Archiv für die Kategorie „Tierheilpraxis“

Wenn’s vorne juckt und hinten beißt

Mittwoch, 8. September 2010

Es ist zum wahnsinnig werden: Der Hund kratzt sich unaufhörlich. Links, rechts, an den Pfoten und am Hals, und zwischendurch beißt er sich in den Allerwertesten. „Bestimmt hat er eine Allergie“, vermutet die Nachbarin. Hatte ihrer schließlich auch. Ist auch möglich. Doch zunächst wird der Tierarzt abklären, ob andere Ursachen vorliegen. Parasiten, Stoffwechselstörungen, Hautentzündung, hormonelle oder psychische Probleme.

Wird dennoch eine Allergie diagnostiziert, fragt sich natürlich, wogegen. Häufig kann man schon aufgrund der Symptomatik die Art der Allergie eingrenzen: Sowohl  Kontaktallergie, Futtermittelunverträglichkeit als auch Atopie (ähnlich der menschlichen Neurodermitis) produzieren typische Beschwerden. Beispiel: Juckt sich Bello an Bauch und Pfoten, nachdem er eine neue Schlafdecke hat, stehen Diagnose und Therapie fest: Kontaktallergie gegen die neue Decke – die muss sofort raus. Wenn’s doch immer so einfach wäre! Oft genug reagiert der Vierbeiner nämlich gleich auf  mehrere Stoffe allergisch.

Und wie kann man dem Tier helfen? Ein Angebot aus der Naturheilkunde ist die Gegensensibilisierung, die sich besonders bei multiplen Allergenen anbietet, die nicht vorher bestimmt werden müssen. Hier wird ein wenig Blut des Allergikers modifiziert und homöopathisch aufbereitet. Die entstandenen stark verdünnten und potenzierten Lösungen werden dem Patienten nach einem genauen Therapieplan in Form von Injektionen oder Tropfen verabreicht. Diese Therapie bietet den Vorteil, dass die allergische Reaktion selbst, die ja eine Überreaktion des Immunsystems ist, gemildert oder beseitigt wird, egal gegen wie viele Substanzen sie sich richtet. Zur Unterstützung der Gegensensibilisierung wird das Tier homöopathisch behandelt. Auch verschiedene Nahrungsergänzungsmittel können Linderung schaffen.

Genau wie Menschen können auch Haustiere auf verschiedenste Stoffe - darunter viele pflanzliche - allergisch reagieren

Eine homöopathische Behandlung sollte der Besitzer eines Allergikers auf jeden Fall in Erwägung ziehen. Der Weg ist vielleicht nicht kurz, aber keine schulmedizinische Therapie geht das Problem an der Wurzel an und heilt, anstatt zu unterdrücken. Wichtig ist, zu einem Therapeuten zu gehen, der klassisch homöopathisch arbeitet. Viele Tierärzte und auch manche Tierheilpraktiker arbeiten nur mit vorgefertigten Komplexmitteln, deren Wirkung nicht ausreichend ist.

Schulmedizinisch wird gelegentlich eine Desensibilisierung versucht: Im Verlauf einer Injektions-Kur wird der Organismus mit immer größeren Mengen des Allergens konfrontiert, an die er sich schließlich gewöhnen soll. Das dauert viele Monate und die Erfolge sind meist eher bescheiden.

Wenn wirklich überhaupt nichts hilft, bleibt nur noch, den Juckreiz mit Medikamenten zu unterdrücken, etwa mit Anti-Histaminika und Kortisonen. Ein dermatologisch versierter Tierarzt weiß diese Medikamente so einzusetzen, dass die Nebenwirkungen vertretbar bleiben.

Stellt sich die Frage, ob man Allergien vorbeugen kann. Wichtig ist, das Immunsystem zu trainieren. Wenn bei jeder Kleinigkeit Antibiotika und andere unterdrückende Medikamente gegeben werden, wird die körpereigene Abwehr unterfordert. Als Folge kann passieren, dass sie überreagiert und sich die Abwehr gegen ungefährliche Stoffe richtet – das ist dann die allergische Reaktion. Eine homöopathische Therapie regt das Immunsystem an und trainiert es.

Noch zwei Tipps: Kaufen Sie keine Tiere von Rassen, bei denen die Anfälligkeit für Allergien bekannt ist. Ihr Tierarzt kann Sie beraten. Und: bei der Hygiene nicht übertreiben. Ein Hund ist kein Kind und muss nicht wöchentlich oder gar täglich gebadet werden. Im Gegenteil – das ist höchst schädlich für seine Hautflora, die zu den wichtigsten Immun-Organen gehört. Daher: Einen gesunden Hund badet man höchstens zweimal im Jahr (und natürlich, wenn er sich in Aas gewälzt hat…).

