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Durchfall und Erbrechen

Sonntag, 25. Januar 2009

Homöopathische Mittel sind nicht, wie oft vermutet wird, nur in langwierigen oder chronischen Fällen angebracht, sondern wirken auch im akuten Krankheitsfall. Richtig eingesetzt können sie eine Heilung schneller schaffen als manche schulmedizinische Therapie. Und: Rückfälle sind selten, die Heilung ist komplett und die körpereigene Abwehr wird auch langfristig trainiert. Es empfiehlt sich also, einige Mittel zu Hause zu haben, die Mietz und Mops helfen, mit einer Erkrankung fertig zu werden.

Sehr häufig bei Kleintieren sind Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Die typischen Symptome sind Erbrechen, Durchfall, gelegentlich Bauchkrämpfe. Das Tier kann einen schlappen Eindruck machen und die Futteraufnahme verweigern. Wenn es nicht fressen will, sollte man es nicht zwingen, denn häufig ist eine ein- bis dreitägige Null-Diät zur Beruhigung von Magen und Darm angezeigt. Wichtig ist, dass das Tier ausreichend trinkt. Man kann dem Trinkwasser wenig schwarzen Tee beimengen, dieser hat eine entzündungshemmende Wirkung auf den Darm.

Für Welpen kann Durchfall lebensgefährlich sein

Für Welpen kann Durchfall lebensgefährlich sein

Zum Erbrechen soviel vorab: Es ist normal, dass ein Hund oder eine Katze gelegentlich erbricht. Manche tun das sehr selten, einige alle paar Wochen. Das muss kein Anlass zur Besorgnis sein. Setzt dagegen ganz plötzlich heftiges Erbrechen ein und der Vierbeiner macht dazu einen offensichtlich kranken Eindruck, fahren Sie lieber gleich mit ihm zum Tierarzt, um eine Vergiftung auszuschließen. Auch einige ansteckende Infektionskrankheiten können Erbrechen und Durchfall auslösen.

Zu den Mitteln:

Bei Erbrechen ist oft Ipecacuanha das Mittel der Wahl. Typisch ist, dass unverdautes Futter herausgewürgt ist oder – wenn der Magen leer ist – weißer Schaum. Auch wenn zu viel oder zu fettes Futter Erbrechen und Durchfall verursachen, passt Ipecacuanha. Ist dagegen verdorbenes Futter die Ursache, kommen sowohl Arsenicum album als auch Nux vomica in Frage. Man unterscheide: Der Arsenicum-Patient setzt in kleinen Mengen dunklen, übelriechenden Durchfall ab und trinkt dabei häufig kleine Mengen. Außerdem friert er. Nux vomica ist angezeigt, wenn Durchfall und Erbrechen mit Bauchschmerzen und Krämpfen einhergehen, der Kranke dabei deutlich empfindlich gegen Geräusche, Anfassen oder gar Hochheben reagiert. An Pulsatilla ist zu denken, wenn der Kot schleimig ist, ansonsten aber gleicht kein Stuhl in Farbe und Konsistenz dem anderen. Meistens ist zu fettes oder zu kaltes Futter die Ursache der Verstimmung. Ebenfalls schleimig sieht der Stuhl beim Mercurius-solubilis-Patienten aus. Hier aber ist er mit Schleim überzogen. Auffallend ist, dass der Patient nach Kotabsatz weiterdrängt, als ob er nie fertig würde. Schießt gelblicher Kot heraus wie aus einem Hydranten, ist an Podophyllum zu denken.

Komplizierter wird die Mittelwahl, wenn der Durchfall chronisch ist oder immer wieder kehrt, ohne dass eine Ursache feststellbar ist. Empfehlenswert ist eine homöopathisch-konstitutionelle Therapie, die eine umfangreiche Anamnese voraussetzt. Im günstigsten Fall ist nach einer einmaligen Mittelgabe das Problem aus der Welt geschafft.

Wichtig ist:  Wenn der Kot mehrere Tage lang dünnflüssig ist, oder wenn er in kurzen Abständen in wässriger Konsistenz herausschießt, wenn sogar Blut dem Kot beigemengt ist oder wenn sich gleichzeitig andere Krankheitssymptome wie Fieber oder Apathie zeigen, ist der Gang zum Tierheilpraktiker oder Tierarzt unerlässlich. Besonders aufpassen muss man bei Katzen- und Hundewelpen. Es gibt eine Reihe von Welpenkrankheiten, die mit heftigem Durchfall und/oder Erbrechen einhergehen. Die Gefahr, durch den so verursachten Flüssigkeitsverlust auszutrocknen, ist bei Jungtieren besonders groß. Daher gehört ein junges Tier schnellstens in fachliche Therapie, wenn es derartige Krankheitssymptome zeigt.

Bitte beachten Sie die Hinweise zur Tierheilpraxis

Erste Hilfe beim Raupen-Angriff

Mittwoch, 21. Januar 2009

Nanu? Nane hat ihr Futter stehen lassen? Sehr ungewöhnlich, normalerweise ist die mittelgroße Labradormischung doch eine klassische Fressmaschine?! Doch heute liegt sie eingerollt in der Ecke… Und bei genauem Hinsehen bekommt Herrchen einen Schreck: Nane hechelt – und ihre heraushängende Zunge ist dreimal so dick wie normal!

