Archiv für die Kategorie „Aktuelle Gäste“

Unten ohne, oben mit

Dienstag, 12. Mai 2009

Seit Freitag ist Charly “unten ohne”… Zum Glück hat er es sehr gut überstanden. Die erste Nacht war unruhig, er versuchte natürlich ständig, sich an der Narbe zu schlecken. Ohne Schutz, sprich Halskragen, geht da gar nichts. Interessant war, dass in den ersten zwei Tagen alle drei anderen Hunde und selbst die Miesekatze genau merkten, dass Charly nicht auf dem Damm war, und sich sehr rücksichtsvoll verhielten.

Auch Panchito merkte, dass Charly eine Pause brauchte, und war sehr lieb

Auch Panchito merkte, dass Charly eine Pause brauchte, und war sehr lieb

Inzwischen trägt Charly die neue Situation mit Fassung und spielt schon wieder ausgelassen mit Naddel. Das ist zwar nicht einfach mit dieser Dose um seinen Kopf, aber irgendwie arrangieren sie sich doch.  Wahrscheinlich finden sie es in einigen Tagen sehr seltsam, “oben ohne” zu spielen.

Charly macht “den Dicken”

Donnerstag, 7. Mai 2009
Charly auf der Flucht? Das hat aber nichts mit dem OP-Plan zu tun. Charly ist in leztter Zeit kamerascheu!

Charly auf der Flucht? Das hat aber nichts mit dem OP-Plan zu tun. Charly ist in letzter Zeit kamerascheu!

Morgen ist es soweit – Charly wird kastriert! Ich wollte es eigentlich rausschieben, oder vielleicht gar nicht machen lassen. Bisher war das einzige Problem, dass er gelegentlich markiert – auch im Haus. Aber das wurde schon besser. Aggressionen gegen andere Hunde haben wir bisher nie beobachtet, eher zog er sich vor fremden Rüden zurück.

Leider meinte er gestern, “den Dicken” machen zu müssen, und raunzte auf unserem Spaziergang einen anderen Rüden an. Das musste natürlich gleich eine Argentinische Dogge sein, also  fast dreimal so schwer wie er und bestimmt 20 Zentimeter größer. Zum Glück war dieser kastriert, sonst hätte Charly ein echtes Problem gehabt. Der andere Hund wehrte sich natürlich gegen Charlys Angriff, war aber nicht wirklich aggressiv. So ging die Angelegenheit mit einem Schrecken, aber glimpflich aus. Wären Naddel und Murphy nicht gerade auf Streife gewesen, hätten die sich möglicherweise eingemischt, au weia, ich denke lieber nicht weiter darüber nach. Von zu Hause aus habe ich dann gleich den OP-Termin vereinbart.

Sorry Charly, da müssen wir morgen durch.

Pancho und die große Welt

Montag, 27. April 2009

Es war etwa 17 Uhr, als Christian von einigen Besorgungen zurück kam. “Ist Pancho bei dir?”, rief er ins Büro. “Nein”, antwortete ich verwundert.

“Die Gartenpforte war offen. Pancho ist weg.”

Alarm. Der Welpe ist verschwunden.

Regel Nummer eins: Keine Panik.

Regel Nummer zwei: Keine Panik.

Chris setzte sich gleich wieder auf den Motorroller und fuhr die Umgebung ab. Ich durchsuchte noch einmal Haus und Garten. Lief die nahe gelegenen Straßen ab. Nach einer Stunde unser gemeinsames Fazit: Der Welpe ist weg. Die Gartenpforte hatte offen gestanden, zum ersten Mal seit wir hier wohnen, seit über zwei Jahren. Die drei erwachsenen Hunde waren noch hier. Pancho nicht.

Regel Nummer drei: Bloß keine Panik.

Ich übernahm das Moped. Mit einer schnell zusammengeschusterten Suchanzeige Richtung Tierarzt. Noch im Wartezimmer rief ich “meine” Tierklinik zwei Orte weiter an: “Falls jemand mit Pancho kommt…”. Durch seine seltsame Gangart wirkt er immer wie frisch angefahren, vielleicht hatte ihn ja jemand auf der Straße aufgelesen und zum Veterinär gebracht. Ohnehin konnten wir uns nicht vorstellen, dass Pancho weit gelaufen war – so wie der läuft.