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Erste Hilfe bei Insektenstichen

Donnerstag, 9. Juli 2009
wespennest

Spielzeug für manche Tiere, kann aber schmerzhaft werden: die Wespe

Früher Abend auf der schattigen Veranda. „Charly hat was“, unterbreche ich unsere Unterhaltung. El Blondino reibt mit seiner Pfote an der Nase, schüttelt den Kopf, schleckt immer wieder mit der Zunge über den Nasenspiegel. Ein Blick, tatsächlich – ich finde einen Stachel, winzig klein, aber doch zu sehen. „Na, haben wir wieder Insekten gejagt?“ Der Stachel lässt sich ohne Pinzette entfernen und Charly ist wieder beruhigt. Wir zunächst auch.
Eine halbe Stunde später ist seine Schnauze auf beinahe doppelte Größe angeschwollen. Durch das rechte Nasenloch kann er kaum noch atmen. Wenn die Schwellung noch zunimmt… wenn sie auch den Rachenraum betrifft – er könnte ersticken. Schnell greife ich zur homöopathischen Notfallapotheke. Einige Globuli Apis in eine Kanüle und 2 ml Wasser dazu. Durch Schütteln erreiche ich, dass sich die Kügelchen schneller auflösen. Und zack, die Lösung pur ins Maul. Inzwischen hat Christian schon eine Kühlpackung in ein Geschirrtuch gewickelt und kühlt damit vorsichtig Charlys Riesenschnute, was sich dieser gern gefallen lässt.
Mir fällt ein Erlebnis mit einem Wespennest ein, das ich eines Tages vor Jahren an der Gartenbank fand. Im gleichen Moment, als ich es entdeckte, hatte schon Dackel Felix seine Nase vorwitzig Richtung Nest gesteckt und musste sofort büßen. Ich schnappte ihn mir zwecks homöopathischer Erstversorgung. In der Zwischenzeit muß wohl Dackel Einstein geschaut haben, was los ist. Er saß plötzlich mit hängenden Ohren, vorwurfsvoll den Kopf schüttelnd neben meinen Füßen.  Während ich Einstein behandelte, war Kater Anton neugierig geworden. Schon rieb auch er vorwurfsvoll sein Näschen mit der Pfote – mein nächster Patient. und noch bevor ich mit Anton fertig  war, trat schon Kater Winzig auf den Plan. Autsch! Auch ihm verabreichte ich die aufgelösten Apis-Globuli.

Von der Wirkung der Homöopathie war ich an diesem Tag – mal wieder – selbst fasziniert. Keines meiner vier Wespenopfer entwickelte eine auffällige Schwellung, und auch die lokalen Schmerzen schienen schnell zu verschwinden. Um das Wespennest machten machten fortan dennoch alle einen großen Bogen.

Zurück zu Charly. 15 Minuten nach erster Gabe der Apis-Lösung wird seine Schnauze schon wieder kleiner. Auch die Nase ist wieder geöffnet. Das Kühlen akzeptiert er jetzt nicht mehr, er möchte jetzt bitte beleidigt, leidend und bemitleidet auf den Fliesen liegen. Lange hält er das nicht durch – als Naddel und Murphy lautstark kundtun, dass ein fremder Hund am Haus vorbeiläuft, vergisst der Blonde sein Leiden und schließt sich der Torwache an – als wäre nichts gewesen.
Und hier ist die Einkaufsliste für die Hausapotheke:
Das beschriebene Apis ist das am besten wirkende Mittel bei Insektenstichen, die eine ödematöse Schwellung, lokale Hitze und Schmerz zur Folge haben.
Ledum gibt man, wenn später entdeckt wird, dass es an der Stichstelle zu einer Verhärtung oder auch bläulichen Verfärbung kommt und wenn Druckschmerz festzustellen ist.
Bei Staphisagria herrscht starker Juckreiz vor, der auf eine Insektenstichallergie schließen lässt. Die Schmerzempfindlichkeit des Patienten ist sehr groß.
Urtica urens zeigt ein Bild wie nach Brennesselkontakt mit juckenden kleinen Bläschen.
Alle Mittel sollten in kleiner Potenz (Spanien: 5CH, Deutschland: D6) als Globuli griffbereit stehen. Im Notfall löst man 5 – 6 Globuli auf in 1 bis 2 ml Wasser (das geht gut in einer Spritze ohne Nadel) und tröpfelt die Lösung pur ins Maul.

Und hier noch Tipps zu Zeckenbissen, Dornenstichen und Hotspots

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Phytotherapie bei Arthrosen

Donnerstag, 25. Juni 2009

Sie ist eine häufige Diagnose in Tierarztpraxen, und sie betrifft besonders ältere Hunde: Arthrose. Die chronische Gelenkentzündung entsteht entweder als Folge einer nicht ausgeheilten akuten Arthritis oder durch dauerhafte Überbelastung. Diese kann bereits durch Übergewicht verursacht werden, besonders, wenn das Gelenk eine Fehlstellung hat (Inkongruenz).
Bei einer Arthrose ist der Gelenkknorpel nachhaltig geschädigt, was sich durch immer wieder aufflackernde Entzündungen und permanente Schmerzen bemerkbar macht. Im Frühstadium wirkt der Patient morgens oder nach dem Liegen etwas steif, er läuft er sich aber ein, so dass er nach einigen Schritten unauffällig wirkt. Je weiter die Erkrankung voranschreitet, desto deutlicher sind dem Hund die Probleme anzumerken.
Eine Heilung ist ab einem bestimmten Schweregrad der Erkrankung ausgeschlossen. Die schulmedizinische Therapie besteht meist aus Entzündungshemmern und Schmerzmitteln, die leider auf Dauer durch ihre Nebenwirkungen den Organismus stark belasten können. Die moderne Tiermedizin bietet inzwischen auch viele chirurgische Möglichkeiten bis hin zum Ersatz ganzer Gelenke (z.B. Hüftgelenk). Bevor man eine Operation mit all ihren Risiken ins Auge fasst, lohnt sich auf jeden Fall ein Versuch mit der Naturheilkunde.
So kann eine Blutegeltherapie am betroffenen Gelenk zu lang anhaltender Schmerzfreiheit führen. Ich habe schon Patienten beobachtet, die nach einmaligem Einsatz der kleinen Sauger mehr als vier Jahre symptomfrei blieben. Diese Therapie empfiehlt sich besonders, wenn nur ein einzelnes Gelenk betroffen ist. Leidet der Hund unter mehreren „Baustellen“, ist die lokale Wirkung nicht ausreichend, so dass systemisch therapiert werden muss.

