Die pure Lebensfreude

Zeit für ein Update, was unseren Pflegi angeht! Erzählte mir doch heute jemand am Telefon, dass sein Hund aus einem spanischen Heim die ersten Monate nur im Kreis lief vor lauter Panik… Da hat Campino ja Glück, dass unsere Sozialarbeiter so erfolgreich therapieren! Hier der Stand:

Zu Hause – Von morgens bis abends strahlt der Kleine vor Lebensfreude. Haupttätigkeit ist Toben mit Charly. Zwischendurch spielt er auch gerne mit dem quietschenden Stoff-Elch oder betütelt die Kätzchen. Campino ist großer Katzen-Freund! Nach wir vor liebt er sein Vormittagschläfchen bei mir im Büro und die abendliche Tobe-Kuschelstunde auf der Couch.

...und abends kuschel Campino mit Festus - oder wer gerade da ist
...und abends kuschelt Campino mit Festus - oder wer gerade da ist

Besuch – Da sich alle Hunde freuen, wenn Besuch kommt, hat Campino jetzt begriffen: Besuch ist toll! Immer öfter nimmt er sogar Streicheleinheiten von Fremden an – selbst von Männern.

Anleinen – wir sind jetzt so weit, dass ich ihn nicht mehr in eine Ecke drängen muss. Er geht selbständig auf den Platz im Haus, auf dem er das Anziehen erträgt, und wartet auf mich, ohne Versuch, sich zu verstecken. Das war wirklich eine laaaange Entwicklung. Und immer noch verspannt sich Campino, während ich ihm das Geschirr anlege, aber er akzeptiert es. Warum ich ihm nicht einfach ein Halsband anlege? Weil dann die Nummer mit der Schleppleine nicht möglich wäre, zu groß die Gefahr, dass er hängen bleibt und sich erwürgt. Außerdem ist er bei uns, um seine Ängste zu überwinden – dazu gehört auch sein Vorbehalt gegen das Geschirr.

Im Gelände – Wie erwähnt, hängt Campino immer noch an der Schleppleine. Oder umgekehrt? Egal. Zur Zeit kann ich ihn super gut „einfangen“, bräuchte also das Hilfsmittel nicht wirklich. Aaaaaber: Campino hatte kürzlich eine Trotzphase. Wenn wir nach dem Spaziergang nach Hause wollten, wollte er noch lange nicht. Und in einer solchen Situation wären wir ohne die lange Leine total aufgeschmissen gewesen.

Dickkopf – Ja, Campino weiß, was er will. Und er ist tierisch schlau, um seine Interessen durchzusetzen. Wenn er etwas nicht möchte, schiebt er sogar mal ganz bewusst seine Angst vor (etwa, wenn er den Spaziergang verlängern möchte). Oder versteckt sich hinter den anderen Hunden. Dabei blitzt aber meist der Schalk aus seinen Augen. Andererseits erlebe ich mehr und mehr, dass er gefallen möchte und gehorsam wird. Ein Lob aus meinem Munde ist schon fast so viel wert, wie ein Leckerli.

Gesundheit – Prima! Man sieht und merkt ihm die Leishmaniose-Infektion nicht an. Er hat gesundes Fell, ist voller Energie und hat beim Laufen enorme Ausdauer. Zweimal täglich bekommt er eine halbe Tablette in einem Stück Würstchen – und ich schwöre: Er erinnert mich immer dran, dass er seine Pille nehmen muss!

Fazit – er entspannt sich weiter. Natürlich gibt es immer noch Situationen, die ihn nervös machen. Aber er hat schon sehr viel Vertrauen zu Menschen gewonnen. Übrigens war vorgestern mal wieder Weglauf-Tag. Naddel, Murphy und Charly beschlossen eine eigene Route für den Sonntags-Spaziergang. Campino blieb lieber bei „seinen“ Menschen.

2 Gedanken zu „Die pure Lebensfreude

  • 28. Oktober 2010 um 11:28
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    Nein, Campino habe ich nicht vergessen! Ich war eben in Spanien, wo ich ganz ganz viele Campinos und Co. kennengelernt habe. ABER Campino besetzt weiterhin ein grosses Stueck von meinem Herzen. Es waere eine tolle, wunderbare Aufgabe fuer jemanden, ihn anzunehmen und mit ihm zu arbeiten. Der Erfolg ist fast vorprogammiert. Also wo sind diese Menschen????
    Besos fuer Campino und seine Freunde.

  • 30. Oktober 2010 um 08:45
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    Danke, ich hoffe auch, dass wir bald ganz liebe Leute mit Hundeerfahrung und -verstand für ihn finden. Dieser charmante Hund hat noch sooo viel Potential! Manchmal habe ich das Gefühl, er geht extra sparsam damit um, weil man sich dann ausdauernder über seine Entwicklung freuen kann 😉

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