Neuer Ratgeber für Oldies

Gerade noch rechtzeitig, um auf dem weihnachtlichen Gabentisch einen zentralen Platz zu erhaschen, erscheint mein neues Buch. “Tierisch Grau – So bleibt der Seniorhund gesund” ist jetzt für 17,90 Euro in jeder Buchhandlung erhältlich (ISBN: 978-3750406070).

Worum geht’s? Die Lebenserwartung unserer Hunde steigt, und damit ändern sich ihre Bedürfnisse. Nicht alle Grauschnauzen bleiben gesund: Erkrankungen wie Arthrosen, Demenz und Organinsuffizienzen belasten Hund und Halter.

Doch es gibt Möglichkeiten, die typischen Altersleiden zu vermeiden, zu vermindern oder hinauszuschieben. Dieses Buch zeigt vielfältige, alltagstaugliche Wege, um deinen Hund ins Alter und hindurch zu begleiten. Neben Tipps zur seniorengerechten Ernährung erklärt es die wichtigsten geriatrischen Erkrankungen und wie sie zu behandeln sind. Vor allem aber findest du viele Ratschläge zur Vorbeugung. Mit ebenso einfachen wie effektiven Mitteln kannst du für deinen Hund schon früh die Weichen für viele schöne, gemeinsame Lebensjahre stellen.

Wenn du einen alten Hund hast oder wenn du willst, dass dein Hund gesund alt wird, ist dies dein Buch.

 

edogs suchte die Top-Blogger des Jahres, und pfotenpower.com war dabei. Nach unserem Erfolg aus dem Jahr 2011, als wir Superblog wurden, stellten wir uns gerne der Konkurrenz. Die ist natürlich gewachsen. Die Menge der Blogs rund um den Hund hat enorm zugenommen, und ich kenne mehrere fantastische Webauftritte dieser Art. Für den Sieg hat es pfotenpower denn auch nicht gereicht, aber wir sind in den Top-25 gelandet – nicht schlecht, oder?

Q wie Qualzucht

„Einmal Mops – immer Mops“. Diesen Spruch höre und lese ich immer wieder, wobei die Rasse austauschbar ist. Wir Menschen sind nun einmal leicht prägbar. Ich nehme mich davon nicht aus, bin ich doch mit einem Dackel aufgewachsen und fühle Herzklopfen bei jedem tiefergelegten Hund mit Schlappohren und langem Rücken. Was daraus folgt, ist leider eine Unvernunft, mit der wir viel Schaden anrichten und viel Leid verursachen. Qualzucht ist das Ergebnis einer erhöhten Nachfrage nach Tieren einer Rasse, für die es zu verschrobene Schönheitsideale und zu wenig gesunde Zuchttiere gibt, gekoppelt mit der Sucht nach Statussymbolen.

So sieht häufig die “liebevolle Aufzucht” von massenweise produzierten Welpen aus

Inzucht, das lernen wir schon früh im Biologieunterricht, kann ziemlich negative Auswirkungen zeigen. Das zeigte sich in früheren Jahrhunderten immer wieder durch Erbkrankheiten in adligen Familien, beispielsweise mit der Bluterkrankheit. Kommt eine Haustierrasse in Mode, erwächst daraus vor allem ein lukratives Geschäft für Vermehrer. Diese besorgen sich wenige Tiere der Rasse und produzieren damit Nachwuchs en más, Quantität vor Qualität. Ob die Elterntiere gesund sind und von der Genetik zueinander passen – egal. Der Profit ist wichtig.

Auf der anderen Seite wartet der Käufer auf Ware, und zwar für möglichst wenig Geld. Selbst wenn verantwortungsvolle Züchter ihre Welpen mit geprüften Papieren anbieten, vielen Kunden ist der Preis das stärkere Argument. So kommt es zu den entsetzlichen „Welpenfabriken“, aus denen dann zu junge, kranke Tiere illegal durch halb Europa transportiert und schließlich den neuen Besitzern übergeben werden. Letztere wollen jedes Märchen über die liebevolle Aufzucht des Hundebabys glauben und werden nicht einmal bei Impfpässen aus polnischer Herkunft stutzig. Sie wachen frühestens auf, wenn das arme Tier in den ersten Wochen schon mehrere hundert Euro für Arzt und Medikamente gekostet hat. Später stellen die fürsorglichen Hundehalter fest, dass auch die vererbten Schäden an Atemwegen, Bewegungsapparat oder Immunsystem verdammt teuer werden. Und damit ist nur die finanzielle Seite der Misere beschrieben. Das (lebenslange) Leid der armen Kreatur lässt sich kaum in Worte fassen.