Ginkgo biloba ist ein bekanntes Kraut, um die Durchblutung zu verbessern

Ginkgo biloba ist ein bekanntes Kraut, um die Durchblutung zu verbessern

Sehr wirkungsvoll zeigt sich hier die Kräuterheilkunde (Phytotherapie). Die wichtigsten Medikamente zur Einnahme stelle ich kurz vor:
Die Wurzel der Teufelskralle (Harpagophytum) wirkt entzündungshemmend, abschwellend und leicht schmerzlindernd. Sie verbessert außerdem die Beweglichkeit.
Weidenrinde (Salix Alba) enthält das schmerzstillende Salicin. Schon im 12. Jahrhundert empfahl Hildegard von Bingen Weidenrinde bei Gelenkrheumatismus, und auch heute noch gilt es als eines der wirksamsten Schmerzmittel in der Naturmedizin:
Glucosamin und Chondroitin sowie Grünlippenmuschelextrakt haben positive Wirkungen auf die Geschmeidigkeit der Gelenkknorpel. Sie bauen diesen aber nicht wieder auf.
Kollagenhydrolysat ist eine speziell aufbereitete Gelatine. Studien der Uni Kiel ergaben, dass dieses Mittel bei Tieren zur vermehrten Bildung von Knorpelgewebe führen kann und damit zum Aufbau der Gelenkknorpel. Sind bereits Gelenke geschädigt, empfehle ich die dauerhafte Gabe des Pulvers als Nahrungsergänzung. Auch zur Prävention ist Kollagenhydrolysat geeignet, vor allem bei Fehlstellungen der Gelenke, die sehr häufig im Alter zu schmerzhaften Arthrosen führen. Sinnvoll sind zwei bis drei sechswöchige Kuren im Jahr.
Gingko biloba verbessert den Blutfluss und die Durchblutung im Kapillarbereich und unterstützt damit die Heilung von Entzündungen.
Alle diese Mittel sind in Apotheken oder Reformhäusern für Menschen erhältlich, man kann sie aber ebenso dem Hund verabreichen. Faustregel für die Dosierung ist: ein großer Hund (über 20 kg) bekommt die normale Erwachsenendosis. Die Wirkung tritt nicht unbedingt am gleichen Tag ein, doch die Dauertherapie ist unbedenklich.

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Jetzt wird’s heiß!

Dienstag, 16. Juni 2009

Juli und August sind die heißesten Monate auf Mallorca, und auch in Deutschland kann man derzeit über Kälte nicht klagen. Nicht nur wir Menschen leiden bei Rekordtemperaturen, auch unsere geliebten Vierbeiner haben gelegentlich Probleme damit. Wie hilft man Mietz und Mops am besten durch die Sommerhitze?

Ganz wichtig ist es, genügend Wasser aufzunehmen. Daher ist unbedingt täglich frisches Wasser aufzustellen. Den Napf (bei großen Hunden darf es auch ein Eimer sein, am besten mehrere) platziert man möglichst im Schatten oder im kühlen Haus, falls das Tier hier Zutritt hat. Manche Katzen trinken bevorzugt aus dem laufenden Wasserhahn. Diesen Service muss man an heißen Tagen natürlich öfters bieten, am besten stündlich. Aber auch wenn Sie nie beobachten, dass Mietzi aus dem Napf trinkt – stellen Sie trotzdem einen bereit… für Notfälle.

luna_abendsonne

Wenn es so heiß her geht, wird selbst eine schwarze Katze gelegentlich rot

Bewegung ist gesund, heißt es auch im Sommer, aber alles zu seiner Zeit. Wählen Sie für Spaziergänge die kühlen Stunden am frühen Morgen und abends. In der Mittagshitze wird Ihnen Ihr Vierbeiner schon zeigen, dass er anstatt Sport und Spiel eine ausgedehnte Siesta für angebracht hält. Sollte sich Ihr Hund insgesamt deutlich weniger bewegen als in der kühleren Jahreszeit, passen Sie die Futtermenge dem Energieverbrauch an – eventuell die Portionen verkleinern.

Ihr Hund schwimmt gerne? Eine bessere Abkühlung gibt es kaum. Allerdings greift häufiges Baden die Haut auch beim Vierbeiner an. Unbedingt nach dem Ausflug ins Meer das Fell mit klarem Wasser auswaschen. Es gibt spezielle Shampoos und Lotionen mit rückfettenden Substanzen, doch im Grunde bringen diese gegenüber dem einfachen Ausspülen der Haare mit Süßwasser keinen entscheidenden Vorteil. Achten Sie aber vorbeugend auf Hautreizungen, wenn Ihr Hund täglich im Meer oder in Chlorwasser schwimmt.

Und der Kreislauf? Wessen Haustier bekanntlich an einem Herz- oder Kreislauf-Problem leidet, der sollte sich von seinem Tierarzt beraten lassen, ob die Medikamenten Dosierung auch bei extrem heißen Sommerwetter angemessen ist. Natürlich schont man ein Tier mit derartigen Problemen besonders.