Der hiesige Tierarzt erkannte Pancho vom Foto sofort: “Ja, hier war eine Frau mit ihm. Sie ist hier in der Nähe…”

Wie, keine Telefonnummer?   “Suchen Sie weiter, der Kleine ist hier in den Straßen”. Ich wieder aufs Moped. Straße rauf, Gasse runter, einmal ums Rondell – DA! Unser Welpe steht am Straßenrand und schnuppert rum. Ich stoppe direkt neben ihm, rufe erfreut: “Panchito!!!!”

Der freut sich nicht einmal. Als wolle er sagen: “Alles okidoki, komm mal später wieder, ich kann gerade nicht”. Christian kommt mit dem Auto, ein kurzes Foto – und endlich ist Klein-Pancho verhaftet. Zum Glück…

Nicht dass Sie jetzt denken, der Kleine sei müde gewesen. Zu Hause tollte er erstmal locker zwei Stunden weiter mit Super-Nanny Charly und den Sozialarbeitern. Und das, nachdem er einen guten Kilometer durch die Gegend gewatschelt ist. Ich denke, ich kann ihn doch demnächst mitnehmen auf einen strammen 6-Kilometer-Walk.

pancho_zurueck1

Verhaftet! Panchitos erster Ausflug in die große, weite Welt.

Zwergenaufstand

Samstag, 25. April 2009
Vor wenigen Tagen noch war er ein Baby (was Frauen lieben)...

Vor wenigen Tagen noch war er ein Baby (was Frauen lieben, siehe Verena)...

Es ist so weit! Irgendwann zwischen gestern und heute hat Panchito seinen letzten Milchzahn verloren. Endlich – das Ding war nadelspitz und er hielt es grundsätzlich für am besten platziert in meinem Daumen. Autsch! Jetzt hat er also sein Erwachsenen-Gebiß. Und schon wird er frech.

Nachmittags im Garten: Naddel sitzt in der Sonne, das Spielholz zu ihren Füßen. Kommt Pancho vorbei und denkt: “Meins!” Irrtum. Schon hat Naddel ihn auf den Rücken geworfen. Aber nicht, dass sich der Kleene gleich unterwirft. Pancho wird erstmal kiebig, knurrt, schnappt. Pech für ihn, falscher Gegner. Naddel (immer noch der Chef, jawohl) klärt ihn auf: Nicht jetzt. Nicht hier. Und nicht mit mir! Und schon gar nicht so ein kleiner Scheißer.

...aber kaum ist er die Milchzähne los, wird er frech

...aber kaum ist er die Milchzähne los, wird er frech

Das Zusammentreffen endet mit einem am Boden zerstörten Pancho, der – jetzt wieder ganz Welpe – mit hängendem Kopf das Weite sucht.

Ich bin gespannt, wie lange die Lektion wirkt. Aber Sorgen mache ich mir nicht: Pancho ist jung und muss seine Stellung im Rudel finden. Kleine Auseinandersetzungen gehören dazu, der Welpenschutz gilt nicht ewig. Naddel ist erfahren und gut ein gut sozialisierter Sozialarbeiter. Sie wird ihn in seine Schranken weisen, aber dass sie ihm ernsthaft zusetzt, ist nicht zu erwarten. Und umgekehrt schon gar nicht. Aktuell (23 Uhr) träumen sie nebeneinander auf der Couch…

Er ist ein Blumenkind

Donnerstag, 23. April 2009
Mein kleiner Hilfsgärtner - immer aktiv. Und sooo romantisch! Immer will er Blumen pflücken. Ob ich das als Hilfe sehen kann... naja. Aber wenn er in den Wasserstrahl aus dem Schlauch beißt, muss ich doch wieder lachen

Mein kleiner Hilfsgärtner - immer aktiv. Und sooo romantisch! Immer will er Blumen pflücken. Ob ich das als Hilfe sehen kann... naja. Aber wenn er in den Wasserstrahl aus dem Schlauch beißt, muss ich doch wieder lachen

Visite bei Pancho

Samstag, 11. April 2009

Besuch für Pancho: Die Frau, die ihn vor sechs Wochen in Palma in ihrem Hauseingang sitzend gefunden hatte, kam heute mit Tochter Paloma und deren Freund zu uns. Sie hatten wiederholt angerufen, um zu erfahren, wie es ihrem Schützling geht. Klar, dass wir sie einluden, Klein-Pancho zu sehen und sich zu überzeugen, dass es ihm gut geht.