French Bulldog
Was ist niedlich an Atemnot, entzündeten Hautfalten, deformierten Wirbelsäulen und Gelenken? (Bild: Elioenai Martin, Pixabay)

Der enge Genpool und die absurden Schönheitsideale fordern auch in „seriösen Zuchten“ ihren Tribut. Dabei fällt immer wieder die konsequente Ignoranz vieler Vermehrer und selbst ihrer Verbände auf. Obwohl das Thema alles andere als neu ist, findet man bis heute kaum ein Gegensteuern. Im Gegenteil, manche als Rassemerkmale verharmloste Perversionen werden heute sogar noch stärker hevorgestellt, als noch vor einigen Jahren. So gestalten sich Zuchtausstellungen zu Absurditätenkabinetten, und es ist eine Ausnahme, dass bei solchen Gelegenheiten Amtstierärzte ihre Pflicht ausüben und Tiere ausschließen. So geschehen in diesem Jahr auf der Internationalen Hundeausstellung in Graz (darüber berichtete z.b. YourDog umfangreich). Leider ein sehr seltenes Vorkommnis. Dabei hätte jeder Kontrolleur das Gesetz hinter sich, wenn er die öffentliche Zurschaustellung eines Tieres untersagt, bei dem laut § 11 Tierschutzgesetz „…erblich bedingt Körperteile oder Organe für den artgemäßen Gebrauch fehlen oder untauglich oder umgestaltet sind und hierdurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten“ oder „…die Haltung nur unter Schmerzen oder vermeidbaren Leiden möglich ist oder zu Schäden führt“.

Flyer gegen Qualzucht von der Bundestierärztekammer
Aufklärung tut not. Die Bundetierärztekammer bringt dazu Flyer mit Informationen zum brachycephalen Syndrom (für Download klick aufs Bild)

Das Thema Qualzucht ist nicht neu, und das Problem bleibt selbsterhaltend, solange Menschen das Leiden der Lebewesen ausblenden, weil sie unbedingt ein Tier aus dieser einen Rasse haben müssen. Weil eine Hotelerbin als Trendsetter so einen Miniatur-Chihuahua durch die Gegend schleppt. Weil der Frenchie mit den großen runden Augen und der kleinen Nase so süß ist. Weil der Shar Pei mit seinen überdimensionierten Falten so lustig aussieht, oder weil der Basset so einen tollen Charakter hat… Es gibt immer einen Grund, am Modetrend teilzunehmen. Leider nicht im Sinne der Kreatur.

Um nicht noch mehr unbeabsichtigte Werbung für die betroffenen Rassen zu machen, hat die deutsche Tierärzteschaft schon Ende 2016 mit einem offenen Brief an Unternehmen appelliert, keine Hunde und Katzen mit Qualzuchtmerkmalen als Werbeträger zu benutzen. Erstaunlich viele Firmen haben das zugesagt, teilweise mit dem Geständnis, man habe über den Zusammenhang von hoher medialer Präsenz und den tierquälerischen Folgen der daraus mit-verschuldeten Nachfrage bisher nie nachgedacht. Die Arbeitsgruppe Qualzuchten, die sich aus Vertretern der großen deutschen Veterinärverbände zusammensetzt, engagiert sich jetzt für ein gesetzlich verankertes Ausstellungs- und Prämierungsverbot von Tieren mit Qualzuchtmerkmalen.

Immer wieder fordern einzelne Tierärzte komplette Zuchtverbote. Wenn man sich bewusst macht, dass in manchen Rassen bis zu 85 % der Tiere angeborene Wirbelsäulendeformierungen oder verkrüppelte Atemwege aufweisen, möchte man dem zustimmen. Solange aber die Gier nach den niedlichen kleinen Knautschgesichtern weiterhin die Produktion von „Wühltischwelpen“ anfeuert, sind derartige Ansinnen Schaumschlägerei. Es muss weiter auf Aufklärung und die Einsicht der Hundekäufer gesetzt werden. Und wer trotz aller Argumente unbedingt ein vierbeiniges Prestigeobjekt haben muss, der muss eben finanziell bluten, durch hohe Tierarztkosten.

Über Qualzucht spricht man bei Hunden diverser Rassen, aber auch bei Katzen, Kaninchen und weiteren Tieren. Peta hat eine Liste zusammengestellt mit Erläuterungen, warum die an- und überzüchteten Merkmale das Tier ein Leben lang behindern (hier klicken). Eine weitere umfangreiche Liste der betroffenen Hunderassen findet sich hier.