Wenn doch einmal zu viel Sonne, Aufregung oder Bewegung einen Hitze-Kollaps verursacht: Aconitum- oder Belladonna-Tropfen in der Potenz CH6 oder D6 auf die Mundschleimhaut tröpfeln, und dies alle 10 Minuten wiederholen. Dazu Rescue-Bachblüten-Tropfen, ebenfalls in die Schnauze getröpfelt. Den Patienten kühl lagern und schnellstmöglich dem Tierarzt vorstellen. Die Symptome des Hitzschlages oder Sonnenstichs sind ziemlich eindeutig: Dramatische Atemnot (heftiges Hecheln), schneller Puls, dunkelrot bis blau gefärbte Zunge und Mundschleimhäute, hohe Körpertemperatur (Fieber über 39 Grad), starre Augen, eventuell Erbrechen.

Noch ganz wichtig: Schon ein kurzer Aufenthalt in einem geschlossenen Auto, das in der Sonne geparkt wird, kann einen solch lebensbedrohenden Zustand hervorrufen. Die Innentemperaturen in einem Fahrzeug steigen in kürzester Zeit auf 80 Grad und mehr. Deswegen sollten Sie im Sommer grundsätzlich überlegen, ob es sinnvoll  ist, ihren haarigen Freund mitzunehmen. Häufig geht es ihm zu Hause an seinem gewohnten kühlen Örtchen deutlich besser.

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Wenn die gemeine Zecke beißt

Freitag, 24. April 2009

Ich sitze an meinem Schreibtisch, die Hunde entspannt zu meinen Füßen. Entspannt? Durch die Nebelwolke meiner Konzentration erreicht ein Störfaktor meine Aufmerksamkeit: Murphy schleckt sich. Jetzt geht mir auf, dass er sich schon minutenlang wie besessen mit der Zunge bearbeitet. Irgend etwas an seiner Körperseite scheint ihn zu ärgern. Alarm!

Tatsächlich stelle ich schnell fest, dass sich eine Zecke in Murphys Haut verbissen hat. Eigentlich kein Grund zur Panik. Häufig bemerken Besitzer diese Parasiten eher zufällig und der Hund scheint sich wenig dran zu stören. Wenn aber ein sensibler Hund versucht, den Schmarotzer zu entfernen, kann das schnell zu ernsten Hautläsionen führen. Und wenn ich sage schnell, dann meine ich schnell. Obwohl Murphy nur wenige Minuten aktiv war, finde ich bereits ein 5

Manchmal muss es eben Halskragen sein

Manchmal muss es eben Halskragen sein

Millimeter großes und ebenso tiefes Loch an seiner Körperseite. Die gemeine Zecke ist im Bemühen, nicht loszulassen, bereits zur Hälfte im Gewebe verschwunden, was sicherlich Schmerzen verursacht und Murphy noch mehr antreibt, sein selbst zerstörerisches Werk fortzuführen.

Was tun? Zunächst muss per Pinzette die Zecke entfernt werden, dann ist die Wunde zu säubern (Agua oxigenada eignet sich gut) und zu desinfizieren. Bei Verletzungen, die durch die obere Hautschicht gehen, kein Jod verwenden. Aus der Naturheilkunde bietet sich verdünnte Calendulatinktur oder Saft der Aloe vera an, beides wirkt antibakteriell und fördert die Wundheilung.

Ganz wichtig dann: Der Hund darf auf keinen Fall weiterhin an der verletzten Stelle knabbern oder schlecken.. Hat er sich erstmal darauf „eingeschossen“, ist es schwierig, ihn davon abzuhalten. Für solche Fälle habe ich immer einen Halskragen zu Hause, den mein Hund dann kurzerhand übergestülpt bekommt. Nein, es gefällt ihm nicht. Ja, es ist das Beste für ihn. Damit er sich nicht selbst auffrisst, müsste ich ohne dieses Hilfsmittel ganztags mit ihm Pfötchen halten, und dazu habe ich keine Zeit. Sie etwa?

Am nächsten Tag ist die Verletzung zwar oberflächlich geschlossen, dennoch finde ich unter der Kruste einen Eiterherd. Vom Umfang her ist die Wunde jedoch nicht größer geworden, die Umgebung ist nur wenig erwärmt und Murphys Allgemeinbefinden sehr gut. Zumindst, wenn man von der störenden Plastikmanschette um seinen Kopf absieht. Regelmäßige Streicheleinheiten helfen ihm darüber hinweg. Leckerlis gibt’s nicht aufgrund seiner Figurprobleme.

Ich spüle die Wunde wie am Vortag und verabreiche Murphy das beste homöopathische Notfallmittel gegen Eiterungen, Hepar Sulfur. Zwei Tage später ist die Verletzung komplett trocken und verkrustet und ganz offensichtig nicht mehr störend für meinen Vierbeiner. Der Halskragen kommt wieder in den Abstellraum. Bis zum nächsten Einsatz.

Übrigens können neben Insektenstichen sogar kleinste Verletzungen durch Dornen oder Grannen zu einer derartigen Überreaktion des Hundes führen. Es kann dann durch das Schlecken und Knabbern ein so genannter „Hot Spot“ entstehen, eine lokale, eitrige Hautentzündung, die sehr plötzlich auftritt und aufgrund ihres Juckens und Brennens den Hund schier in den Wahnsinn treibt. Die betroffene Stelle muss auf jeden Fall geschoren und lokal behandelt werden. Wenn diese Hot Spots häufig auftreten, ist eine homöopathische Konstitutionsbehandlung ratsam. Befallen sind vor allem langhaarige Hunde im Sommer, eine Schur kann vorbeugend wirken.

