Archiv für die Kategorie „Happy End“

Er amüsiert sich weiter

Samstag, 14. Februar 2009

bolle_nach_spiel_in_d1Auch wenn’s auf dem Foto nicht so aussieht – Bolle hat Spass für zehn! Hier ruht er sich gerade mit seiner neuen Kumpelinin aus nach einer wilden Jagd über Sofa und unter Tischen. Wir bekommen fast täglich e-mail-updates über seine Eingewöhnung,  Sybille und Mann sind nach einer Woche immer noch (SCHERZ) schwer begeistert über ihren Neuzuwachs. Und die schon vorhandenen Hunde Pino und Tabby nach kurzem Kennenlernen ebenso! Selbst an den Schnee hat Bolle sich gewöhnt, ich habe ein kurzes Video, in dem er ausgelassen Fangen spielt mit Tabby und Pino (der eigentlich viel zu alt ist für so etwas :-) ). Leider kann ich Videos nur unter 2 mb veröffentlichen, mal schauen, ob das noch zu retten ist.

Am liebsten würde ich täglich solche Berichte veröffentlichen mit Fotos von unseren Ex-Gästen, die zufrieden auf der Couch schnarchen. Bei ihren neuenChefs, versteht sich.

Und dennoch hat sich Bolle….

Sonntag, 8. Februar 2009

…ganz kräftig amüsiert! Zumindest, soweit das in den vier Wochen bei uns möglich war, denn am Anfang stand dem kleinen ja die nackte Angst im Weg und er erstarrte quasi ganztags zur Salzsäule. Aber nachdem er aufgetaut war, wurde er doch ein kleiner lebensfroher Hund. Bevor er vor zwei Tagen mit seiner neuen “Mama” fürs erste zwei Dörfer weiter zog, legte er noch ein letztes Spiel mit Naddel ein – siehe Foto. Für mich war das, im Büro sitzend, immer ein klasse Unterhaltungsprogramm, wenn die beiden “ihre 5 Minuten” bekamen.

spiel

Hart aber herzlich - Naddel und Bolle (links) beim Toben

Gestern abend dann ist er abgeflogen, ich bin nicht mit zum Flughafen, der Tränen wegen. Aber nachdem ich Sybille kennengelernt habe, bin ich mir ganz sicher, dass Bolle einen Hauptgewinn gezogen hat. Und er taute auch schon hier auf Mallorca richtig auf bei ihr! Bin ganz gespannt auf die ersten Berichte und Fotos aus der neuen Heimat.

Margit, die das ganze vermittelt hat (1000Dank nochmal!) gibt mir noch einmal Nachilfe in süddeutscher Heimatkunde (das ist doch Süddeutschland? grübel…) und in  Mundarten oder Sprachen: “By the way, Bruchsal liegt nicht im Schwäbischen. Der hoffentlich sprachtalentierte Bolle wird also Badisch lernen müssen: ‘Willsch bissel was fresse? Hasch net e bissel Durscht? Kannsch net woannerscht hiehstehe, bisch mir nämlich im Wäg’

Fazit – wir haben Bolle auf einen neuen Lebensweg gebracht und sind sehr zufrieden, wie er sich entwickelt hat. Unsere Sozialarbeiter haben mal wieder ganze Arbeit geleistet und gönnen sich jetzt ein wenig Erholung, denn bei unserem neuen Gast Trine gibt es verhaltenstherapeutisch keinen Bedarf. Wir wünschen Bolle, Bille und Familie ein gutes Leben!

Bulli wird Franzose

Freitag, 6. Februar 2009

bulli1Gute Nachricht aus der Euro-Tierklinik: Der Bullmastiff Bulli zieht nach  Nordfrankreich. Seine neue Familie kennt sich mit Bullmastiffs und Leishmaniose aus, also perfekt für ihn. Die schnelle Vermittlung kam über die Seite www.bull-mastiffs.de zustande. Wir freuen uns!

Momo

Freitag, 30. Januar 2009
Noch heute packt mich die Wut, wenn ich an Momo denke!

Noch heute packt mich die Wut, wenn ich an Momo denke!

