Archiv für die Kategorie „Tierheilpraxis“

Heilende Bissverletzung

Sonntag, 6. Mai 2012

Schon seit geraumer Zeit hinkt Campino – anfangs so wenig, dass außer mir niemand etwas sah, inzwischen aber erkennen auch Nicht-Hundekenner, wie beim Traben sein Köpfchen nickt. Das Röntgenbild zeigt, dass Elle und Speiche miteinander verwachsen sind, vermutlich durch einen alten Bruch oder durch extreme Mangelernährung im Welpenalter. Durch diese Knochenverformung verkürzt und verhärtet sich mit der Zeit der Muskel, was zu Schmerzen führt. Teufelskralle als natürlicher Entzündungshemmer brachte leider keine Verbesserung. Derzeit gebe ich Campino ein homöopathisches Komplexmittel, wobei die Wirkung erst nach einigen Wochen eintritt. Mit härteren „Drogen“ muss ich vorsichtig sein aufgrund Campinos Leishmaniose-Erkrankung.

Zudem waren wir bereits mehrfach zur Physiotherapie, bisher ohne sichtbare Verbesserung, wobei eine Reaktion auf Magnetfeldtherapie immer erst nach mindestens vier Sitzungen zu sehen ist. Immerhin verbringen Campino und ich so mehr Zeit zu zweit, was das Vertrauen unseres Angst-Hundes weiter fördert. Wir machen damit weiter. Es sei denn, durch den heute angesetzten Blutegel wird Campino komplett lahmfrei. Das kann schon heute der Fall sein oder in einigen Tagen. Und wie immer – eine Garantie gibt es nicht, aber ein Versuch ist es wert.

Campino war sehr tapfer und hielt geduldig still, bis nach etwa 40 Minuten der Egel dick und satt von seinem Bein herunter fiel. Blöd findet er nur den Verband am Bein, den würde er am liebsten abnagen, akzeptiert aber mein Verbot. Zumindest solange ich in der Nähe bin. Also behalte ich ihn heute mal durchgehend im Auge und tröste ihn mit dem einen oder anderen Leckerli. Infos zur Blutegel-Therapie gibt es hier. Tja, dann warten wir mal ab…

Konditionierter Psychoterror

Mittwoch, 7. März 2012

Das Thema Juckreiz durch eine Allergie hatte ich schon einmal ausführlich erörtert (KLICK). Wenn der Hund sich aber auffallend häufig kratzt, muss das nicht zwingend auf eine allergische Reaktion hinweisen. Vielleicht gibt es überhaupt keine organische Ursache: Möglicherweise will er nur kommunizieren. Dieses Verhalten entsteht durch Konditionierung durch den Menschen. Problem – der merkt möglicherweise gar nicht, was vor sich geht.

Auch Murphy hat begriffen, wie man als Hund auf sich aufmerksam macht

Klienten von mir fragten mich um Rat, weil ihre kleine Hündin „sich immer so schrecklich kratzt“. Der Tierarzt habe nichts gefunden. Genaues Nachfragen ergab, dass Lulu offenbar vor allem vormittags unter Juckreiz litt – während Frauchen den Haushalt erledigte und sich nicht um die kleine Mix-Hündin kümmerte. Die Beschwerden wurden heftiger, je häufiger die Besitzerin Lulu verbot, sich zu kratzen.

Alles klar? Lulu verlangt Aufmerksamkeit. Sie ist die Prinzessin und will wahrgenommen, beschäftigt, gehätschelt werden. Und zwar immer. Und auf jeden Fall sofort. Es ist ihr lieber, jemand schimpft mit ihr, als dass sie nicht beachtet wird. Es ist übrigens nicht ungewöhnlich, dass negative Aufmerksamkeit einen ähnlichen Effekt hat wie Lob – also immer Vorsicht, in welchen Situationen man auf den Hund eingeht. Im Zweifel kommt man mit konsequenter Ignoranz weiter.

