Archiv für die Kategorie „Aktuelle Gäste“

Die Angst hat einen neuen Namen

Dienstag, 16. März 2010

Dieser Hund muss wirklich schlechte Erfahrungen gemacht haben. Campino, neuer Gast in der Villa Bunter Hund, präsentiert eine ganz neue Qualität von Ängstlichkeit. Am liebsten wäre er gar nicht vorhanden.

Vor drei Tagen ist er bei uns angekommen, und seitdem beobachte ich ein ziemlich trauriges Hundetier. Er orientiert sich an den drei Sozialarbeitern, aber aufgrund seiner Zurückhaltung nehmen nicht einmal die ihn wirklich wahr. Der Vorteil: Er ist der erste Hund, der NICHT von Naddel verzickt wird.  Charly hingegen übt zum ersten Mal, nicht der Unterste in der Rangordnung zu bleiben. Er drängelt Campino kläffend zur Seite und versucht sogar, dessen Futter zu stehlen.

Während Christian draussen arbeitet, sitzt Campino unter seiner Kommode und versteckt sich. Das ist der Platz, den wir ihm eingerichtet haben, damit er Schutz finden und gleichzeitig seine Umgebung beobachten kann. Offensichtlich ist er – wie so viele traumatisierte Hunde, die ich kenne – besonders Männern gegenüber äußerst mißtrauisch.

Doch auch bei mir lautet seine Devise immer noch: Abstand halten. Wenn die Vorgeschichte stimmt, nämlich ein Monate langes Leben auf der Straße, immer auf der Hut vor einem Stiefeltritt, kann ich es ihm nicht verdenken. Mein Training wechselt zwischen Ignoranz, wobei er beobachten muss, dass alle anderen Hunde ALLES geben, um von mir Streicheleinheiten zu bekommen, und gezielten Streicheleinheiten gekoppelt mit Lecker-Leckeris. Dazu kontrollierte Körperbewegung, die aber nicht unnatürlich wirken darf, denn Campino muß das richtige Leben lernen.

Zum Glück kann ich auf den pfotenpower-Bericht vom letzten Jahr über Bolle zurück greifen. Ich erinnerte mich zwar dunkel, dass auch Bolle anfangs quasi ganztags vor Angst erstarrt war, aber ein Jahr später überwiegen die positiven Ergebnisse – nämlich, dass er (später) entspannt an der Leine ging, und vor allem, dass er ein fröhlicher und unkomplizierter Familienhund wurde – danke, Sybille, dass ich weiterhin an eurem Alltag teilhaben darf.

Im Moment bleibt Campino noch draussen und hat somit Pausen von einem neuen und für ihn sicher beängstigenden Alltag. Ein erster Spaziergang am Sonntag war eine ausgeprägte Katastrophe – Campino ging keine zehn Meter auf seinen eigenen Beinen. Immerhin: Er läßt sich anfassen und tragen ohne Gegenwehr. Und gelegentlich wirft er schon einen schüchternen bis interessierten Blick auf mich. Darauf kann man doch aufbauen?!

PS – Wir nehmen langsam endgültig Abschied von Luna

Neuer Job für die Sozialarbeiter

Samstag, 13. März 2010

Ihr Urlaub war nur kurz, aber mit unserem letzten Gast – Kiari – hatten unsere Sozialarbeiter ja mehr Spaß als Arbeit. Seit zwei Stunden gibt’s einen neuen Bewohner in der Villa Bunter Hund: Campino ist seit ca einem Jahr im Tierheim Felanitx und quasi unvermittelbar, weil er zu viel Angst vor Menschen hat. Ein Fall für James Blond (unser Charly ;-) ) und seine Kollegen. Ich las über Campino im Mallorca Forum und auf der Website des Tierschutzvereins und hatte das Gefühl: dieser Hund braucht eine Chance. Hier bei uns soll er sie bekommen. Bald mehr!

PS - Von Luna nichts Neues

Der Abschied naht

Donnerstag, 25. Februar 2010
hund Kiari im Koffer

Statt Körbchen ein Koffer - Kiari befindet sich hier schließlich auf der Durchreise. Sie liebt ihr etwas anderes Bett sehr!

Schon morgen holt Kiaris neue “Mama” unseren kleinen Pflegling ab. Zusammen verbringen sie noch einige Tage in Sa Rapita, bevor das Hundchen dann nach Deutschland auswandert. Mäntelchen und sonstiges Zubehör sind schon gekauft, und die beiden weiteren Hunde der Familie werden hoffentlich mit dem Neuzuwachs einverstanden sein.