Ich tue mich immer etwas schwer damit, Momos Geschichte zu erzählen. Allzu oft kommen diese Allgemeinplätze: “Die Mallorquiner…” oder “Tierhölle Mallorca!!!” Dabei meine ich, dass man nichts verallgemeinern soll. Auch auf Mallorca gibt es Menschen, viele Menschen, die so mit Tieren umgehen, wie es sich deutsche Tierfreunde vorstellen. Und es werden immer mehr.

Momos Ex-Besitzer gehört garantiert nicht dazu.

Es war ein sonniger Apriltag und ich ging mit meinen beiden Dackeln und Pflegehündin Gundula spazieren. Wie immer, waren irgendwann  die Dackel übern Acker verschwunden (soviel Hund durften sie sein). Ich blieb also am Wegesrand stehen und genoss die Sonne. Plötzlich hörte ich ein seltsames Geräusch. Es kam von unter der Straße (häh?) und hörte sich an wie ein Mittelding von (lachen Sie nicht!) Schaf in schwerer Geburt oder Schäfer in fantastischem Orgasmus. Ich dachte zunächst, ich hätte mich geirrt. Doch dann ging Gundula plötzlich unter die Straße. Ich sah nur noch ihren wedelnden Schwanz. Erst jetzt bemerkte, ich dass es hier eine Unterführung gab, offenbar für Regenwasser, denn eine Art Bach schloss sich an, derzeit aber ohne Wasser.

Stellen Sie sich dieses süße Tier in einem Sack im Straßengraben vor

Stellen Sie sich dieses süße Tier in einem Sack im Straßengraben vor

Was hatte Gundula dort gefunden? Ich kletterte hinab und sah einen zugebundenen Sack. Mich packte Entsetzen – der Sack bewegte sich! Auch ohne eine Ahnung zu haben, was drin war, packte ich das Ding und schleppte es nach oben auf die Straße. Dort löste ich den Knoten.

Im Sack war ein Welpe. Schwarz und weich, schmutzig und völlig verstört. Mit wurde heiß und kalt, mich überkam unendliche Trauer und ein unbändiger Hass auf den Menschen, der das getan hatte.

Bis die Dackel wiederkamen, streichelte ich den Kleinen, der gar nicht versuchte, aus dem Sack abzuhauen. Als alle Hunde wieder beisammen waren, band ich den Sack wieder zu, schulterte ihn, und trug mein Fundstück nach Hause. Es tat mir leid, aber anders hätte ich diesen Welpen nicht heimbringen können, es waren immerhin 3 Kilometer zu gehen!

Daheim packte ich die Kleine – jetzt sah ich, dass es eine junge Hündin war – in die Wanne. Sie war voller Kot, Urin und Schlamm. So vorsichtig wie möglich wusch ich sie ab, dabei hatte ich Gelegenheit, sie zu untersuchen. Körperlich war sie okay, nur ein blaues Auge hatte sie. Hatte man versucht, sie zu erschlagen? Immerhin ein Ansatz von Humanität… in dem Sack, unter der Straße, wäre sie qualvoll verhungert oder verdurstet, denn der Sack war luftdurchlässig und im April ist die Luftfeuchtigkeit noch hoch genug, dass tagelanges Überleben möglich ist.

Wir tauften sie Momo. Die ersten Tage verließ sie ihr Körbchen kaum, aber wir trugen sie immer dorthin, wo sie Gesellschaft hatte, was sie sichtlich genoß. Sie erholte sich körperlich schnell und hatte enorm viel Spaß dabei, mit den Dackeln übers Feld zu rasen. Inzwischen wußten wir, dass sie ein halbes Jahr alt war.  Im April ein halbes Jahr heißt im Dezember 2 Monate… Das typische Weihnachtsgeschenk! Und dann erzählte Papi vermutlich im April seinem Töchterlein, dass der Hund weggelaufen ist. Man hat ja schließlich Urlaubspläne. Oder war der Scheißköter immer noch nicht stubenrein?

Ich könnte – tschuldigung – kotzen. Ich möchte diesen Mann in einen Sack stecken und unter die Straße legen. Nur 3 Tage lang.

Das war im Frühling 2004. Momo lebt seitdem bei einem sehr netten Ehepaar und ihrem neuen Kumpel Rocky in der Nähe von Llucmajor hier auf Mallorca.

