht, aber jetzt machen wir’s auch mit Youtube. Soeben gefilmt und sofort veröffentlicht – 2 Minuten Zeugnis darüber, dass Campinos Karriere als Kuschelkandidat weiter Formen annimmt. Muss man sehen! Wenn man sich dabei überlegt, dass er vor wenigen Wochen unanfassbar war… Was in dem Filmchen noch auffällt – mir jedenfalls – ist seine Lebensfreude. Ich bin gerührt – gerade liegt er wieder bei mir auf der Couch, mit Körperkontakt.

Wenn ich so weiter blogge hier, wird irgendwann das Gerücht aufkommen, ich säße ganztags mit Hund(en) auf dem Sofa. Also – heute waren wir vorher zwei Stunden mit den Hunden wandern. Und dann lecker essen. Danach ist eine Siesta doch nicht unangebracht?

Blütenzauber

Samstag, 1. Mai 2010

Ich sitze auf der Couch, es ist Samstag, später Nachmittag, das Wetter ist nicht toll und im Fernsehen laufen prima Live-Konzerte. Unseren Spazierausflug mit den Hunden haben wir hinter uns, Haushalt ist erledigt und zum Kochen ist es zu früh. Entspannung pur. Das scheint auch Campino zu denken – und legt sich zu mir. Nicht in die andere Ecke, nicht einen Meter entfernt, sondern direkt auf das Kissen neben mich. Manchmal berührt er sogar mit seinem Kopf meinen Arm.

Bachblütenpause: Campino erleidet einen Rückfall in die Angst. Bei "seinem großen Bruder" Charly findet er Schutz

Entspannung. In den letzten Tagen hatte ich das Gefühl, dass sich Campino wieder von uns entfernt, dass seine Furcht zunimmt. Ich überlegte, ob etwas Auslösendes passiert war. Hatten wir uns falsch verhalten, ihn überfordert, ihn erschreckt? Nichts dergleichen. Die Bachblütenmischung war ausgegangen – von da an ging’s bergab. Gestern endlich schaffte ich es, „seine“ Mischung neu herzustellen. Und siehe da: Kaum geben wir ihm die Tropfen, kommt Campino wieder näher.

Als ich vor fast 15 Jahren während meiner Ausbildung zur Tierheilpraktikerin erstmals von Bachblüten hörte, dachte ich: „Mir könnt ihr viel erzählen. Redet weiter, lügt mich an…“ Diese Therapie-Theorie war mir mehr als suspekt. Dennoch, aus einem Bauch-Gefühl heraus wandte ich die Therapie an – mit vielfältigen Erfolgen (Informationen und einige Beispiele aus der Praxis finden Sie in meinem Beitrag über Bachblüten). Und auch bei unserem aktuellen Pflegling finde ich den Blütenzauber enorm hilfreich. Was mir jetzt besonders auffällt, nachdem wir die Verabreichung in den letzten Tagen vernachlässigt haben.

Sein erstes Mal

Montag, 26. April 2010

Wir haben es getan! Wir haben heute auf unserer üblichen Spazier-Route die Leine von Campinos Geschirr gelöst. Neugierig bis verwegen, wie wir sind… Oha.

Erst merkt er gar nicht, dass er frei ist. Dann biegen wir ab. Da, wo wir fast immer abbiegen. Campino läuft geradeaus weiter, nichts zerrt an seinem Geschirr, nichts hält ihn zurück. Er entfernt sich. Christian zeigt Nerven… Ich sage: “Weitergehen.” Denn ich bin mir sicher – dieses Rudel wird Campino nicht für nix verlassen. Richtig. Campino bleibt stehen, schaut sich um, rennt uns hinterher. Uff…

Nach dem Ausflug schmeckts dem Quartett

Unten in unserer Plansch-Bucht ist ein anderer Hund. Campino liebt alle Hunde, nicht nur die drei Sozialarbeiter. Die hat er ja jetzt immer – also schließt er sich gleich mal dem kleinen Pinscher an, auch wenn dieser grunzt und knurrt. Das Pfotenpower-Rudel ist abgemeldet.