Bei uns hat sie es richtig gut gemacht. Naddel zickte weniger als drei Tage und beschloss dann: “Das Ding spielt prima!”. Und schon waren die Beiden beste Freundinnen. Dass Charly den Gasthund quasi ganztags unter seine Fittiche nahm, war wenig erstaunlich und überaus praktisch. Den Zwingerhusten hat Kiari mit Homöopathie und Hustentee überstanden, und unsere Pflanzen stehen weiterhin im Garten (obwohl der ehemalige Besitzer sie als untragbaren Pfllanzenfresser  im Tierheim abgegeben hat).

sonnenbrillenreste nach kiaras angriff

Die Reste meiner Sonnenbrille. Ganz ohne Schaden zu hinterlassen verläßt Kiara unsere Haus dann doch nicht...

Auch sonst kann ich nicht meckern, wir haben selten so einen angenehmen Pflegehund gehabt. Einzig meine Sonnenbrille musste eines Tages dran glauben… Es sei ihr verziehen. Sie ist noch jung. Und ich weiß schon, warum ich für Sonnenbrillen nur geringe Beträge investiere – normalerweise verliere ich sie oder setze mich drauf!

Ich freue mich riesig, dass diese kleine liebenswerte Hündin so viel Glück hat und wünsche ihr und “Mama” Kirsten ein tolles Leben!

PS – Unsere Katze Luna bleibt verschwunden -  seit 13 Tagen

Auf der Durchreise

Freitag, 12. Februar 2010

Seit zwei Tagen gibt es einen neuen Gast in der Villa Bunter Hund: Kiari macht hier Zwischenstation… Ich hatte im Mallorca Forum gepostet, dass im Tierheim Son Reus wieder Hunde eingeschläfert werden, wenn sie nicht kurzfristig adoptiert werden. Super – alle auf der bösen Liste wurden rechtzeitig heraus geholt. Gleichzeitig rief mich Kirsten aus Deutschland an: “Ich komme in 2 Wochen nach Mallorca und habe den Rückflug schon mit Hund gebucht. Ich will einen Hund aus Son Reus… Kannst du mir helfen?”  Ic h konnte. Mit ihrer Liste mit möglichen Kandidaten von der Website des Tierheims recherchierten Christian und ich vor Ort, was aktuell zu haben war. Am Telefon besprachen Kirsten und ich dann, welcher es sein soll. Und diesen konnten wir gleich mit nach Hause nehmen.

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Raus aus dem Zwinger, rein ins Grüne: Kiaris erster Ausflug nach dem Knastaufenthalt

Die kleine Terrier-Mix-Dame war von ihren Besitzern abgegeben worden, angeblich, weil sie Pflanzen frisst… Mit ihren 10 Monaten bin ich persönlich erleichtert, wenn sie NUR Grünzeug annagt und dafür Schuhe, Möbel und Teppiche verschont. Bei uns ist sie einfach nur lieb und fröhlich. Naddel ist noch in der “Ich werde dir zeigen, wer hier Chef ist”-Phase, wird aber schon gelassener. Murphy lässt sich von Gästen traditionell nicht stören. Und Charly beweist sich wieder als perfekter Babysitter -  He’s got the licence to play :-) .

Ach so – Kirsten war nach ersten Bildern und telefonischer Beschreibung begeistert und freut sich riesig auf ihr neues Familienmitglied. Und in Son Reus ist einer weniger in Gefahr…

Abschied

Freitag, 5. Juni 2009

Das war noch ein Hin und Her diese Woche… Eine Dame aus Berlin hatte sich vor 10 Tagen gemeldet, die Pancho auf einer Vermittlungsseite im Internet gefunden und sich sofort in den kleinen Wonneproppen verliebt hat. Nun musste ihr Mann noch zustimmen, und genau das ging schief. Sonst hätte Pancho schon heute sagen können: “Ich bin ein Berliner!”, denn ein Flugpate war schon organisiert.

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Kurze Trockenübung mit der Tragetasche - passt! Später flossen dann doch die Tränen

Also Plan B wie Bremen. Bereits vor einigen Wochen fragte ich vorsichtig beim dortigen Tierschutzverein TIB an, ob die eine Möglichkeit sähen und bekam gleich positive Antwort. Zwischendurch gab ich wieder Entwarnung, weil ja mit Panchitos Probefamilie in Palma eine große Chance bestand, dass er doch unter südlicher Sonne bleiben kann. Am Montag dann meldete ich den Kleinen endgültig in Bremen an. Dass gestern ein Freund nach Bremen flog, war günstig. Noch kurze Trockenübung mit der Reisetasche, nachmittags zum Abschied unseres Freundes den Grill angeworfen (wovon Pancho nicht viel hatte, damit ihm im Flieger nicht übel wird) … und ab.