 

Für mehr Lesefutter hier klicken: Bücher von Annette Dragun

F wie Fake News

Fake News im www – da kann man schonmal in Panik geraten

Alle Jahre wieder stirbt der Hundehalter tausend Tode. “Fressnapf verteilt Futterproben – Achtung vergiftet!!!” schallt es durch die sozialen Netzwerke und Messagedienste. Die Hundemuddi kennt ihre Pflichten. Ohne Zeit zu verlieren drückt sie auf “teilen”. Der Shitstorm erwacht schneller als jeder Tornado und fegt mindestens ebenso vernichtend über die Futterfirma hinweg. Erste Besonnene weisen darauf hin, dass der Ausgangspost vier Jahre alt ist. Die Schoßhundlobby ist entsetzt: “Waaas – das haben die schonmal gemacht? Diese Verbrecher! Man sollte sie…” Dass inzwischen inflationär der Link zu mimikama verteilt und damit die Nachricht als klassischer Fake entlarvt wird, dringt erst langsam ins Bewusstsein der besorgten Muddi. Das ist ihr jetzt doch peinlich, dass sie auf diesen uralten Schwindel reingefallen ist. Dazu sagt sie mal lieber nix mehr (und geteilt wird die Entwarnung auch nicht).

Andere beliebte Horrormeldungen, die alle paar Jahre wieder durch die Weiten des Netzes schocken, sind zum Beispiel die Hundefänger im weißen Transporter (mit Foto als Beweis) oder die Swiffer-Tücher, nach deren Gebrauch die haushaltseigenen Haustiere übelste Vergiftungen erleiden. „Ich kenne einen, von dem hat die Frau vom Cousin seiner Freundin… oder war es der Neffe? Egal, stimmt aber auf jeden Fall! Sei blooooß vorsichtig! Und teile das hier so oft es geht, damit nicht noch mehr Tiere leiden müssen!“ , so der Tenor der Kommentare. Liebe Leute, verzichtet bitte darauf, derartige Räuberpistolen weiter zu (ver)teilen und nutzt die gewonnene Zeit für Spaziergänge oder Spieleinheiten mit euren vierbeinigen Lieblingen.

Auf facebook hat die mimikama-Gruppe “ZDDK – Zuerst denken dann klicken” 710.000 Abonenten

An dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön an die Faktenchecker bei mimikama (gespendet habe ich schon!). Unsere online-Polizei, erfolgreiche Fake-Fahnder der ersten Stunde. Wie oft habe ich schon bei (für mich) unglaubwürdigen Meldungen auf eurer Seite die Suchfunktion bemüht und schmunzelnd oder genervt eure beispielhaft sachliche Aufklärung mit der Welt geteilt. Like!

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Besuch aus der Vergangenheit

Was für eine Freude! 2005 gaben wir die schwarze Hündin Sombra an eine junge Tierärztin, die mit ihrem Mann am Bodensee lebt. Und jetzt kamen sie uns besuchen – im entgegengesetzten Teil Deutschlands.

Tina, Eberhard, Sombra und ihr vierbeiniger Kollege Henry verbrachten ihren Urlaub an der Nordsee, in Sankt Peter Ording (wird unter Hundehaltern häufig empfohlen wegen der traumhaften Hundestrände). Das ist immerhin schon im gleichen Kreis (Nordfriesland), wenn auch immer noch 80 Kilometer entfernt. Trotzdem folgten sie meiner Einladung, kamen vorbei und stellten ihr altes Mädchen vor. Um die 16 Jahre alt ist sie, genau wie mein Naddelchen. Schade, dass wir es verpasst haben, ein Foto von beiden grauhaarigen Hundedamen zusammen zu machen.

Unter diesem Link habe ich die Geschichte von Sombra geschrieben. Was für einen lieblosen Start ins Leben sie gehabt haben muss – sie macht es richtig, lässt ihr Happy End extra viele Jahre dauern.

 

A wie Autokorrektur

Beispiel für Autokorrektur: Freue mich auf Regen Austasuch
Möchte jemand Regen tauschen?