Sombra

Dienstag, 27. Januar 2009
Sombra gewöhnte sich schnell ein

Sombra gewöhnte sich schnell ein

Noch so eine typische Mallorca-Hundegeschichte. Sombra trug am Uralt-Lederhalsband noch ein Stückchen Strick. Sie hatte ein großes Gesäuge, also kürzlich erst Welpen gehabt, und lief suchend durch die Gassen von Es Pillari. Weil sie Menschen gegenüber so ängstlich war, konnten wir sie nicht einfangen, bis sie dann auf der Straße lag, durch ein Auto angefahren. In der Klinik lautete die Diagnose Beckenbruch, nicht operabel. Sombra war so tapfer! Schon nach wenigen Tagen war ihre die Klinik zu wenig, also nahm ich sie mit nach Hause. Seit sie eh nicht weglaufen konnte, ließ sie sich eben anfassen… Innerhalb weniger Woche entwickelte sich aus dem verfilzten Gerippe eine wunderschöne schwarze Hündin mit liebenswertem Temperament und ganz viel Lebensfreude.

Eine Praktikantin der Tierklinik musste kurz vor ihrem Mallorca-Aufenthalt ihren Senior-Hund gehen lassen. Mit ihrem Mann zusammen schaute sie sich Sombra an und damit war das Schicksal der Hündin in sichere Bahnen gelenkt. Seit Ende 2005 lebt sie jetzt sehr zufrieden in dem Tierarzthaushalt in Sürddeutschland. Zu meiner Freude bekomme ich immer noch gelegentlich Fotos und Videos!

Lunes

Samstag, 24. Januar 2009

Eine Residentin hatte den Dackel im Sommer 2007 auf der Landstraße eingefangen und den Tipp bekommen, mich anzurufen. Und bei Dackeln kann ich nicht wiederstehen…

Das arme Tier war über und über voller Zecken und Flöhe. Sie war mager, der Schwanz war fast haarlos – warum? Lunes war so verängstigt Menschen gegenüber, dass sie sich ständig zusammenkrümmte und den eingeklemmten Schwanz über den Fußboden schleifte. Hund können uns  ja nichts in unserer Sprache, mit Worten,  erzählen, aber was Lunes ausdrückte war, dass sie in ihrem Leben mehr Schläge als Futter bekommen hatte…

Ganz langsam fasste Lunes Vertrauen zu Menschen

Ganz langsam fasste Lunes Vertrauen zu Menschen

In den ersten Tagen verkroch sie sich in den letzten Winklen unseres Gartens. Zum ersten Mal wurde uns klar, was für ein Glück wir mit den Sozialarbeitern haben. Sie kümmerten sich nicht groß um den Neuzugang, sondern lebten ihr ganz normales Leben, entspannt und glücklich. Und das steckt an. Lunes sah, dass Hunde fressen, obwohl Menschen daneben stehen. Dass Hunde ins Haus gehen, sich streicheln lassen, Freude zeigen.

Allmählich entspannte sich die etwa 4jährige Hündin und wurde richtig zutraulich und kuschelig. Zwar wird sie Fremden gegenüber nie ihre Scheu ganz ablegen, und Männer sind und bleiben ein Problem für sie. Aber bei ihrem neuen Frauchen bei Hamburg, mit Dackelfreundin, Katzen und Pferden, ist sie richtig aufgetaut und fühlt sich sehr, sehr wohl, wie ich kurz vor Weihnachten bei einem Besuch feststellen durfte.

Hugo

Samstag, 24. Januar 2009
hugo2

Das Leben kann soooo hart sein für kleine Welpen...

Einer dieser Felle… der Welpe war an der Mülltonne gefunden worden, wenn ich mich recht erinnere, in einem Pappkarton. Das war im Frühling 2007, und liebe Menschen gaben ihn in der Eurotierklinik ab. Dort schrie er 2 Tage lang alles zusammen, einfach aus dem Unglück heraus, alleine eingesperrt zu sein. Da wir gerade einen anderen Welpen abgeben konnten, erlöste ich die Klinik von dem kleinen Krachmacher und nahm ihn mit nach Hause.

Er schrie auch hier im Garten noch etwa 2 oder 3 Stunden weiter. Dann merkte er A) dass sich niemand darum kümmerte, und B) dass Naddel und Murphy einen sehr relaxten Eindruck machen, ohne zu schreien. Fortan war Klein-Hugo ruhig und zufrieden und lernte von den Sozialarbeitern, Hund im Rudel zu sein, und von meiner Mutter, sich davon auf dem Schoß zu erholen.