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Ohrenentzündungen – häufiges Problem

Mittwoch, 18. Februar 2009

„Ohrenzwang“ sagen viele Hundebesitzer, wenn ihre Tiere sich auffällig oft an den Ohren kratzen, eventuell dabei Schmerzäußerungen von sich geben. Die tierärztliche Diagnose lautet in den meisten Fällen Otitis externa, äußere Gehörgangsentzündung, und die Ursachen sind vielfältig.

Rein äußerlich ist vielleicht gar nichts zu sehen, vielleicht aber fällt an der äußeren Hörmuschel Dreck ins Auge. Auf keinen Fall sollte der Besitzer jetzt versuchen, das Ohr mit Wattestäbchen zu reinigen. Durch die Anatomie des Gehörgangs kommt man mit diesem Hilfsmittel sowieso nicht tief genug. Andererseits schiebt man damit den Dreck weiter nach innen und verschließt den Gehörgang noch mehr, was die Entzündung verschlimmern kann.

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Hält der Hund den Kopf schrägt und zeigt ausserdem, dass er Schmerzen hat, könnte ein Fremdkörper im äußeren Gehörgang sitzen

Also – wenn sich der Vierbeiner häufig am Ohr oder an beiden Ohren kratzt, den Kopf schüttelt oder schief hält, eventuell auch Dreck zu sehen ist – ab zum Fachmann. Mit dem Otoskop kann er den Gehörgang bis zum Trommelfell begutachten, was manchmal schon reicht, um die Diagnose zu stellen. Auch die Farbe und Beschaffenheit der Absonderungen gibt Hinweise. Im Zweifel helfen Mikroskopische Untersuchungen weiter.

Und dies sind die häufigsten Ursachen für die Otitis externa:

Ohrmilben sind mit dem Otoskop meist zweifelsfrei festzustellen. Man bezeichnet den Befall auch als Ohrräude. Neben der Reinigung des Ohres empfiehlt sich der Einsatz eines Antiparasitikums. Heutzutage sind das meist Drop-On-Präparate, also Tropfen, die auf den Nacken des Hundes aufgetragen werden und innerhalb weniger Tage für Beschwerdefreiheit sorgen. In der Regel sind beide Ohren betroffen.

Das gilt auch für bakterielle Entzündungen. Durch das Otoskop sieht der Tierarzt, dass die Schleimhaut in den Ohren gerötet ist, vielleicht tritt Eiter aus. Bei fortgeschrittener Entzündung fällt sogar auf, dass die Ohren und die nähere Umgebung sich heiß anfühlen. Dieser Patient hat mit Sicherheit Schmerzen. Schulmedizinisch wird eine derartige Infektion mit Antibiotika behandelt. Aus naturheilkundlicher Sicht ist dies zu vermeiden, denn das bedeutet, die Erkrankung zu unterdrücken. Der Tierheilpraktiker versucht daher, die Ursache zu finden. Das kann zum Beispiel eine Allergie sein. Besonders bei immer wiederkehrenden Ohrenentzündungen ist das Problem unbedingt ursächlich zu behandeln, denn die lokale bzw. äußere Therapie durch antibiotische Salben und Spülungen ebenso wie die generalisierte Therapie mit Antibiotika als Spritzen oder Tabletten heilt nicht die Ursache, sondern bekämpft nur vorübergehend die Symptome, nämlich die Entzündung.

Ob nur einmal oder immer wieder auftretend, homöopathisch ist die Otitis gut therapierbar. Das richtige Mittel zur richtigen Zeit heilt nachhaltig, und bis zur Besserung muss es keinesfalls länger dauern, als bei einer schuldmedizinischen Behandlung.

Auch durch Pilze können Ohrenbeschwerden ausgelöst werden. Da ein Pilz grundsätzlich Zeichen eines schwachen Immunsystems ist, genügt es auch hier nicht, lokal zu behandeln. Man sollte unbedingt durch Homöopathie oder Phytotherapie (Kräuterheilkunde / Nahrungsergänzungsmittel) die körpereigene Abwehr unterstützen.

Es gibt noch den Spezialfall, dass der Hund nur auf einer Seite Ohrenprobleme zeigt, kann ein Fremdkörper Schuld sein. Wenn das Tier ganz plötzlich den Kopf schief hält und beim Anfassen Schmerzen zeigt, dann steckt vielleicht (typisch für Mallorca im Frühsommer) eine Granne im Gehörgang oder ein anderer Fremdkörper. Dieser muss unbedingt entfernt werden, was möglicherweise nur unter Narkose möglich ist. Wird kein Fremdkörper gefunden, kann es sich auch um einen Insektenstich handeln.