Und wieder geht ein schöner Tag zu Ende: müder Welpe Pancho

Und wieder geht ein schöner Tag zu Ende: müder Welpe Pancho

Alle drei waren begeistert. Panchito präsentierte sich  vergnügt und fröhlich, und der Rest der vierbeinigen Rasselbande war ebenfalls verschmust und gastfreundlich. Maria und Familie genossen es, den Welpen ausgiebig zu knuddeln, und waren hoch erfreut, wie gut er sich entwickelt. Als sie ihn das letzte Mal sahen, war er krank und apathisch. “Jetzt bin ich erleichtert”, freute sich Paloma. Am liebsten hätten sie ihn mitgenommen, aber in ihrer kleinen Wohnung ist kein Platz und wegen der Arbeit bleibt zu wenig Zeit für einen Hund. Aber sie haben angekündigt, den Wonneproppen schon bald wieder zu besuchen.

Pancho rennt

Donnerstag, 9. April 2009

Klein Pancho entwickelt sich! Er ist ein wahres Energiebündel inzwischen und immer hungrig. Vier Mahlzeiten am Tag tragen Früchte, er ist nicht mehr so mager und baut auch Muskulatur an der “Hinterkarre” auf. Sein Laufen ist zwar immer noch seltsam, aber wir stellen fest, dass es sich verbessert. Er klettert nicht mehr mühsam die Treppenstufen herauf, sondern schafft sie schon fast wie ein “normaler” Hund zu springen. Langsames Gehen hat er aus dem Programm verbannt, Pancho rennt. Zwar fliegt ihm noch häufig das Hinterteil aus der Kurve, aber vielleicht fehlt auch hier vor allem Übung, um die Fliehkraft zu beherrschen.

pancho_und_charly1

Charly liebt seine Rolle als Nanny

Zuständig für ausdauernde Trainingseinheiten ist vor allem Charly, der sich vom Welpen mit einer Engelsgeduld bespielen läßt. Pfotenbeißen, Fangen, Wettrennen – der Große bietet dem Kleinen das volle Programm und ist nicht einmal böse, wenn Pancho ihn unsanft am Fell zieht. Wenn ich mit dem Welpen meine Runden ums Haus drehe, ist Charly selbstverständlich immer dabei. Die Nachbarn fragen sich sicher schon, warum die komische Tante ständig mit den Hunden ums Haus herum geht… Aber da Pancho noch unter Resthusten leidet, waren bisher Spaziergänge in der großen Welt noch nicht angesagt. Vielleicht nehmen wir ihn heute mit, das Wetter ist schön, und wenn’s zu viel wird, packen wir ihn in die Tragetasche.

Traumhund sucht Traumfamilie

Montag, 6. April 2009

Es gab jetzt mal einige Tage nichts Neues aus der Villa Bunter Hund. Was sooo nicht stimmt – Neues gibt es immer. Ich hatte aber eine Schreibblockade, weil wir beschlossen hatten, eine Entscheidung hinsichtlich Charly zu fällen. Der ist uns richtig ans Herz gewachsen, und das gilt für alle Zwei- und Vierbeiner. Die Frage war also: Behalten wir ihn? Werden wir unserem Grundsatz untreu?

Auch wenn's schwer fällt - Charly ist bereit für ein neues Leben

Auch wenn's uns schwer fällt - Charly ist bereit für ein neues Leben

Am Samstag, nach langem Überlegen, hat der Familienrat  besprochen, ihn abzugeben. Zwei feste Hunde sind genug, denn gelegentlich zieht es uns auch in die Ferne, und es ist schon kompliziert genug, drei Sozialarbeiter (Naddel, Murphy und die Miesekatze Luna) versorgen zu lassen. Mit einem weiteren Hund vergrößern sich die Schwierigkeiten. Aber das ist nicht alles. Wir wollen auch weiterhin die Möglichkeit haben, pflegebedürftige Hunde aufzunehmen, zu päppeln, zu sozialisieren und ihnen ein gutes neues Heim zu suchen. Wie wir es mit Charly auch gemacht haben. Bei drei festen Hunden wird’s schon langsam voll hier, und auch unsere Zeit ist begrenzt.

Schweren Herzens geben wir also Charly zur Adoption frei. Ein Traumhund! Er hat sich komplett erholt von seinen Verletzungen und dem Zwingerhusten. Er hat fast 2 Kilo zugenommen, wiegt jetzt 13 kg und ist rundum gesund und gut drauf. Er ist entwurmt und seit heute geimpft und gechipt. Soweit die “technischen Daten”.