Tja, da ist er also, der Beweis: Ohne Leine können wir Campino noch nicht mitnehmen. Er findet unser Team zwar nett, doch offensichtlich geht er an die Thematik noch recht flexibel ran. Auf Rufen seines Namens reagiert er… mehr weniger. Ich rufe: “Campino, komm her”. Er schaut mich an: “Komm doch selber”. Was ich dann tue… Da müssen wir noch mal ran, da besteht offensichtlicher Nachschulbedarf. Was mich nicht wundert – Campino ist erst sechs Wochen hier und hat vorher jahrelang keine Beziehung zu Menschen aufgebaut. Möglicherweise  wurde er nie zuvor auf einen Namen konditioniert? Und immerhin – ich kann mich ihm ohne Probleme nähern, ihn streicheln, die Leine an seinem Geschirr befestigen, und er geht fröhlich mit uns zurück. Vor drei, vier Wochen wäre er vor mir davongelaufen.

Alles hat ein Ende…

Montag, 19. April 2010

Mit einigen Tropfen Pipi in den Augen (so sagt man doch heute?) habe ich heute ein e-mail an den Tierschutzverein FAAM geschickt, für den wir Campino derzeit hüten. Ausschnitt:

“… Pino macht derzeit RIESENfortschritte. Ich meine, man kann jetzt anfangen, sein endgültiges Zuhause zu finden. Das dauert ja eh einige Tage bis Wochen… Wir drängeln auch nicht, er muss bei uns bleiben, bis seine Familie gefunden ist, aber seine hiesige Therapie ist bald beendet, denn es ist jetzt deutlich abzusehen, dass er ein charmanter und anhänglicher Familienhund wird. Wir arbeiten schon dran, ihn stubenrein zu machen, denn er sucht unsere Nähe und kommt ganz viel ins Haus, wenn die Türen offen sind. Also alles positiv!!!! Ich bin super froh und sehr, sehr stolz auf ihn, wie er sich entwickelt.”

Mir kommt es viel zu früh vor für Abschiedpläne, dann Anfang vergangener Woche hatte ich noch das Gefühl, dass Campino ganz schön sozialisierungs-resistent ist. Aber dann hat es fast hörbar “Klick” gemacht bei ihm, und in den letzten Tagen erleben wir fast stündlich, wie seine aus Angst gewachsene seelische Schutzschicht Stück für Stück wegbricht und er sich uns mit Freude und Vertrauen (und Hoffnung auf ein Leckerli ;-) ) nähert. Deswegen müssen wir jetzt seine Adoption vorbereiten. Sie wissen was das heißt: Wenn Sie gerade einen Hund mit viel Potential suchen, oder Sie kennen einen, der einen kennt… Aber komme mir keiner mit einer nicht perfekten Lösung für meinen Pino ;-)

“Sofa-Kartoffel”

Sonntag, 18. April 2010

Ab sofort werd' ich gemütlich - Campino zieht's zum Rudel

Dass ich ihn gestern einen Spätmerker tituliert habe, wollte Campino ganz schnell korrigieren. Abends kam er plötzlich mit den anderen Hunden ins Wohnzimmer, erachtete sämtliche Fußboden-nahen Plätze als nicht adäquat, und machte es sich konsequenterweise beim Rudel auf der Couch gemütlich. Auf der roten Kuscheldecke, auf Christians Beinen, mitten im Gedrängel.  Als wäre er schon immer Kuschelhund gewesen. Wie waren sehr stolz auf Campino. Sein Schatten, über den er gestern gesprungen ist, muss etwa so groß sein wie die aktuelle Vulkanaschewolke über Europa. Willkommen bei den Couch Potatoes!

Aktuell liegt er mit Naddel unter meinem Schreibtisch, ein weiteres Novum. Draussen hat irgendetwas geballert, und Schutz sucht man immer bei der Muddi.

Das Schubladenmodell

Samstag, 17. April 2010

Zeit für ein Update, was unser Füchslein angeht. Seit vorgestern muss ich nicht mehr unter den Schrank krabbeln, um ihn anzuleinen. Unsere neue Einigung nennt man wohl Schubladenmodell. Campino legt sich auf seine Decke unter dem Kommödchen, und ich ziehe ihn mit der Decke heraus. Wobei er mir sogar entgegen kommt. Außerdem läßt er sich jetzt gelegentlich streicheln, ohne die Flucht zu ergreifen. Zu Hause ist er fast den ganzen Tag mit den anderen Hunden am Toben, vor allem Charly ist begeistert, noch jemanden zum Piesacken zu haben.