Gibt der Tierheilpraktiker oder der Tierarzt Anweisung, die Ohren regelmäßig zu reinigen, empfehlen sich zwei Rezepte aus der Kräuterküche. 20 Tropfen Calendula-Tinktur auf 100 ml Wasser oder Kochsalzlösung reinigt, beruhigt die Schleimhaut und wirkt antibakteriell. Auch ein Teil Apfelessig mit zwei Teilen Wasser ergibt eine wirkungsvolle Ohrspülung. Nur wenn das Trommelfell unbeschädigt ist, gibt man mit Hilfe einer Einwegspritze einige Milliliter der Lösung in den Gehörgang und verteilt durch sanfte Massagen am unteren Ohransatz die Lösung im ganzen äußeren Gehörgang. „Bitte zurücktreten“ empfehle ich, wenn sich der Hund anschließend schüttelt…

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Ach du dicker Hund

Freitag, 13. Februar 2009

Vor wenigen Tagen in der Tierklinik fragte mich ein Herr: „Unsere Hündin, kann es sein, dass sie zu dick ist? Sie kommt kaum noch auf die Couch…“ Es handele sich um eine Schäferhündin, ca. 7 Jahre alt. „Ich sag schon immer zu meiner Frau, dass das nicht gut ist, die Schäferhunde haben doch so oft  Hüftprobleme?“

Er hat die Hündin nicht dabei, so dass ich mich nur theoretisch dazu äußern kann. Nicht nur Schäferhunde, auch alle anderen Hunde haben durch Übergewicht ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen. Da geht’s dem Hundchen wie dem Herrchen – wir Menschen sind bekanntlich auch empfänglich für eine ganze Reihe von Krankheiten (Herz-Kreislauf, Diabetes…) und Störungen am Bewegungsapparat (Knie-, Hüft- oder Wirbelsäulenprobleme…), wenn die Rettungsringe wachsen. Große Hunde, zu denen die Schäferhunde gehören, haben ohnehin eine Disposition zu Altersarthrosen an den Hüft-, Knie- oder Ellbogengelenken. Jedes Gramm Körpergewicht zu viel bedeutet eine zusätzliche Belastung für die Gelenke, und das bringt höheren Verschleiß. Das Problem entsteht schon in jungem Alter – die (schmerzhaften) Auswirkungen sieht man erst in der 2. Lebenshälfte. Doch dann können die Gelenke kaum noch repariert werden.

Um das Körpergewicht zu kontrollieren, hilft vor allem eines: Konsequenz. Hier ein Zitat, das ich in meiner Praxis sehr häufig höre: „Ich weiß, dass er zu dick ist. Aber was soll ich machen? Er kriegt doch kaum was zu fressen!“ Natüüüürlich! Da kann man bestimmt nix machen. Oder? Auch hier heißt es wieder gnadenlos: Wie der Herr so’s Gescherr. Wer zu dick ist, nimmt mehr Energie (=Kalorien) zu sich, als er verbrennt.

Womit zwei Lösungsansätze klar sind. A – weniger Energie aufnehmen und B: mehr verbrennen. Letzteres ist einfach: mehr Bewegung. Nun hat es keinen Zweck, einen adipösen Hund von jetzt auf nun zwei Stunden am Fahrrad zu schinden. Sinnvoll ist ein langsamer Trainingsaufbau. Bisher standen zweimal täglich 20 Minuten Spaziergang an? Erhöhen Sie langsam, zum Beispiel alle 3 Tage um 5 Minuten. Achten Sie darauf, dass Ihr Vierbeiner sich wirklich dabei bewegt, und nicht nur schnüffelnd von Ecke zu Ecke trödelt. Ein leichter Trab ist ein gutes Training für Herz und Kreislauf. Gut wäre es auch, den Hund zum Schwimmen zu bringen, das ist eine sehr gesunde Bewegungsform, die Fett abbaut und Muskeln bildet. Ist Ihr Hund noch jünger, kann man sich vielleicht mit anderen Hundebesitzern zu Spielstunden verabreden. Das bedeutet für Zwei- wie für Vierbeiner Abwechslung und soziales Miteinander. „Mein Hund hat ja Platz auf dem Grundstück, der kann doch so viel laufen, wie er will“, höre ich gerade eine faule Ausrede. Meine Antwort: Der kann sich bewegen, aber warum sollte er? Er muss nicht jagen um satt zu werden, sein Territorium bewacht der Chef (der Mensch). Animieren Sie Ihren Liebling durch Spiel oder Spaziergang. Hunde lieben neue Eindrücke! Im Zweifel tut Ihnen die zusätzliche Bewegung auch gut?

Nicht erst bei so ausgeprägtem Übergewicht drohen dem Vierbeiner gesundheitliche Konsequenzen

Nicht erst bei so ausgeprägtem Übergewicht drohen dem Vierbeiner gesundheitliche Konsequenzen

Und jetzt die Futterfrage. „Er bekommt nur morgens und abends eine kleine Handvoll Trockenfutter“. Sehr gut. Dann lassen Sie ab sofort die Leckereien zwischendurch weg. Ich kenne Hunde, die bekommen täglich so viele Leckerlies, dass davon ein zweiter Hund existieren könnte. Und das soll nicht dick machen?

Wenn es nicht an den Belohnerlis liegt, gibt es nur eines: Die Futtermenge – so gering sie auch erscheinen mag – muss verringert werden. Ein Drittel weniger hört sich hart an, ist aber garantiert erfolgreich. Vielleicht ist es sinnvoll, das Futter zu wechseln. Es gibt spezielle Diätfutter fertig zu kaufen. Dann aber nicht die Menge erhöhen! Achten Sie grundsätzlich auf die Dosierungshinweise auf den Packungen, aber denken Sie daran, das sind Durchschnittswerte. Was für einen Hund genau richtig ist, kann beim nächsten zu Fettleibigkeit führen.

Oder ersetzen Sie die Hälfte des Trockenfutters durch Magerquark oder fettarmen Hüttenkäse mit geraspeltem Gemüse, etwa Mohrrübe, grünem Salat oder Zucchini. Wie, das frisst er nicht? Dann ist er nicht hungrig! Stellen Sie sein Futter einfach weg bis zur nächsten Fütterungszeit. Keine Sorge – Ihr Hund verhungert nicht, selbst wenn kein Futter herumsteht. Zumindest in Westeuropa leiden mehr Hunde durch Übergewicht als durch Hunger.