Ich riet ihrem Frauchen, Lulu morgens ein Kaustäbchen zu geben, so dass die Kleine Beschäftigung hatte, während die Schlafzimmer hergerichtet wurden. Bingo – der morgendliche Juckreiz war geheilt. Wenn es doch immer so einfach wäre!

Auch unser Murphy versucht immer wieder, uns mit Kratzattacken zu beeindrucken. Ein, zwei Jahre lang hat es geklappt, denn früher hatte er aufgrund seines Leberproblems tatsächlich quälende Phasen, und er hatte schnell gelernt, dass wir ihn beachten, wenn er sich scheuert und knabbert. Inzwischen weiß ich aber, dass er sich möglichst auffallend kratzt, wenn er etwas Bestimmtes möchte und Hilfe braucht. Zum Beispiel, wenn er auf die Couch springen will, aber nicht weiß, ob Naddel das erlaubt (lachen Sie ruhig, so eine Rudelchefin kann ganz schön tyrannisch sein). Ich muss dann Naddel die Augen zuhalten und Murphy mit einem motivierenden „Hopp“ auf die Couch bitten – dann juckt es ihn auch nicht mehr. Insofern habe ich mich auf diese Art Kommunikation mit ihm eingelassen. Denn: Früher hätte er in solchen Situationen aus Frust in eine Zimmerecke gepieselt – raten Sie mal, was mir lieber ist… Wenn Murphy aber zu häufig seine tyrannischen Kratzanfälle pflegt, „heile“ auch ich ihn durch absolute Ignoranz.

Prozessionen unterwegs…

Sonntag, 4. März 2012

…wobei es sich nicht um religiöse Aufmärsche handelt, und beten hilft hier auch nur bedingt: Die Prozessionsspinnerraupen sind wieder unterwegs, was für Tierhalter auf Mallorca ein jährlich wiederkehrender Grund zur Sorge ist. Durch die vorübergehende Kälte verlängert sich in diesem Jahr die aktive Saison. Nähere Informationen über die Gefahr durch die haarigen Raupen  finden Sie hier. Wenn Sie wissen wollen, was im Falle eines Falles zu tun ist, klicken Sie gleich hier.

Technische Probleme

Montag, 1. August 2011

Als hätte man sonst nix zu tun… Das Homöopathie-Lexikon ist zwar online, aber die Links führen ins Leere, sprich: auf eine 404-Seite. Sorry! Wir arbeiten dran, kann aber noch 1 – 2 Tage dauern. Sonst müssten wir unsere Pfotenpower-Powerpfoten vernachlässigen, und das will keiner!

Homöopathie-Lexikon jetzt online

Sonntag, 31. Juli 2011

Es ist vollbracht – das Pfotenpower-Lexikon der Tierhomöopathie ist online!  Wir stellen Ihnen hier die wichtigsten homöopathischen Mittel vor, die Tierhalter in ihrer Hausapotheke bevorraten sollen. In vielen Fällen können Sie damit ihrem Liebling schnell eine erste Hilfe leisten, wenn es krank oder verletzt ist.

Ganz wichtig: Die Beschreibungen der Wirkungsweisen haben maximal einen informativen Charakter. Keinesfalls reichen sie aus, um Krankheiten zu diagnostizieren oder zu heilen. Die Beiträge ersetzen NICHT den Gang zum Tierheilpraktiker oder Tierarzt. Beachten Sie bitte auch in jedem Fall die Hinweise auf der Einleitungsseite: Hier kommen Sie zur Einleitung und Übersicht

EU-Verbot von Heilkräutern?

Donnerstag, 21. April 2011

Was im Internet so alles passiert. Bekomme ich heute ein e-mail. Inhalt:  “Die EU will Ende April Heilpflanzen verbieten. Bitte sieh Dir dieses an: LINK .  Ich finde es wichtig und dringend, die Petition zu unterschreiben und weiterzuleiten.”

