F wie Fake News

Fake News im www – da kann man schonmal in Panik geraten

Alle Jahre wieder stirbt der Hundehalter tausend Tode. “Fressnapf verteilt Futterproben – Achtung vergiftet!!!” schallt es durch die sozialen Netzwerke und Messagedienste. Die Hundemuddi kennt ihre Pflichten. Ohne Zeit zu verlieren drückt sie auf “teilen”. Der Shitstorm erwacht schneller als jeder Tornado und fegt mindestens ebenso vernichtend über die Futterfirma hinweg. Erste Besonnene weisen darauf hin, dass der Ausgangspost vier Jahre alt ist. Die Schoßhundlobby ist entsetzt: “Waaas – das haben die schonmal gemacht? Diese Verbrecher! Man sollte sie…” Dass inzwischen inflationär der Link zu mimikama verteilt und damit die Nachricht als klassischer Fake entlarvt wird, dringt erst langsam ins Bewusstsein der besorgten Muddi. Das ist ihr jetzt doch peinlich, dass sie auf diesen uralten Schwindel reingefallen ist. Dazu sagt sie mal lieber nix mehr (und geteilt wird die Entwarnung auch nicht).

Andere beliebte Horrormeldungen, die alle paar Jahre wieder durch die Weiten des Netzes schocken, sind zum Beispiel die Hundefänger im weißen Transporter (mit Foto als Beweis) oder die Swiffer-Tücher, nach deren Gebrauch die haushaltseigenen Haustiere übelste Vergiftungen erleiden. „Ich kenne einen, von dem hat die Frau vom Cousin seiner Freundin… oder war es der Neffe? Egal, stimmt aber auf jeden Fall! Sei blooooß vorsichtig! Und teile das hier so oft es geht, damit nicht noch mehr Tiere leiden müssen!“ , so der Tenor der Kommentare. Liebe Leute, verzichtet bitte darauf, derartige Räuberpistolen weiter zu (ver)teilen und nutzt die gewonnene Zeit für Spaziergänge oder Spieleinheiten mit euren vierbeinigen Lieblingen.

Auf facebook hat die mimikama-Gruppe “ZDDK – Zuerst denken dann klicken” 710.000 Abonenten

An dieser Stelle mal ein herzliches Dankeschön an die Faktenchecker bei mimikama (gespendet habe ich schon!). Unsere online-Polizei, erfolgreiche Fake-Fahnder der ersten Stunde. Wie oft habe ich schon bei (für mich) unglaubwürdigen Meldungen auf eurer Seite die Suchfunktion bemüht und schmunzelnd oder genervt eure beispielhaft sachliche Aufklärung mit der Welt geteilt. Like!

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Besuch aus der Vergangenheit

Was für eine Freude! 2005 gaben wir die schwarze Hündin Sombra an eine junge Tierärztin, die mit ihrem Mann am Bodensee lebt. Und jetzt kamen sie uns besuchen – im entgegengesetzten Teil Deutschlands.

Tina, Eberhard, Sombra und ihr vierbeiniger Kollege Henry verbrachten ihren Urlaub an der Nordsee, in Sankt Peter Ording (wird unter Hundehaltern häufig empfohlen wegen der traumhaften Hundestrände). Das ist immerhin schon im gleichen Kreis (Nordfriesland), wenn auch immer noch 80 Kilometer entfernt. Trotzdem folgten sie meiner Einladung, kamen vorbei und stellten ihr altes Mädchen vor. Um die 16 Jahre alt ist sie, genau wie mein Naddelchen. Schade, dass wir es verpasst haben, ein Foto von beiden grauhaarigen Hundedamen zusammen zu machen.

Unter diesem Link habe ich die Geschichte von Sombra geschrieben. Was für einen lieblosen Start ins Leben sie gehabt haben muss – sie macht es richtig, lässt ihr Happy End extra viele Jahre dauern.

 

A wie Autokorrektur

Beispiel für Autokorrektur: Freue mich auf Regen Austasuch
Möchte jemand Regen tauschen?