Der moderne Mensch, genannt Homo mobilis, erledigt nicht nur die persönliche Kommunikation über Messengerdienste, immer mehr Menschen haben ihre Arbeit von Computer oder Laptop aufs Handy verlagert. Leider ist die Eingabemöglichkeit nicht besonders ergonomisch. Die winzigen Buchstabenfelder sind leicht zu verfehlen. Bei der automatischen Spracherkennung kommt es häufig zu Missverständnissen. Zum Glück schnitzt die Autokorrektur aus jedem Buchstabenwirrwar ein existierendes Wort. Das aber muss nicht im Mindesten mit dem sonstigen Inhalt harmonieren. Daraus ergeben sich sehr witzige Aussagen – hier kommen einige Beispiele. Sie entstammen alle verschiedenen Foren und Facebook-Gruppen mit Bezug zur Tiermedizin.

  • So verwandeln sich Giardien wahlweise in Geranien oder Gardinen. Woanders hat ein Hund Kokoziden (es sollen Kokzidien sein).
  • In einer Online-Diskussion über Wurmkuren schreibt jemand: “Kostprobe ist nicht immer aussagekräftig” – Das denke ich auch, ich würde es mit einer Kotprobe versuchen.
  • Eine Hundehalterin beschreibt: “Seine Symptome waren Bauschschmerzen, Spuken und Fieber.” – Gruselig, oder? Vermutlich wollte sie “spucken” schreiben.
  • Eine andere vermutet bei ihrem Hund etwas ähnliches “wie Morbus Chrom” – Morbus Edelstahl wäre vielleicht günstiger? (Sie meinte sicher Morbus Crohn)
  • Aus dem Winter: “Ich habe einen ohrenschutz wärmer für Wundhunde gehabt” – Echt jetzt, Wundhunde? Neue Rasse? Oder doch Windhunde?
  • „… denn man sieht mal wieder, dass diese Prophylaxe mehr als flüssig ist.“ – … wenn nicht sogar überflüssig!
  • “Als sie zu mir kam hat sie leider Gottes Flöhe mitgebracht…” – Gott hatte Flöhe? Gut, dass die jetzt auf dem Hund sind! LOL – Das hat jetzt weniger mit der Besserwisser-Korrektur zu tun, denn von der Rechtschreibung her ist es korrekt, nur leider Gottes missverständlich aufgrund des Satzbaus.
  • Hier fehlte die Autokorrektur: “Dieser kleine Rüde, 2 Jahre, wird ein Scheidungsweise !!!!!!!” – Schön, dass er weise wird, als Waise hätte er mir leid getan!
  • “Ich war mit meinem Hund 12 Jahre beim Tierarzt…” — die Tücken der Zeichensetzung. War sie wirklich 12 Jahre lang beim Tierarzt? Die arme…. Oder war sie mit ihrem Hund, 12 Jahre, beim Tierarzt? Werden wir es je erfahren?
  • “Mein Kater wurde eben auf dem Balkon von einer Wespe gestochen. Er hat direkt seine Pfote abgelegt.” – Nanu – braucht er die nicht mehr? Oder hat er sie abgeleckt?
  • “Er ist in schulmedizinischer Behandlung, wird 2 x am Tag gelästert, gespült und…” – Ach Gottchen… zweimal täglich lästern ist wirklich nicht gesundheitsfördernd. Vielleicht hilft lasern?
  • Schaffensbekämpfung statt Schadensbegrenzung - Autokorrektur aktiv
    Ein typisches Beispiel für sinnlose Worterkennung. Hier fiel es rechtzeitig auf

    “Bitte kontrollieren lassen und einen Abzug einschicken lassen” – Der wohlmeinende Rat auf die Frage, ob zwei Knubbel an der Hundeseite Grund für einen Tierarztbesuch seien. Was der Abzug soll und wohin sie ihn schicken soll, wurde leider nie geklärt.

  • “Popkultur wurde angelegt” – Sehr unterhaltsam, aber kann man damit einen Pilzverdacht klären?
  • “Wir haben einen Futterbaum mit hochwertigem hypoallergenem Trockenfutter” – Hier bin ich reingefallen! Ich dachte, dass die Autokorrektur den Futterbaum erfunden hat, denn dass Katzenfutter auf Bäumen wächst, wäre mir neu. Es gibt aber tatsächlich baumförmige Futterlabyrinthe, die die Katze zum Spielen und Langsam-Fressen animieren!
  • “Auf jedenfalls nicht mit den Finger dran rum wichen. Die sind immer schmutzig. Was wir alles anfallen im laufe des Tages.” – Vorsicht vor dieser Posterin – scheint gefährlich zu sein, neigt zum anfallen.
  • … und dann liebe ich noch aus den Kleinanzeigen den Hinweis “Aus nichtraucherfreiem Haushalt”