So so. Der Link führt mich auf eine Seite, die ein Video zeigt. Ein langesVideo, aber immerhin informativ. Die Inhalte zu überprüfen, kostet ziemlich Arbeit – vor allem muss man beim Gucken entweder fleißig Notizen machen, oder das ganze Video noch einmal ansehen, denn es gibt weder Pausenklicker noch Anzeige, wieviel Zeit seit Anfang vergangen ist. Es gibt nicht einmal einen Hinweis darauf, wie lange das Filmchen eigentlich insgesamt läuft. Sowas ärgert mich.

Fenchel ist ein bekanntes natürliches Heilmittel. Soll auch dieses verboten werden?

Darüberhinaus erscheint auf der Seite kein Hinweis darauf, wer hinter dieser Aktion steckt. Irgendwann erscheint ein Button, auf den ich klicken möge, um meine Empörung auszudrücken. Ich klicke mal drauf, denn empört bin ich, einmal über die Aussage, dass Heilpflanzen verboten werden sollen, und dann über das Auftreten dieses Webauftritts. Immerhin, auf der Folgeseite gibt es einen Hinweis darauf, wer diese Petition verursacht und dass man sich der sensiblen Frage des Datenschutzes bewußt ist. Ich bin dann mal gnädig und unterstütze die Petition, sogar mit Angabe meiner echten Daten. Vorher guugel ich noch schnell “EU verbietet Heilpflanzen” und finde heraus, dass die geplante Richtlinie einerseits, wenn man es so möchte, einen Beitrag zum Verbraucherschutz leisten kann, andererseits aber vermutlich die mit vielen Euros und Dollars gesegnete Pharmalobby mit Verabschiedung der Richtlinie einen großen Erfolg verbuchen könnte, denn je weniger Kräuter als Heilmittel angepriesen werden können, desto besser klappert die Kasse beim Verkauf pharma-chemischer Produkte in den Apotheken.

Dass die Richtlinie, die im Übrigen nur den Handel mit Heilkräutern einschränken will, schon Ende April – also in 9 Tagen – beschlossen werden soll, finde ich auch mal wieder Klasse. Entweder die EU-Organe mauscheln rum und gehen erst an die Öffentlichkeit, wenn Drohungen von zu vielen Seiten kommen, oder die Aktivisten “dagegen” sind etwas später aufgestanden, wie so häufig. Schon schade. Nun hoffe ich, dass auf diesem Wege doch noch einige Interessierte die Petition unterstüzten werden. Denn ohne Heilkräuter geht es wirklich nicht, sage ich mit 15 Jahren Erfahrung als Tierheilpraktikerin.

Wer sich den Film sparen und gleich unterstützen will, hier ist der direkte Link zur Petition

Dicker Kopp

Freitag, 1. April 2011

Kiek mal – hat Naddel sich als Rottweiler verkleidet? Karneval ist doch schon länger vorbei? Oder nennt man sowas einen dicken Kopf? Dass sie ein Dickkopf ist, wissen wir doch auch ohne sichtbare Beweise…

Spaß beiseite – wir haben einen ganz schönen Schrecken bekommen. Vorgestern war’s, als die Kleine nach dem Nachmittags-Spaziergang schon im Auto anfing, Kopf und Ohren zu reiben, ein Zeichen für Juckreiz. Als ich sie anschaute – Schockschwerenot! Der Kopf war geschwollen, dass Naddel kaum noch aus den Augen sehen konnte!

Naddel mit dickem Kopp... da hat wohl etwas zugestochen

Mein erster Verdacht: Kontakt mit der Prozessionsspinnerraupe. Die Schleimhäute an Mund und Nase waren aber nicht betroffen, denn dann hätte sie gehechelt, gespeichelt, auch Atemnot hätte eintreten können. Bis auf das Jucken aber ging es Naddelchen ganz gut. Ich versorgte sie Minuten später zu Hause homöopathisch und beobachtete sie in den nächsten Stunden sehr genau. Es wäre nicht Naddel, wenn sie nicht fürchterlich leidend und schlecht gelaunt agiert hätte, aber da ich sie schon einige Jahre kenne, merkte ich bald, dass nichts allzu Schlimmes war. Und zwei Stunden später war der Kopf schon wieder fast abgeschwollen. Nur das Doppelkinn hielt sich bis gestern abend.