So riesig kann die Zunge nach Raupen-Kontakt anschwellen. Die dunkelroten Flecken sind Verätzungen. Dieser Hund muss unbedingt sofort zum Tierarzt.

So riesig kann die Zunge nach Raupen-Kontakt anschwellen. Die dunkelroten Flecken sind Verätzungen. Dieser Hund muss sofort zum Tierarzt. foto: eurotierklinik.es

Es ist wieder so weit: Die Prozessionsspinnerraupen sind aktiv. Schon versorgen die Tierkliniken der Insel die ersten Opfer der so harmlos aussehenden Krabbeltiere. Die Raupe des Kiefernprozessionsspinners ist mit über 5000 feinsten Gifthärchen „bewaffnet“, und der Kontakt mit diesen Härchen ist für Mensch und Tier mindestens unangenehm, kann sogar schwerste Gesundheitsschäden verursachen. Allergische Reaktionen verursachen extreme Schwellungen an den Schleimhäuten, am Auge können sie sogar zur Erblindung führen.

Was tun, wenn Mietz oder Mops mit der Raupe in Kontakt gekommen sind? Wie ist das überhaupt festzustellen, wenn man nicht gerade daneben stand, als das neugierige Tier an der lustigen Raupenreihe schnupperte?

Erste Anzeichen können sein, dass sich das Tier mit den Pfoten an der Schnauze reibt. Starkes Jucken oder Brennen verursachen diese eher hilflose Reaktion. Gut möglich, dass Speichel aus dem Maul läuft, und kurz darauf Schwellungen an Zunge, Lippen, Zahnfleisch auftreten. Bei diesen Symtomen sollten Sie sofort den Tierarzt aufsuchen, denn durch die allergische Reaktion können die Schwellungen so stark werden, dass die Atemwege sich verschließen – das Tier erstickt. Eine weitere große Gefahr ist, dass die Zunge teilweise abstirbt. Auch dies kann ein Todesurteil sein, denn ohne die Zunge können Hunde und Katzen nicht trinken.

Typisch für die Procesionaria: Sie bewegen sich als Kette fort

Typisch für die Procesionaria: Sie bewegen sich als Kette fort

Möglicherweise bemerkt man aber erst nach vielen Stunden, dass mit dem Haustier etwas nicht stimmt. Manche Tiere reagieren mit hohem Fieber auf den Insektenkontakt, zeigen aber lokal nicht allzu starke Schwellungen. Dennoch kann Körpergewebe absterben (Nekrose): Also auch bei unklarer Symptomatik nicht lange warten, sondern ab in fachgerechte Behandlung.

Hier auf Mallorca empfehle ich aufgrund der Häufigkeit der Raupen-Kontakte, einige homöopathische Mittel zu Hause zu bevorraten, die im Falle eines Falles als Erste-Hilfe-Maßnahme gegeben werden können. Sie ersetzen vielleicht nicht den Weg zum Tierarzt, können aber den dramatischen Prozess verlangsamen oder zum Stoppen bringen. Für alle Mittel gilt: Katzen erhalten ca. 3, Hunde je nach Größe 4-6 Globuli. Diese kleinen Kügelchen werden pur in die Lefze gesteckt oder in wenig Trinkwasser aufgelöst und diese Lösung ins Maul geträufelt.

In vielen Pinien hängen die charakteristischen Nester

In vielen Pinien hängen die charakteristischen Nester

Zeigt das Tier zunächst Fieber, ohne dass Sie als Besitzer eine Ursache feststellen können, ist eine Gabe Aconitum CH 6 in stündlichem Abstand ratsam. Das Fieber geht runter, der Kreislauf erhält Unterstützung. Aconitum ist übrigens ein hervorragendes Anfangsmittel bei allen plötzlichen, unklaren Fieberzuständen!

Sobald ödematöse Schwellungen auftreten, die sehr berührungsempfindlich sind und Hitze ausstrahlen – typisch bei Kontakt mit der Prozessionsspinnerraupe -, ist Apis CH 4 das Mittel der Wahl. Bei starker Schmerzempfindlichkeit können Sie es abwechselnd mit Staphisagria CH 6 geben, im akuten Fall stündlich.

Beim nächsten Stadium, nämlich dem Absterben des in Kontakt geratenen Gewebes, ist unbedingt Ledum CH4 oder CH6 anzuwenden. Damit kann man weitere Nekrosenbildung stoppen. Erkennbar sind Nekrosen durch die bläuliche Verfärbung der Haut, zudem verhärtet sich die Haut in der unmittelbaren Umgebung. Immer noch reagiert das Tier mit Schmerzen auf Druck. Ein gutes Mittel, um Verbrennungen durch die Raupe zum endgültigen Abheilen zu bringen, ist schließlich Silicea.

Noch einmal: Die genannten homöopathischen Akutmittel können ausreichend sein, aber es ist für einen Laien nur schwer erkennbar, wie stark die Schädigung sich entwickeln kann. Bei der kleinsten Unsicherheit sollten Sie daher Ihren Tierarzt aufsuchen – umgehend.

Bitte beachten Sie die Hinweise zur Tierheilpraxis