Der moderne Mensch, genannt Homo mobilis, erledigt nicht nur die persönliche Kommunikation über Messengerdienste, immer mehr Menschen haben ihre Arbeit von Computer oder Laptop aufs Handy verlagert. Leider ist die Eingabemöglichkeit nicht besonders ergonomisch. Die winzigen Buchstabenfelder sind leicht zu verfehlen. Bei der automatischen Spracherkennung kommt es häufig zu Missverständnissen. Zum Glück schnitzt die Autokorrektur aus jedem Buchstabenwirrwar ein existierendes Wort. Das aber muss nicht im Mindesten mit dem sonstigen Inhalt harmonieren. Daraus ergeben sich sehr witzige Aussagen – hier kommen einige Beispiele. Sie entstammen alle verschiedenen Foren und Facebook-Gruppen mit Bezug zur Tiermedizin.

  • So verwandeln sich Giardien wahlweise in Geranien oder Gardinen. Woanders hat ein Hund Kokoziden (es sollen Kokzidien sein).
  • In einer Online-Diskussion über Wurmkuren schreibt jemand: “Kostprobe ist nicht immer aussagekräftig” – Das denke ich auch, ich würde es mit einer Kotprobe versuchen.
  • Eine Hundehalterin beschreibt: “Seine Symptome waren Bauschschmerzen, Spuken und Fieber.” – Gruselig, oder? Vermutlich wollte sie “spucken” schreiben.
  • Eine andere vermutet bei ihrem Hund etwas ähnliches “wie Morbus Chrom” – Morbus Edelstahl wäre vielleicht günstiger? (Sie meinte sicher Morbus Crohn)
  • Aus dem Winter: “Ich habe einen ohrenschutz wärmer für Wundhunde gehabt” – Echt jetzt, Wundhunde? Neue Rasse? Oder doch Windhunde?
  • „… denn man sieht mal wieder, dass diese Prophylaxe mehr als flüssig ist.“ – … wenn nicht sogar überflüssig!
  • “Als sie zu mir kam hat sie leider Gottes Flöhe mitgebracht…” – Gott hatte Flöhe? Gut, dass die jetzt auf dem Hund sind! LOL – Das hat jetzt weniger mit der Besserwisser-Korrektur zu tun, denn von der Rechtschreibung her ist es korrekt, nur leider Gottes missverständlich aufgrund des Satzbaus.
  • Hier fehlte die Autokorrektur: “Dieser kleine Rüde, 2 Jahre, wird ein Scheidungsweise !!!!!!!” – Schön, dass er weise wird, als Waise hätte er mir leid getan!
  • “Ich war mit meinem Hund 12 Jahre beim Tierarzt…” — die Tücken der Zeichensetzung. War sie wirklich 12 Jahre lang beim Tierarzt? Die arme…. Oder war sie mit ihrem Hund, 12 Jahre, beim Tierarzt? Werden wir es je erfahren?
  • “Mein Kater wurde eben auf dem Balkon von einer Wespe gestochen. Er hat direkt seine Pfote abgelegt.” – Nanu – braucht er die nicht mehr? Oder hat er sie abgeleckt?
  • “Er ist in schulmedizinischer Behandlung, wird 2 x am Tag gelästert, gespült und…” – Ach Gottchen… zweimal täglich lästern ist wirklich nicht gesundheitsfördernd. Vielleicht hilft lasern?
  • Schaffensbekämpfung statt Schadensbegrenzung - Autokorrektur aktiv
    Ein typisches Beispiel für sinnlose Worterkennung. Hier fiel es rechtzeitig auf

    “Bitte kontrollieren lassen und einen Abzug einschicken lassen” – Der wohlmeinende Rat auf die Frage, ob zwei Knubbel an der Hundeseite Grund für einen Tierarztbesuch seien. Was der Abzug soll und wohin sie ihn schicken soll, wurde leider nie geklärt.