Ob’s die gefährliche Raupe war, oder ob ein anders Insekt zugestochen hat – wer weiß. Kontakt mit einer giftigen Pflanze schließe ich aus, da unser Dackel-Mix-Mädchen aus alt-bekannten Gründen an der Leine und somit stramm zu meinen Füßen gegangen war.

Da solche plötzlichen allergischen Reaktionen immer mal eintreten können,  finden Sie hier Informationen zur Ersten Hilfe bei Insektenstichen . Und hier zu Verletzungen durch die Prozessionsspinnerraupe. Ganz wichtig – wenn Sie sich nicht sicher sind, fahren Sie lieber früher zum Tierarzt als zu spät.

Natur heilt Husten

Mittwoch, 2. März 2011

Winter auf Mallorca – wir kriegen zwar selten Frost, aber bei  nur 10 Grad und Regen haut’s schon manchen um. Am Samstag überraschte uns ein Regenschauer beim Spaziergang. Gleich im Auto rubbelte ich Naddel trocken und setzte sie zu Hause vor die Heizung. Nützte aber nicht viel, am Sonntag begann sie heftig zu husten. Wie kann man nur so empfindlich sein! Nun kenne ich das Schnaddel-Naddelchen ja schon länger, deswegen stand ihre Therapie gleich fest.

Husten haut das Naddelchen um

Wärme, viel Liebe und einige Heilmittel aus der Natur-Apotheke halfen Naddel ganz schnell

Homöopathisch ist “ihr Mittel” bei Husten nach Kälte und Nässe Dulcamara. Das sollten Sie aber bitte nicht grundsätzlich bei Husten anwenden, denn neben der Causa müssen auch einige andere Dinge stimmen. Warum, erfahren Sie HIER . Zur Unterstützung wendete ich wie üblich folgendes an: Salbeitee mit Honig, Umckaloabo oder Propolis oder Echinacea, ein Schal um den Hals, keine Anstrengung und den Hund warm halten. Bingo! Schon gestern, am Dienstag, war kein Hüsteln mehr zu vernehmen.

Diese genannten Heilmittel aus der Natur empfehle ich grundsätzlich bei beginnendem Husten. Ist das Allgemeinbefinden sehr schlecht, stellt sich vielleicht sogar Fieber ein (beim Hund ab 39 Grad), sollten Sie doch Ihren Tierheilpraktiker oder Tierarzt konsultieren.

Und das Naddelchen kriegt ab sofort den Mantel an, wenn dunkle Wolken nahen.

Bitte beachten Sie die Hinweise zur Tierheilpraxis

Wenn’s vorne juckt und hinten beißt

Mittwoch, 8. September 2010

Es ist zum wahnsinnig werden: Der Hund kratzt sich unaufhörlich. Links, rechts, an den Pfoten und am Hals, und zwischendurch beißt er sich in den Allerwertesten. „Bestimmt hat er eine Allergie“, vermutet die Nachbarin. Hatte ihrer schließlich auch. Ist auch möglich. Doch zunächst wird der Tierarzt abklären, ob andere Ursachen vorliegen. Parasiten, Stoffwechselstörungen, Hautentzündung, hormonelle oder psychische Probleme.

Wird dennoch eine Allergie diagnostiziert, fragt sich natürlich, wogegen. Häufig kann man schon aufgrund der Symptomatik die Art der Allergie eingrenzen: Sowohl  Kontaktallergie, Futtermittelunverträglichkeit als auch Atopie (ähnlich der menschlichen Neurodermitis) produzieren typische Beschwerden. Beispiel: Juckt sich Bello an Bauch und Pfoten, nachdem er eine neue Schlafdecke hat, stehen Diagnose und Therapie fest: Kontaktallergie gegen die neue Decke – die muss sofort raus. Wenn’s doch immer so einfach wäre! Oft genug reagiert der Vierbeiner nämlich gleich auf  mehrere Stoffe allergisch.

