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Akupunktur für Tiere

Sonntag, 25. Januar 2009

„Da sticht man Nadeln in den Hund, und das soll helfen?“ Skeptisch blickt mich die Hundehalterin an. Minuten später ist sie schon zur Hälfte beruhigt: Ihre „Fosca“ hat kaum gezuckt, als die dünnen Spezialnadeln in ihre Rückenmuskulatur glitten. Und noch während sie aussieht wie gespicktes Kaninchen, entspannt sie sich sichtlich, so dass selbst Frauchen sieht: Das tut gut, das lindert den Schmerz.

Chinesisch heißt diese Therapieform „Zhen Jiu“, wörtlich übersetzt „stechen, brennen“. Durch die Reizung der Haut mit Nadelstichen wird der energetische Fluß im Körper ins Gleichgewicht gebracht, denn ein Ungleichgewicht der Energie, so der Hintergrund, führt zu Störungen, zu Krankheit.

Akupunktur - die Sache mit dem Pieks

Akupunktur - die Sache mit dem Pieks

Die Energie des Körpers fließt in den sogenannten Meridianen, gedachten Körperlinien, auf denen sich die meisten Akupunktur- punkte befinden. Bei einer gesundheitlichen Störung wird zunächst festgestellt, welcher Meridian  und welche Punkte auffällig sind. Und darauf baut sich die Akupunkturtherapie auf. Zeigt ein Punkt „Fülle“? Dann heißt es: Energie ableiten, den Stau auflösen. Fühlt der Therapeut an einer Körperstelle „Leere“? Hier muß Energie zugeführt werden, um zur Heilung zu gelangen. Auch kann ein Meridian überfüllt sein, ein anderer aber zu schwach. Was tun? Man schafft mit der Akupunktur eine Umleitung, um wieder einen Ausgleich zu schaffen.

Die Akupunkturdiagnostik, also die Festlegung der therapiebedürftigen Punkte, funktioniert beim Tier vor allem durch Beobachtung und das Feingefühl des Therapeuten, der vor jeder Nadelung den Patientenkörper abtastet. Zusätzlich gibt es bewährte Punktekombinationen für den Fall, dass der tierische Patient (der ja nicht reden kann) keine Reaktion auf das Abtasten zeigt, aber eine (schulmedizinische) Diagnose sicher ist.

„Aber ist denn die Wirkung bewiesen?“, wird immer wieder gefragt. Schließlich ist es schwer zu verstehen, dass eine kleine Nadel, in die Vorderpfote eines Hundes gestochen, eine Durchfallerkrankung heilen kann. Bewiesen ist die Wirksamkeit der Therapie nicht zuletzt durch 5000 (!) Jahre lange, erfolgreiche Anwendung. In China ist die Akupunktur zusammen mit der chinesischen Kräuterheilkunde die wichtigste Therapieart überhaupt und zudem Universitätslehrfach. Zudem haben auch im Westen in den letzten Jahrzehnten umfangreiche neurophysiologische Grundlagenforschungen ebenso wie klinische Versuchsreihen die Wirksamkeit bestätigt.

Bei meinen tierischen Patienten setze ich die Akupunktur vorwiegend bei Erkrankungen des Bewegungsapparates ein. Selbst bei schon lange persistierenden Beschwerden ist häufig noch eine Verbesserung zu erzielen, in derartigen Fällen natürlich  nicht durch eine einmalige Nadelung. Grundsätzlich gilt: Je frischer die Blockade, also das gesundheitliche Problem, desto schneller die Lösung, die Heilung. Bei älteren Gesundheitsstörungen kann eine mehrwöchige Kur mit ein bis zwei Sitzungen pro Woche notwendig sein. Dabei läßt sich die Akupunktur hervorragend mit den meisten anderen Therapiearten kombinieren.

Übrigens lassen sich die meisten Tiere eine Nadelung ohne Probleme gefallen, wie eben auch „Fosca“. Der kleine Pieks ist kaum spürbar, und die Wirkung lässt die vierbeinigen Patienten oft schon während der Therapie deutlich entspannen. Für ganz empfindliche Vierbeiner steht ein moderner Akupunktur-Laser zur Verfügung, der alleine durch Lichtenergie eine ähnliche Wirkung wie die der Nadelung erzeugt.