Wer Campino beim Spaziergang begegnet, ahnt nicht, wieviel Angst dieser Hund immer noch mit sich trägt

Einige Male haben wir Campino jetzt abends ins Haus genötigt, damit er mal ein entspanntes Familienleben kennen- lernt. Er findet es bisher nicht wirklich empfehlenswert, aber – er ist eh ein ziemlicher Spätmerker. Das wird schon noch. Dafür genießt er den täglichen Spaziergang umso mehr. Auch die Fahrt im Rudelmobil findet er klasse, fühlt sich sicher im Auto.

Gestern dann in der Eurotierklinik Blutcheck wegen der Leishmaniose. Unsere Tierärztin Marianne ist recht zufrieden mit dem Blutbild, vor allem aber mit Campinos Äußerem. Er sieht – und das war vor vier Wochen ganz anders – nicht aus, als würden die Leishmanien ihm wirklich zusetzen. Die Medikamente, aber auch gesundes Futter und die positive Umgebung tun unserem Pflegehund augenscheinlich gut. Wir hoffen sehr, dass er auch weiterhin Fortschritte macht, sowohl seelisch als auch körperlich.

Informationen über Leishmaniose: www.leishmaniose.de

Spaß und Spiel

Donnerstag, 8. April 2010

Wenn ich abends mit den Futternäpfen auf die Veranda gehe, bietet sich immer das gleiche Bild: Charly, unersättlich und immer hungrig, ist vor Freude total aus dem Häuschen und so aufgeregt, dass er Campino bespielt – und darüber fast vergißt, dass es endlich sein geliebtes Fresschen gibt! Dann muss man den Blonden wieder zurück auf die Erde holen…

Campino läßt sich das Bespielen aber gerne gefallen, er animiert inzwischen häufig auch selbst. Gestern beobachtete ich, dass er es bei Naddel versuchte. Irgendwann demnächst wird sie ihn wahrnehmen! Noch ignoriert sie ihn vehement, aber – immerhin – sie ist nicht unfreundlich oder zickig.

Wenn Sie auch mal etwas Neues spielen wollen, aber Ihnen fehlt die Idee oder das Material: Tauschen statt kaufen! Mehr dazu hier:  Tausch Community. So, jetzt gehe ich mit Campino spielen. Auch so kann man ein Verhältnis zum Hund auf- und ausbauen!

Neues von Prinz Hasenfuß

Dienstag, 6. April 2010

Unser Fuchs im Bau


Ich könnte mich kaputt lachen über Prinz Hasenfuß! Zum Beispiel beim Anleinen für den täglichen Ausflug ins Grüne. Alle Hunde springen auf die Couch, um sich das Halsband anlegen zu lassen. Auch Campino springt drauf – doch dann verläßt ihn der Mut. Da muss man sich ja anfassen lassen!!! Also springt er wieder runter, freut sich aber weiterhin, dass es los geht. Ich bringe dann die anderen drei ins Auto, und jetzt stehe ich Campino am Tor gegenüber. Aug in Aug. Er freut sich auf den Spaziergang. Er will unbedingt mit. Ohne Leine darf er nicht durchs Tor. Aber er kann nicht über seinen Angstschatten springen. Er findet Berührung immer noch gefährlich.

Also rennt er fröhlich wedelnd zu seiner Kommode auf der Veranda und kriecht drunter. Das ist sein derzeitiger Deal mit mir: In seinem Bau. wo er sich sicher fühlt, darf ich ihm das Band um den Hals legen, und sobald ich das geschafft habe, krabbelt er wieder raus und läßt sich fertig anleinen. Na, gut, etwas umständlich ist die Prozedur, aber immerhin kriege ich ihn schon alleine – noch vor zehn  Tagen mussten wir zu zweit auftauchen, damit Campino in seine Höhle schlüpfte. Und ich habe das Gefühl, dass es nicht mehr lange  dauert, bis ich nicht mehr auf die Knie muss. Denn er macht kleine, aber feine Fortschritte. Und er wird ein ganz Süßer!