Und wie kann man dem Tier helfen? Ein Angebot aus der Naturheilkunde ist die Gegensensibilisierung, die sich besonders bei multiplen Allergenen anbietet, die nicht vorher bestimmt werden müssen. Hier wird ein wenig Blut des Allergikers modifiziert und homöopathisch aufbereitet. Die entstandenen stark verdünnten und potenzierten Lösungen werden dem Patienten nach einem genauen Therapieplan in Form von Injektionen oder Tropfen verabreicht. Diese Therapie bietet den Vorteil, dass die allergische Reaktion selbst, die ja eine Überreaktion des Immunsystems ist, gemildert oder beseitigt wird, egal gegen wie viele Substanzen sie sich richtet. Zur Unterstützung der Gegensensibilisierung wird das Tier homöopathisch behandelt. Auch verschiedene Nahrungsergänzungsmittel können Linderung schaffen.

Genau wie Menschen können auch Haustiere auf verschiedenste Stoffe - darunter viele pflanzliche - allergisch reagieren

Eine homöopathische Behandlung sollte der Besitzer eines Allergikers auf jeden Fall in Erwägung ziehen. Der Weg ist vielleicht nicht kurz, aber keine schulmedizinische Therapie geht das Problem an der Wurzel an und heilt, anstatt zu unterdrücken. Wichtig ist, zu einem Therapeuten zu gehen, der klassisch homöopathisch arbeitet. Viele Tierärzte und auch manche Tierheilpraktiker arbeiten nur mit vorgefertigten Komplexmitteln, deren Wirkung nicht ausreichend ist.

Schulmedizinisch wird gelegentlich eine Desensibilisierung versucht: Im Verlauf einer Injektions-Kur wird der Organismus mit immer größeren Mengen des Allergens konfrontiert, an die er sich schließlich gewöhnen soll. Das dauert viele Monate und die Erfolge sind meist eher bescheiden.

Wenn wirklich überhaupt nichts hilft, bleibt nur noch, den Juckreiz mit Medikamenten zu unterdrücken, etwa mit Anti-Histaminika und Kortisonen. Ein dermatologisch versierter Tierarzt weiß diese Medikamente so einzusetzen, dass die Nebenwirkungen vertretbar bleiben.

Stellt sich die Frage, ob man Allergien vorbeugen kann. Wichtig ist, das Immunsystem zu trainieren. Wenn bei jeder Kleinigkeit Antibiotika und andere unterdrückende Medikamente gegeben werden, wird die körpereigene Abwehr unterfordert. Als Folge kann passieren, dass sie überreagiert und sich die Abwehr gegen ungefährliche Stoffe richtet – das ist dann die allergische Reaktion. Eine homöopathische Therapie regt das Immunsystem an und trainiert es.

Noch zwei Tipps: Kaufen Sie keine Tiere von Rassen, bei denen die Anfälligkeit für Allergien bekannt ist. Ihr Tierarzt kann Sie beraten. Und: bei der Hygiene nicht übertreiben. Ein Hund ist kein Kind und muss nicht wöchentlich oder gar täglich gebadet werden. Im Gegenteil – das ist höchst schädlich für seine Hautflora, die zu den wichtigsten Immun-Organen gehört. Daher: Einen gesunden Hund badet man höchstens zweimal im Jahr (und natürlich, wenn er sich in Aas gewälzt hat…).