Hugo wurde nach wenigen Wochen an Bekannte von Bekannten vermittelt und lebt heute mit Katze und Zweithund auf einer Finca in der Inselmitte. Wir hören nur Gutes von ihm und seiner Familie.

Ballack

Samstag, 24. Januar 2009

Er war einer der wenigen “Felle”, die sich durch nix verunsichern lassen. Aus dem Tierheim Son Reus kommend, machte er zu Hause den Eindruck, als käme er gerade von einer coolen Party und freue sich darauf, hier weiter abzufeiern. Dabei war er gerade nochmal davon gekommen, die obligatorischen 3 Wochen im Heim waren abgelaufen und er saß im letzten  Zwinger…

Ballack war und ist ein totaler Racker, dabei aber nie hinterhältig oder bissig. Vergnügungssüchtig könnte man ihn nennen. Er machte alles mit, also auch ausgedehnte Badeausflüge in Cala Blava, und suchte sich gerne auch noch zusätzliche Zerstreuung. Wenn er einen fremden Hund sah, vergaß er meist, dass er eigentlich gut auf Abruf folgte, erstmal musste er Zeit mit seinem neuen Kumpel verbringen.

Ballack (der Kleine, 2. von rechts) und sein neues Rudel in Sant Elmo

Ballack (der Kleine, 2. von links) und sein neues Rudel in Sant Elmo

Jetzt lebt er bei einem sehr tierlieben Ehepaar bei Sant Elmo mit 3 großen Kumpels, diversen Katzen, Gänsen, Pferden, Eseln, Papageien… bestimmt fehlt noch was. Ballack hat echt das große Los gezogen!

Marta Iffigenia

Samstag, 24. Januar 2009

Im Frühling 2008 erreichte uns die Information, dass das Tierheim Centro Canino in Es Pillari geräumt werden würde aufgrund einer fehlenden Konzession. Alle Hunde und Katzen würden nach Son Reus gebracht, wo sie – wenn nicht innerhalb von 3 Wochen vermittelt – von der Tötung bedroht wären. Nach kurzer Beratung fuhren wir nach Es Pillari und brachten Marta nach Hause.

4fresser

4 Fresser, von links: Naddel, Iffi, Murphy (frisch frisiert), Einstein (Besuch)

Die etwa 1jährige Ratero-Mix-Hündin gewöhnte sich schnell ein und passte prima ins Team. Schon nach etwa 6 Wochen konnten wir sie zu einem uns bekannten Ehepaar nach Establiments geben, wo sie seitdem die absolute Hauptrolle spielt.

Die diebische Elster

Mittwoch, 21. Januar 2009

July nannten wir sie, als wir sie am 1. August 2008 aus dem Tierheim Son Reus in Palma de Mallorca holten. Sie war schwer erkrankt durch eine Infektion, und was noch schlimmer war – sie wollte nicht mehr leben. Jedenfalls nicht in diesem Zwinger, in diesem Tierheim. Mit 40 Grad Fieber und starken Schmerzen im Brustraum (Bronchitis) kam sie zu uns nach Hause. Und am nächsten Morgen? Latschte sie hüstelnd mit einem Spielzeug im Maul durch den Garten und hatte wieder Lust aufs Leben. Ja, und sie hatte ihre erste Beute gemacht ;-)

july-ganz

Beute machen ist auch heute noch ihr größtes Hobby, glaubt man ihrer neuen Familie bei Hamburg. Nach 4 Monaten zog sie dorthin um und hatte sich inzwischen zu einem wundervollen Energiebündel entwickelt, der zwar stiehlt wie eine Elster, aber ansonsten super lieb und intelligent ist. Wir hatten viel Freude mit ihr!

Übrigens verbrachte die junge Border Collie Hündin offensichtlich ihr erstes Lebensjahr ausschließlich an der Kette. Eine üblere Haltung kann man sich für so ein agiles, arbeitswütiges Tier nicht vorstellen! Die Haut an ihrem Hals war durch ein altes, hartes Lederhalsband aufgescheuert und July kannte offensichtlich nichts, alles was wir ihr anboten, war neu für sie. Aber es war super schön, wie schnell sie Neues aufnahm und lernte und mit ganz viel Liebe und Dankbarkeit belohnte.