Wieder einmal war ich baff, wie cool der Lümmel die ganze Aufregung wegsteckte. Autofahren war er ja gewohnt, aber der Lärm und die vielen Menschen auf dem Flughafen machten ihm überhaupt nichts aus. Wie immer und überall schaute er sich interessiert um: Party? Fressen? Und während des Fluges, so erfuhr ich,  hat er sich so ruhig verhalten, als wäre die Tasche schon immer sein liebster Platz gewesen.

Pancho ist jetzt vorübergehend bei einer Pflegefamilie des Vereins und soll – wenn diesmal alles klappt – Anfang Juli an den endgültigen Besitzer übergeben werden. Ich bleibe ran. Gut, dass er Veränderungen genießt! (“Hauptsache, es gibt was Freßbares.”)

Da isser wieder!

Sonntag, 31. Mai 2009

Panchito ist zurück. Nach rechtzeitiger Ankündigung wurde er heute von seiner Fast-Familie bei uns abgeliefert, unter Tränen, aber endgültig. Der Alltag mit dem Kleinen war doch nicht so zu schaffen wie erhofft, Panchito wäre zu häufig zu kurz gekommen, er hätte zu oft zu lange alleine bleiben müssen, und dem wollte die Familie ihn nicht aussetzen. Damit haben wir das Ziel der Probezeit erreicht, nämlich festzustellen, ob es für alle ein tolles Zusammenleben gibt. Gut, dass wir diese Möglichkeit hatten, und schade, dass es nicht geklappt hat.

Er muss schon wieder aufs Rudel aufpassen: Pancho mit neuem Halsband

Er muss schon wieder aufs Rudel aufpassen: Pancho mit neuem Halsband

Gina und Familie haben sich prima um den kleinen Kerl gekümmert, er ist gepflegt, fröhlich und rundum gut beisammen (was nicht heißt, dass er zu dick geworden wäre, im Gegenteil, Pancho präsentiert sich in Top-Bikini-Figur). Er sieht allerdings ein wenig erwachsener aus. Vom Verhalten her hat er sich allerdings nicht geändert, und das Sozialarbeiter-Rudel nebst Nanny Charly hat ihn völlig problemlos wieder integriert.

Warum wir die Probezeit mit zwei Wochen doch recht kurz gehalten haben? Weil es schon sehr bald Neuigkeiten gibt. Meine Aktivitäten, die richtigen Adoptions-”Eltern” zu finden, versprechen Erfolg zu haben.

The Pancho-News… in Kürze hier!

Probezeit für Pancho

Montag, 18. Mai 2009

Panchito ist umgezogen! Ich war am Samstag auf einer (sehr schönen) Party zwecks Grundstückseinweihung, und die Einladung lautete ausdrücklich: Mit Hunden. Was meine vier und weitere sechs Fellträger sehr genossen. Als dann mehrere Familien mit Kindern auftauchten, wurden natürlich vor allem die kleinen Hunde pausenlos bespielt und bekuschelt. Bald sprach sich herum (so ein Zufall aber auch), dass Pancho eine neue Familie sucht. Und Gina, die mit ihrer Familie in Palma lebt, wünscht sich schon so lange einen Hund…

Da war es um Gina und um Pancho geschehen...

Da war es um Gina und um Pancho geschehen...

Langer Rede, kurzer Sinn: schon am nächsten Tag kam die komplette Familie und packte Pancho ein. Da es der erste eigene Hund ist, haben wir eine Probezeit von rund 10 ‘Tagen vereinbart, um den Alltag mit einem Wackel-Welpen zu testen. Wenn alle miteinander glücklich sind, hat Pancho sozusagen eine Stellung auf Lebenszeit. Hier sind alle Daumen und Pfoten gedrückt!

Lustig – knapp zwei Stunden nach Abreise schon der erste Anruf: “Hat er wirklich schon was zu Fressen bekommen heute? Pancho ist soooo hungrig!” Klare Antwort: Pancho ist immer hungrig. Und zwar sehr hungrig.