Bitte beachten Sie die Hinweise zur Tierheilpraxis

Erste Hilfe bei Insektenstichen

Donnerstag, 9. Juli 2009
wespennest

Spielzeug für manche Tiere, kann aber schmerzhaft werden: die Wespe

Früher Abend auf der schattigen Veranda. „Charly hat was“, unterbreche ich unsere Unterhaltung. El Blondino reibt mit seiner Pfote an der Nase, schüttelt den Kopf, schleckt immer wieder mit der Zunge über den Nasenspiegel. Ein Blick, tatsächlich – ich finde einen Stachel, winzig klein, aber doch zu sehen. „Na, haben wir wieder Insekten gejagt?“ Der Stachel lässt sich ohne Pinzette entfernen und Charly ist wieder beruhigt. Wir zunächst auch.
Eine halbe Stunde später ist seine Schnauze auf beinahe doppelte Größe angeschwollen. Durch das rechte Nasenloch kann er kaum noch atmen. Wenn die Schwellung noch zunimmt… wenn sie auch den Rachenraum betrifft – er könnte ersticken. Schnell greife ich zur homöopathischen Notfallapotheke. Einige Globuli Apis in eine Kanüle und 2 ml Wasser dazu. Durch Schütteln erreiche ich, dass sich die Kügelchen schneller auflösen. Und zack, die Lösung pur ins Maul. Inzwischen hat Christian schon eine Kühlpackung in ein Geschirrtuch gewickelt und kühlt damit vorsichtig Charlys Riesenschnute, was sich dieser gern gefallen lässt.
Mir fällt ein Erlebnis mit einem Wespennest ein, das ich eines Tages vor Jahren an der Gartenbank fand. Im gleichen Moment, als ich es entdeckte, hatte schon Dackel Felix seine Nase vorwitzig Richtung Nest gesteckt und musste sofort büßen. Ich schnappte ihn mir zwecks homöopathischer Erstversorgung. In der Zwischenzeit muß wohl Dackel Einstein geschaut haben, was los ist. Er saß plötzlich mit hängenden Ohren, vorwurfsvoll den Kopf schüttelnd neben meinen Füßen.  Während ich Einstein behandelte, war Kater Anton neugierig geworden. Schon rieb auch er vorwurfsvoll sein Näschen mit der Pfote – mein nächster Patient. und noch bevor ich mit Anton fertig  war, trat schon Kater Winzig auf den Plan. Autsch! Auch ihm verabreichte ich die aufgelösten Apis-Globuli.

Von der Wirkung der Homöopathie war ich an diesem Tag – mal wieder – selbst fasziniert. Keines meiner vier Wespenopfer entwickelte eine auffällige Schwellung, und auch die lokalen Schmerzen schienen schnell zu verschwinden. Um das Wespennest machten machten fortan dennoch alle einen großen Bogen.

Zurück zu Charly. 15 Minuten nach erster Gabe der Apis-Lösung wird seine Schnauze schon wieder kleiner. Auch die Nase ist wieder geöffnet. Das Kühlen akzeptiert er jetzt nicht mehr, er möchte jetzt bitte beleidigt, leidend und bemitleidet auf den Fliesen liegen. Lange hält er das nicht durch – als Naddel und Murphy lautstark kundtun, dass ein fremder Hund am Haus vorbeiläuft, vergisst der Blonde sein Leiden und schließt sich der Torwache an – als wäre nichts gewesen.
Und hier ist die Einkaufsliste für die Hausapotheke:
Das beschriebene Apis ist das am besten wirkende Mittel bei Insektenstichen, die eine ödematöse Schwellung, lokale Hitze und Schmerz zur Folge haben.
Ledum gibt man, wenn später entdeckt wird, dass es an der Stichstelle zu einer Verhärtung oder auch bläulichen Verfärbung kommt und wenn Druckschmerz festzustellen ist.
Bei Staphisagria herrscht starker Juckreiz vor, der auf eine Insektenstichallergie schließen lässt. Die Schmerzempfindlichkeit des Patienten ist sehr groß.
Urtica urens zeigt ein Bild wie nach Brennesselkontakt mit juckenden kleinen Bläschen.
Alle Mittel sollten in kleiner Potenz (Spanien: 5CH, Deutschland: D6) als Globuli griffbereit stehen. Im Notfall löst man 5 – 6 Globuli auf in 1 bis 2 ml Wasser (das geht gut in einer Spritze ohne Nadel) und tröpfelt die Lösung pur ins Maul.

Und hier noch Tipps zu Zeckenbissen, Dornenstichen und Hotspots

Bitte beachten Sie die Hinweise zur Tierheilpraxis