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Hundekauf – welches Tier passt zu mir?

Sonntag, 1. Februar 2009

Die Entscheidung ist gefallen: Ein Hund soll ins Haus. Doch woher nehmen? Natürlich kann man hier in Spanien in vielen Zoohandlungen und sogar Kaufhäusern die verschiedensten Kleintiere kaufen. Auf  Bestellung werden fast alle Rassen in kurzer Zeit besorgt. Doch dies geht für das Tier nicht immer gut aus. Manche Händler importieren die Welpen aus dem Ausland. Damit sie möglichst lange niedlich sind, werden sie viel zu früh von der Mutter getrennt, so jung, dass sie noch nicht einmal geimpft werden können. Danach folgt ein für das kleine Wesen qualvoller und stressiger Transport. Alles zusammen belastet die jungen Tiere sehr, ihre Immunabwehr – ohnehin noch wenig ausgebildet – bricht völlig zusammen, sie werden krank, viele überleben nicht.

Gute Wahl: ein Hund aus dem Tierheim (hier: Naddel und meine Nichte Luisa)

Der beste Freund des Menschen kann auch aus dem Tierheim stammen, wie Naddel (hier mit meiner Nichte Luisa)

Die Haltungsbedin- gungen in Super-märkten oder Tierhandlungen sind ein weiterer Aspekt. Ein Hundewelpe gehört nicht in einen Glaskasten, schon gar nicht alleine und das womöglich wochenlang. Ausgerechnet in der Prägungs- phase wird das Jungtier isoliert. Es geht wichtige Zeit verloren, in der es soziales Verhalten lernen sollte, in der es normalerweise von der Mutter, den Geschwistern, auch vom Menschen Zusammenleben und Rudelgesetze erfährt. Zudem fehlt dem Hundekind die Möglichkeit, sich körperlich zu entwickeln, denn dazu gehören rennen, spielen, die Welt entdecken. Seine Muskulatur wird ebenso ungenügend entwickelt wie die Sinnesorgane.

Oft werden dann die Welpen aus Mitleid gekauft, aus ihrem gläsernen Gefängnis befreit. Zu bedenken ist aber, dass so dieser Glaskasten frei wird – für das nächste niedliche Hundebaby, das auf mitleidige Käufer wartet. Aus dem gleichen Grund rate ich davon ab, Welpen auf Wochenmärkten zu kaufen. Je besser das Geschäft für die Tiervermehrer dort läuft, desto mehr Tiere werden produziert. Die Haltungsbedingungen der Zuchthündinnen sind häufig mehr als beklagenswert. Doch auf dem Markt sieht man nur das knuddelige Hundekind…

Ich empfehle daher, Welpen – wenn es denn ein Rassehund sein soll – vom seriösen Züchter zu kaufen. Man achte nicht nur auf Sauberkeit, sondern auch auf das soziale Umfeld. Ist der Welpe mit Mutter, Geschwistern, vielleicht sogar Vater zusammen? Hat er ausreichend Kontakt zu den Züchtern, so dass er ein menschenfreundliches Wesen entwickeln wird? Ist er geimpft und entwurmt – und wird dies durch einen Impfausweis mit Stempel und Unterschrift des Tierarztes bestätigt? Hat der Züchter ein liebevolles Verhältnis zu der Hundefamilie, oder ist es ein „Hundeproduzent“, der viele Rassen in Massen vermehrt?

Wie wär’s mit einer wirklichen guten Tat? Holen Sie ein Tier aus dem Heim oder lassen Sie sich ein „Waisentier“ von einer seriösen Tierschutzorganisation vermitteln. Vielleicht muss es ja gar kein Rassetier sein? Mischlinge sind häufig widerstandsfähiger und gewitzter als reinrassige Hunde. Und viele ehemalige Heimtiere haben ein ganz besonders inniges Verhältnis zu ihrem Besitzer und Lebensretter.

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Fit im Alter mit Homöopathie

Sonntag, 1. Februar 2009

Altwerden ist keine Krankheit, aber leider kommt häufig das Eine nicht ohne das Andere. Was kann man tun, um seinem Vierbeiner das Altern zu erleichtern? Die Homöopathie bietet bewährte Mittel.

Wichtig ist beim alternden Haustier ein regelmäßiger Check beim Tierarzt, mindestens einmal jährlich. Dabei wird der Vierbeiner sprichwörtlich auf Herz und Nieren untersucht. Denn diese Organe leiden am häufigsten an Abnutzung oder Ermüdung.

Vor allem für alte Tiere ist Gesundheit wichtig

Vor allem für alte Tiere ist Gesundheit wichtig

Doch nun zu den gewöhnlichen altersbedingten Problemen: Wenn Ihr alternder Liebling einen insgesamt schlappen Eindruck macht und eine spezielle Ursache vom Tierarzt ausgeschlossen wurde, kann Arnica C200 vitalisierend wirken. Nur einmal wöchentlich gibt man dem Hund davon zehn, der Katze fünf Globuli ein (in wenig Wasser auflösen und pur ins Maul).