  • “Popkultur wurde angelegt” – Sehr unterhaltsam, aber kann man damit einen Pilzverdacht klären?
  • “Wir haben einen Futterbaum mit hochwertigem hypoallergenem Trockenfutter” – Hier bin ich reingefallen! Ich dachte, dass die Autokorrektur den Futterbaum erfunden hat, denn dass Katzenfutter auf Bäumen wächst, wäre mir neu. Es gibt aber tatsächlich baumförmige Futterlabyrinthe, die die Katze zum Spielen und Langsam-Fressen animieren!
  • “Auf jedenfalls nicht mit den Finger dran rum wichen. Die sind immer schmutzig. Was wir alles anfallen im laufe des Tages.” – Vorsicht vor dieser Posterin – scheint gefährlich zu sein, neigt zum anfallen.
  • … und dann liebe ich noch aus den Kleinanzeigen den Hinweis “Aus nichtraucherfreiem Haushalt”

K wie Klimasünder

Es ist DAS Thema unserer Zeit: Wie groß ist der ökologische Fußabdruck eines jeden von uns? Das aktuelle mediale Trommelfeuer lässt kaum jemanden unberührt. Ob beim Autofahren, Essen, Shoppen oder bei der Reiseplanung… Auch ich mache mir immer häufiger Gedanken über die Auswirkungen meines Tuns auf die Zukunft dieser Erde.

Rette sich wer kann – auch Hunde hinterlassen einen ökologischen Pfotenabdruck (foto: K. Wald)

 

Und so kann ich auch diese Aussage nicht ignorieren: Wer einen Hund hat, ist ein Klimasünder. Also bin ich aktuell drei Klimasünder – sorry, Spaß beiseite. Das Thema ist zu ernst.

Denn Fakt ist: Haustiere verschlechtern die persönliche CO2-Bilanz. So berechnete das Internetportal Utopia, dass für die Haltung einer Katze jährlich 2,2 Tonnen Kohlenstoffdioxid entstünden – durch die Futterherstellung inklusive der Verwertung von Dosen und Tüten sowie durch die Produktion und Entsorgung von Katzenstreu. Ein Dackel komme da etwas günstiger mit 1,8 Tonnen, aber schon ein mittelgroßer Hund hinterlasse einen ähnlich großen CO2-Fußabdruck wie ein Geländewagen.

Die Werte sind natürlich umgerechnet. Im Gegensatz zu Kühen pupsen Katzen und Hunde relativ wenig klimaschädliches Gas in die Luft. Hauptgrund für die Umweltbelastung ist ihr Fleischkonsum. Das Portal Scinexx rechnet aus: „Die rund 163 Millionen Hunde und Katzen in den USA konsumieren jährlich so viele Kalorien wie die gesamte Bevölkerung Frankreichs – oder wie 60 Millionen Amerikaner.“ – „In Bezug auf Landnutzung, Wasserverbrauch und die Verbrennung fossiler Brennstoffe hat die Futterversorgung der Hunde und Katzen eine Umweltwirkung, die rund 25 bis 30 Prozent von der des Menschen ausmacht“, zitiert das Scinexx den Forscher Gregory Okin von der University of California in Los Angeles, „bei Phosphat und Pestiziden sind es rund 26 Prozent.“

Das ist heftig. Die Krux: Je besser ich meine Hunde ernähre, desto schlechter für das Klima. Denn hochwertige Fütterung bedeutet gemeinhin einen hohen Anteil an gutem Fleisch. Das heißt, für meine Hunde müssen zusätzliche Hühner, Rinder und andere Nahrungslieferanten gehalten werden. Günstiger für ihren ökologischen Pfotenabdruck wäre der Napf voll billigem Trockenfutter, das fast nur Schlacht- und Getreideabfälle enthält.

Andererseits ist Trockenfutter sehr energieintensiv in der Herstellung – verflixt, das Thema ist komplex, bleiben wir beim Fleisch. Um die Klimaschutzziele von Paris zu erreichen, sagen Forscher, muss der Nutztierbestand in Deutschland bis 2050 halbiert werden, und die Menschen hierzulande sollten nur noch halb so viel tierische Produkte essen wie heute (Quelle: taz). Wie viele Haustiere darf ich artgerecht ernähren, wenn ich selbst verzichte? Oder muss ich, der Umwelt zuliebe, meine Hunde abschaffen? Und am besten mich selbst gleich mit?

printscreen aus einem Selbsttest zur Messung des persönlichen CO-2-Fußabdrucks
Wer den Selbsttest bei mein-fussabdruck.at macht, beantwortet auch die Frage nach der Anzahl der Hunde – und ihrer Nutzer

Es ist für Bewohner der Industriestaaten schwierig bis unmöglich, ein klimaneutrales Leben zu führen. Man kann allenfalls die Belastung begrenzen, Tag für Tag unzählige Male ein kleineres Übel wählen. Bahn statt Auto fahren, lokales Bio- statt importiertes Industriegemüse essen, den Konsum beschränken, den Müll durch bewussten Einkauf reduzieren… Es gibt unzählige Möglichkeiten. Ein resigniertes „Was kann ICH alleine schon aufrichten…“ ist die schlechteste. Jedes Kilo CO2 ist wichtig. Jedes Gramm chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel weniger ist ein Gewinn.