Mein Klotz am Bein

Donnerstag, 14. Mai 2009

So ein Welpe macht schon Spaß. Panchito hat, seinem Alter entsprechend, nichts als Flausen im Kopf. Und Pfeffer im Ar… Sobald sich eine Tür öffnet, ist Pancho durch geflitzt. Hinter jeder Tür vermutet er entweder etwas sehr Spannendes oder etwas Fressbares. Und die Gartenpforte verspricht Abenteuer – nur zu gern mogelt er sich durch, um einen Ausflug zu starten. Wir nehmen ihn jetzt gelegentlich mit auf Spaziergänge, das genießt er natürlich. Wenn unsere Strecke zu steil oder zu steinig ist, packen wir ihn kurzerhand in die Tasche und tragen ihn ein Stück. Aber er entwickelt sich weiter, rennt, spielt, schmust.

Mein Klotz am Bein

Spielzeug ist tabu - Pancho muss andere Beute machen

Mit seinen acht Monaten ist er natürlich auch vergnügungssüchtig ohne Ende. Glücklicherweise ist Charly wieder so fit, dass er den Kleinen bespielen kann. Einige Tage hatte ich nämlich einen ganz schönen Klotz am Bein – Pancho liebt es, in meine Hosen zu beißen und seine Kräfte zu messen. Dabei kristallisiert sich heraus, dass er sehr gelehrig  ist. Ganz schnell hat er die Bedeutung der Wörter “Aus”, “Pfui” und “Aua” gelernt und läßt sofort los. Natürlich versucht er es immer wieder, aber welcher Junghund würde das nicht?

Nachhaltigsten Erfolg mit der Erziehung hat Naddel. Sie hat Pancho mehrmals angeknurrt, wenn er ein Spielzeug nehmen wollte. Jetzt verzichtet er komplett auf  Spielsachen – mit der Chefin legt er sich nicht mehr an.

Unten ohne, oben mit

Dienstag, 12. Mai 2009

Seit Freitag ist Charly “unten ohne”… Zum Glück hat er es sehr gut überstanden. Die erste Nacht war unruhig, er versuchte natürlich ständig, sich an der Narbe zu schlecken. Ohne Schutz, sprich Halskragen, geht da gar nichts. Interessant war, dass in den ersten zwei Tagen alle drei anderen Hunde und selbst die Miesekatze genau merkten, dass Charly nicht auf dem Damm war, und sich sehr rücksichtsvoll verhielten.

Auch Panchito merkte, dass Charly eine Pause brauchte, und war sehr lieb

Auch Panchito merkte, dass Charly eine Pause brauchte, und war sehr lieb

Inzwischen trägt Charly die neue Situation mit Fassung und spielt schon wieder ausgelassen mit Naddel. Das ist zwar nicht einfach mit dieser Dose um seinen Kopf, aber irgendwie arrangieren sie sich doch.  Wahrscheinlich finden sie es in einigen Tagen sehr seltsam, “oben ohne” zu spielen.

Charly macht “den Dicken”

Donnerstag, 7. Mai 2009
Charly auf der Flucht? Das hat aber nichts mit dem OP-Plan zu tun. Charly ist in leztter Zeit kamerascheu!

Charly auf der Flucht? Das hat aber nichts mit dem OP-Plan zu tun. Charly ist in letzter Zeit kamerascheu!

Morgen ist es soweit – Charly wird kastriert! Ich wollte es eigentlich rausschieben, oder vielleicht gar nicht machen lassen. Bisher war das einzige Problem, dass er gelegentlich markiert – auch im Haus. Aber das wurde schon besser. Aggressionen gegen andere Hunde haben wir bisher nie beobachtet, eher zog er sich vor fremden Rüden zurück.

Leider meinte er gestern, “den Dicken” machen zu müssen, und raunzte auf unserem Spaziergang einen anderen Rüden an. Das musste natürlich gleich eine Argentinische Dogge sein, also  fast dreimal so schwer wie er und bestimmt 20 Zentimeter größer. Zum Glück war dieser kastriert, sonst hätte Charly ein echtes Problem gehabt. Der andere Hund wehrte sich natürlich gegen Charlys Angriff, war aber nicht wirklich aggressiv. So ging die Angelegenheit mit einem Schrecken, aber glimpflich aus. Wären Naddel und Murphy nicht gerade auf Streife gewesen, hätten die sich möglicherweise eingemischt, au weia, ich denke lieber nicht weiter darüber nach. Von zu Hause aus habe ich dann gleich den OP-Termin vereinbart.

Sorry Charly, da müssen wir morgen durch.