Altert das Tier nach einer überstandenen Krankheit sehr schnell, wirkt es ausserdem erschöpft, sieht struppig aus, sucht die Wärme und ist nachts unruhig, kann Arsenicum album C30 für neue Lebenskraft sorgen. Crataegus D1 wird gegeben, wenn das Herz Schwächen zeigt. Auch Kalium carbonicum D4 wirkt kräftigend auf Herz und Niere, auch begleitend zur schulmedizinischen Therapie, etwa wenn sich infolge der Herzschwäche Wasser in Lunge oder Bauchhöhle sammelt.

Hat das Tier auffallend stärkeren Durst als früher, kann dies auf Mercurius hinweisen. Sollte der Tierarzt in diesem Zusammenhang eine Niereninsuffizienz diagnostizieren, ist diese Arznei angezeigt. Bei Nierenschwäche ohne Durst kommt eher Lycopodium C30 in Frage. Auffallend ist hier, dass der Patient immer schon nach wenigen Bissen satt ist, der Kot knollig und die Blähungen kaum zu ignorieren.

Kommt es bei Ihrem Vierbeiner zu Altersvergeßlichkeit, besonders bei früh alternden Rassen, ist er ausserdem launisch und träge, dann gibt Barium carbonicum D12 noch eine Gnadenfrist. Es kann sehr gut durch Ambra D6 ergänzt werden. Die Vergesslichkeit kann sich zum Beispiel äußern dadurch, dass das Tier nicht mehr weiß, auf welcher Seite sich die Tür öffnet. Oder die Katze vergisst, wo ihr Klo steht. Oder wie eine Patientenbesitzerin  über ihren Hund erzählt: „Da hat er auch manchmal plötzlich auf der Strasse gestanden, komisch geguckt, die Richtung gewechselt und ist ganz treu und doof anderen Leuten hinterher gelaufen…“

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Unterstützung für die Rekonvaleszenz

Sonntag, 1. Februar 2009

Natürlich macht sich jeder Hunde- oder Katzenbesitzer Sorgen, wenn eine Operation seines Vierbeiners ansteht, zum Beispiel eine Kastration. Die Homöopathie bietet Möglichkeiten, den Eingriff für Hund und Katze erträglicher zu machen.

Als gute Operationsvorbereitung geben Sie Ihrem Vierbeiner beginnend zwei Tage vorher abwechselnd Arnika D6 und Hyperikum D6. Der Abstand zwischen den einzelnen Gaben sollte idealer Weise drei Stunden betragen, wenn dies nicht praktikabel ist, empfehle ich die Verabreichung wenigstens 3 mal täglich. Auch nachdem der Patient aus der Narkose erwacht ist, fährt man mit dieser Kur fort, hier sind häufige Gaben besonders wichtig. Zwei Tage nach der OP vergrößert man die Abstände auf 2 bis 3 mal täglich und macht so noch 5 Tage weiter.

Was das bewirkt: Arnika verringert Blutungen und Blutergüsse sowie Schwellungen. Zudem hat es eine kreislaufstützende Wirkung. Hyperikum vermindert die Schmerzhaftigkeit. Beides zusammen bewirkt eine schnellere Regeneration des Gewebes und beschleunigt damit die Heilung. Diese Kur ist deshalb vor und nach allen operativen Eingriffen (auch Zahnextraktionen) ebenso wie nach Unfällen sinnvoll.

Mit homöopathischen Mitteln läßt sich die Heilung nach Verletzungen, Operationen oder Krankheiten beschleunigen

Mit homöopathischen Mitteln läßt sich die Heilung nach Verletzungen, Operationen oder Krankheiten beschleunigen

Auch andere Homöopathika sind empfehlenswert, um einen tierischen Patienten nach Krankheiten oder Verletzungen wieder auf die Beine zu bringen. China hat sich bewährt zur Rekonvaleszenz nach starkem „Säfteverlust“, verursacht durch Blutungen, Erbrechen oder Diarrhoe. Man gibt es zweimal täglich in der Potenz C30. Ist das Tier nach einem schweren Eingriff besonders schwach, hilft ihm Acidum phosphoricum, bei auffallender Blässe der Schleimhäute gibt man besser Ferrum phosphoricum, das die Blutbildung anregt. Um nach lang andauernden und hoch dosierten Medikamentengaben die Leberfunktion zu unterstützen, empfehlen sich Lycopodium oder Arsenicum album. Auch Carduus marianus ist ein gutes Leberschutzmittel, das schon begleitend zu anderen Medikamenten vorbeugend einzusetzen ist.

Nach Knochenbrüchen oder Knochenoperationen verstärkt Symphytum die Heiltendenz. Schlecht heilende Wunden brauchen Calendula-Salbe äußerlich und Staphisagria C30 innerlich. Eine hervorragende Unterstützung bietet hier die Therapie mit Laserlicht, das die Zellteilung und damit die Heilung des Gewebes beschleunigt. Wenn man die Operations- oder Wundnarbe mehrmals mit Laserenergie bestrahlt, beugt man ausserdem energetischen Beeinträchtigungen durch das Granulationsgewebe vor.

Auch aus dem Bereich der Bachblütentherapie gibt es wirksame Rezepte, um Krankheits- oder Operationsfolgen zu beeinflussen. Wenn zum Beispiel das Tier sich selbst aufgibt, keinen Lebenswillen mehr zeigt, kann die richtige Blütenmischung seinen Lebensmut wieder aktivieren. Auch Spätfolgen wie Ängste durch schlechte Erfahrungen lassen sich mindern. Sprechen Sie darüber mit einem Therapeuten.

Bitte beachten Sie die Hinweise zur Tierheilpraxis