Jedes Haustier weniger auch? Es gibt andere Forscher mit anderen Zahlen, die das persönliche Gewissen nicht so stark strapazieren. Für die Schweiz errechnet Niels Jungbluth, Geschäftsführer der auf Ökobilanzierung spezialisierten Firma EU-Services, dass Haustiere nur ein Prozent der durch Konsum verursachten Umweltbelastung ausmachen. Weit davor stünden Mobilität, Ernährung und Wohnen.

Und kaum zu bilanzieren sind die Vorteile unserer vierbeinigen Lieblinge für die Volksgesundheit. Katzen senken den Blutdruck und Hunde sorgen für Bewegung. Und das ganz ohne Abgase – wenn man darauf verzichtet, mit dem Auto ins Grüne zum Gassi zu fahren.

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Mehr Nachwuchs! Innerhalb von 24 Stunden brachten unsere beiden Schafmütter am Gründonnerstag ihren wunderschönen Nachwuchs zur Welt. Harlekin (links) und Hannelore düsen inzwischen schon unermüdlich über die Weide – Lebensfreude pur

Unsere Geschichte der O.

Sie denken vielleicht, das ist alles ganz einfach und geht seinen natürlichen Gang. Huhn frisst und legt Eier. Huhn brütet und bekommt Kinder. Kinder wachsen, werden Hühner, fressen, legen Eier, brüten… Soweit die Idealvorstellung. Im vergangenen Jahr klappte das auch einigermaßen. Es endete damit, dass sich zwei Hühner das Sorgerecht für fünf Küken teilten. Immerhin.

Mit ein wenig Nachhilfe zum “Bruterfolg” – Madame O.

In diesem Jahr begann das Drama im Februar, als Madame O. beschloss zu brüten. Nach zehn Tagen stellte ich fest, dass unser Hahn zwar wunderschön war, aber offenbar nicht sehr fruchtbar. Ich entsorgte also die Eier und holte die Henne zurück in die Realität. Vor drei Wochen beschloss sie erneut, Mutter werden zu wollen. Guuuut, dachte ich… und kaufte Bruteier. Leider war Madame O. unkonzentriert. Mehrmals irrte sie sich bei der Rückkehr von ihrem täglichen Versorgungsausflug (auch werdende Mütter müssen einmal täglich picken und trinken) im Nest und setzte sich neben ihre Eier. Diese blieben zu lange kalt. Wieder war kein Bruterfolg abzusehen. Dummes Huhn…

Aber sie wollte nicht aufgeben und brütete stur weiter auf eingebildeten Eiern. Und auch ich hatte mich sooo auf die kleinen Küken gefreut. Das Ende vom Lied? Nicht allzuweit entfernt bot jemand Orpington-Küken zum Kauf an. Noch ganz jung und somit zur Adoption geeignet. Und mit Adoption kenne ich mich aus dem Tierschutz doch aus.

Ich betete, dass Madame O. mit dieser Aufgabe nicht überfordert wäre und brachte sie mit sieben Zwergen im Extra-Stall unter. Anfangs guckte sie völlig erschreckt. Irgendwie kam ihr das nun zu plötzlich. Aber dann steckte ich ihr ein kleines Flauschbällchen unter einen Flügel. Und wenige Stunden später ein zweites (die anderen wärmten sich derweil unter einer Rotlichtlampe). Und dann ein drittes. Am zweiten Vormittag schob ich Madame O. ganz vorsichtig das vierte Küken unter. Als ich wenige Stunden später mein hoffnungsvolles Werk fortsetzen wollte, kam ich zu spät. Die Henne hatte offensichtlich den Überblick verloren und konsequent alle sieben adoptiert. Tschilp und tschacka!!!