Charly ist ein super lieber Hund. Verspielt. Verschmust. Toll im Umgang mit Hunden und Katzen. Läuft auf Spaziergängen problemlos frei. Bleibt ruhig draussen tagsüber und schläft nachts ruhig durch (ok, auf der Couch, aber er jammert nicht ;-) ).  Er  benimmt sich im Auto ebenso wie an der Leine. Also, absolut pflegeleicht und eine große Freude. Wir haben jedenfalls viel Spaß mit ihm.

Und jetzt kommen Sie – helfen Sie uns, für diesen Traumhund eine tolle Familie zu finden, die ihn verdient. Am besten mit Finca oder Garten, und bestimmt würde er vierbeinige Gesellschaft auch weiterhin sehr genießen. Sie erwartet ein ausgeglichener Charmeur, der Ihnen garantiert viel Freude machen wird. Dass er auch tanzen kann, verrate ich erst demnächst!

Nummer 5 heißt Sultan

Dienstag, 31. März 2009

…und ist wieder zu Hause in Tolleric, unserem Nachbarort. Die Angestellte der Gemeindeverwaltung hatte heute morgen dort Aushänge gesehen, dass ein kleiner Hund vermisst wird. Also fuhr ich rüber, fand einen Aushang, rief an. Keine 20 Minuten später war der Mann der Besitzerin bei uns und nahm unter Tränen einen überglücklichen kleinen Hund entgegen. Happy End!

Nummer 5 lebt!

Dienstag, 31. März 2009

… derzeit bei uns in der Villa Bunter Hund. Das war zwar nicht so geplant, hat sich aber so ergeben. Vielleicht hätten wir das Hunde-Abonnement rechtzeitig kündigen sollen?

nummer5_front_kl

Nummer 5, ein typischer Spanier

Jedenfalls war das so: Ich kehrte zurück von einem Hausbesuch bei einem Hund (wo ich die Besitzerin, Tierschutzvereins-Mitglied,  noch darauf hinwies, dass WIR keinen weiteren Hund brauchen…). An der viel befahrenen Landstraße, kurz vor der Abfahrt Bahia Grande, sah ich schon ein Auto mit Warnblinker stehen und weitere fuhren sehr vorsichtig vorbei. Und da sah ich ihn, diesen kleinen Zottel, an der Straßenseite nass und zitternd auf der Mauer sitzend. Natürlich hielt ich auch gleich an und versuchte, ihn zu fangen. Er rannte weg, knurrte mich an. Um ein Haar wäre er noch unter die Reifen der vorbeifahrenden Autos geraten. Dann hielt noch ein Wagen, ein junger Spanier stieg aus. Von beiden Seiten näherten wir uns dem Kleinen. Der sich dann wohl überlegt hat, wer von uns beiden bedrohlichen Zweibeinern das kleinere Übel sei. Schließlich ließ er sich ohne Gegenwehr von mir auf den Arm nehmen. “Ya está”, sagte mein spanischer Helfer: “Das ist jetzt Deiner!” Ich versuchte natürlich noch, mich zu wehren: “Wir haben schon vier!” . Keine Chance – er habe auch schon zwölf, bedauerte er, und weg war er.

Ich fragte dann auf der nächst gelegenen Finca, ob dort ein Hund fehlt. Negativ. Dann zum Tierarzt im Ort. Mikrochip? Negativ. Also nach Hause mit dem nassen Bündel im Auto. Ich warnte: “Christian, du musst jetzt sehr tapfer sein.” Er ahnte sofort, dass es sich nur um vierbeinigen Zuwachs handeln könne.

Nun gut, wo vier satt werden, kriegen wir den fünften auch noch durch. Er hatte zwar zunächst etwas Streß mit Naddel (zickte) und Charly (spielte etwas derbe), aber schließlich verbrachte er eine ruhige Nacht im Körbchen in der Küche. Christian ist jetzt los zur Ladenzeile, Aushänge machen, und ich gehe gleich zu Polizei und Gemeinde. Vielleicht sucht ja jemand den kleinen Rüden, er sieht jedenfalls nicht ungepflegt oder schlecht genährt aus. Und da er nicht kastriert ist – vielleicht hat er sich der Liebe wegen verirrt?