Bitte beachten Sie die Hinweise zur Tierheilpraxis

Durchfall und Erbrechen

Sonntag, 25. Januar 2009

Homöopathische Mittel sind nicht, wie oft vermutet wird, nur in langwierigen oder chronischen Fällen angebracht, sondern wirken auch im akuten Krankheitsfall. Richtig eingesetzt können sie eine Heilung schneller schaffen als manche schulmedizinische Therapie. Und: Rückfälle sind selten, die Heilung ist komplett und die körpereigene Abwehr wird auch langfristig trainiert. Es empfiehlt sich also, einige Mittel zu Hause zu haben, die Mietz und Mops helfen, mit einer Erkrankung fertig zu werden.

Sehr häufig bei Kleintieren sind Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Die typischen Symptome sind Erbrechen, Durchfall, gelegentlich Bauchkrämpfe. Das Tier kann einen schlappen Eindruck machen und die Futteraufnahme verweigern. Wenn es nicht fressen will, sollte man es nicht zwingen, denn häufig ist eine ein- bis dreitägige Null-Diät zur Beruhigung von Magen und Darm angezeigt. Wichtig ist, dass das Tier ausreichend trinkt. Man kann dem Trinkwasser wenig schwarzen Tee beimengen, dieser hat eine entzündungshemmende Wirkung auf den Darm.

Für Welpen kann Durchfall lebensgefährlich sein

Für Welpen kann Durchfall lebensgefährlich sein

Zum Erbrechen soviel vorab: Es ist normal, dass ein Hund oder eine Katze gelegentlich erbricht. Manche tun das sehr selten, einige alle paar Wochen. Das muss kein Anlass zur Besorgnis sein. Setzt dagegen ganz plötzlich heftiges Erbrechen ein und der Vierbeiner macht dazu einen offensichtlich kranken Eindruck, fahren Sie lieber gleich mit ihm zum Tierarzt, um eine Vergiftung auszuschließen. Auch einige ansteckende Infektionskrankheiten können Erbrechen und Durchfall auslösen.

Zu den Mitteln:

Bei Erbrechen ist oft Ipecacuanha das Mittel der Wahl. Typisch ist, dass unverdautes Futter herausgewürgt ist oder – wenn der Magen leer ist – weißer Schaum. Auch wenn zu viel oder zu fettes Futter Erbrechen und Durchfall verursachen, passt Ipecacuanha. Ist dagegen verdorbenes Futter die Ursache, kommen sowohl Arsenicum album als auch Nux vomica in Frage. Man unterscheide: Der Arsenicum-Patient setzt in kleinen Mengen dunklen, übelriechenden Durchfall ab und trinkt dabei häufig kleine Mengen. Außerdem friert er. Nux vomica ist angezeigt, wenn Durchfall und Erbrechen mit Bauchschmerzen und Krämpfen einhergehen, der Kranke dabei deutlich empfindlich gegen Geräusche, Anfassen oder gar Hochheben reagiert. An Pulsatilla ist zu denken, wenn der Kot schleimig ist, ansonsten aber gleicht kein Stuhl in Farbe und Konsistenz dem anderen. Meistens ist zu fettes oder zu kaltes Futter die Ursache der Verstimmung. Ebenfalls schleimig sieht der Stuhl beim Mercurius-solubilis-Patienten aus. Hier aber ist er mit Schleim überzogen. Auffallend ist, dass der Patient nach Kotabsatz weiterdrängt, als ob er nie fertig würde. Schießt gelblicher Kot heraus wie aus einem Hydranten, ist an Podophyllum zu denken.

Komplizierter wird die Mittelwahl, wenn der Durchfall chronisch ist oder immer wieder kehrt, ohne dass eine Ursache feststellbar ist. Empfehlenswert ist eine homöopathisch-konstitutionelle Therapie, die eine umfangreiche Anamnese voraussetzt. Im günstigsten Fall ist nach einer einmaligen Mittelgabe das Problem aus der Welt geschafft.

Wichtig ist:  Wenn der Kot mehrere Tage lang dünnflüssig ist, oder wenn er in kurzen Abständen in wässriger Konsistenz herausschießt, wenn sogar Blut dem Kot beigemengt ist oder wenn sich gleichzeitig andere Krankheitssymptome wie Fieber oder Apathie zeigen, ist der Gang zum Tierheilpraktiker oder Tierarzt unerlässlich. Besonders aufpassen muss man bei Katzen- und Hundewelpen. Es gibt eine Reihe von Welpenkrankheiten, die mit heftigem Durchfall und/oder Erbrechen einhergehen. Die Gefahr, durch den so verursachten Flüssigkeitsverlust auszutrocknen, ist bei Jungtieren besonders groß. Daher gehört ein junges Tier schnellstens in fachliche Therapie, wenn es derartige Krankheitssymptome zeigt.

Bitte beachten Sie die Hinweise zur Tierheilpraxis