1. Mai 2010
Ich sitze auf der Couch, es ist Samstag, später Nachmittag, das Wetter ist nicht toll und im Fernsehen laufen prima Live-Konzerte. Unseren Spazierausflug mit den Hunden haben wir hinter uns, Haushalt ist erledigt und zum Kochen ist es zu früh. Entspannung pur. Das scheint auch Campino zu denken – und legt sich zu mir. Nicht in die andere Ecke, nicht einen Meter entfernt, sondern direkt auf das Kissen neben mich. Manchmal berührt er sogar mit seinem Kopf meinen Arm.

Bachblütenpause: Campino erleidet einen Rückfall in die Angst. Bei "seinem großen Bruder" Charly findet er Schutz
Entspannung. In den letzten Tagen hatte ich das Gefühl, dass sich Campino wieder von uns entfernt, dass seine Furcht zunimmt. Ich überlegte, ob etwas Auslösendes passiert war. Hatten wir uns falsch verhalten, ihn überfordert, ihn erschreckt? Nichts dergleichen. Die Bachblütenmischung war ausgegangen – von da an ging’s bergab. Gestern endlich schaffte ich es, „seine“ Mischung neu herzustellen. Und siehe da: Kaum geben wir ihm die Tropfen, kommt Campino wieder näher.
Als ich vor fast 15 Jahren während meiner Ausbildung zur Tierheilpraktikerin erstmals von Bachblüten hörte, dachte ich: „Mir könnt ihr viel erzählen. Redet weiter, lügt mich an…“ Diese Therapie-Theorie war mir mehr als suspekt. Dennoch, aus einem Bauch-Gefühl heraus wandte ich die Therapie an – mit vielfältigen Erfolgen (Informationen und einige Beispiele aus der Praxis finden Sie in meinem Beitrag über Bachblüten). Und auch bei unserem aktuellen Pflegling finde ich den Blütenzauber enorm hilfreich. Was mir jetzt besonders auffällt, nachdem wir die Verabreichung in den letzten Tagen vernachlässigt haben.
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29. April 2010
Mallorca atmet auf – endlich sommerliche Temperaturen. In der Villa Bunter Hund ist seit mehr als einer Woche keine Heizung mehr gelaufen, die Krokusse sind verblüht und die Rosenknospen brechen auf – und Murphy war beim Frisör. Was uns Zweibeinern wieder Grund zum Lachen gab. Nicht, weil er dann kurzhaarig war… Sondern weil Murphy nach dem Besuch beim Haarschneider derart schlechte Laune an den Tag legt, dass man sich einfach nur amüsieren kann.

Wird er gemobbt oder ist er nur gestresst? Murphy im neuen "Kleid" Das schwarze vorne rechts ist Naddel (auf der Flucht)
Ich hole ihn um 17 Uhr beim Frisör ab und verfrachte ihn auf den Rücksitz. Im hinteren Abteil des Rudelmobils sitzen Charly und Campino, vorne (neben Muddi
) hält Naddel hof. Plötzlich höre ich Murphy knurren – was sich bei ihm immer anhört wie ein Mittelding zwischen Alter-und-starker-Raucher-räuspert-sich-nachhaltig und Uuuuh-ist-mir-schlecht. Dabei haben die beiden Jungs nur mal über die Sitzlehne geguckt!
Zu Hause geht es so weiter. Kein Vierbeiner darf Murphy zu nahe treten – grrchrrchrrrchrrchrrrch. Er ist wirklich sch… drauf. Das dauert (wie immer) bis zum nächsten Morgen. Dann merkt man ihm an, dass er sich ohne Matte viel wohler fühlt.
Ich überlege jetzt natürlich – ist er genervt, weil er die Prozedur über sich ergehen lassen muss? Oder handelt es sich hier um fiesestes Mobbing? Wir Menschen sehen nur, dass die anderen Hunde ihn anschauen und/oder beschnuppern. Wissen wir denn, was die reden? Vielleicht veralbern die den armen Murphy: “Guck dir DEN an!!! Hast du schon mal sowas Albernes gesehen?” Mal ehrlich jetzt (ich liebe diesen Spruch, der ja eigentlich aussagt, dass man sonst nicht ehrlich ist). Also, mal ganz ehrlich jetzt – als ich in den späten 80ern beim Frisör war und am nächsten Tag auf dem Bahnsteig hinter mir zwei Teenager kichern hörte: “Guck mal, die sieht aus wie ein Pudel”, und genau wußte, dass sie nur mich meinen können… da war mir auch zum knurr-kotzen.
Schlagworte: haustiere
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26. April 2010
Wir haben es getan! Wir haben heute auf unserer üblichen Spazier-Route die Leine von Campinos Geschirr gelöst. Neugierig bis verwegen, wie wir sind… Oha.
Erst merkt er gar nicht, dass er frei ist. Dann biegen wir ab. Da, wo wir fast immer abbiegen. Campino läuft geradeaus weiter, nichts zerrt an seinem Geschirr, nichts hält ihn zurück. Er entfernt sich. Christian zeigt Nerven… Ich sage: “Weitergehen.” Denn ich bin mir sicher – dieses Rudel wird Campino nicht für nix verlassen. Richtig. Campino bleibt stehen, schaut sich um, rennt uns hinterher. Uff…

Nach dem Ausflug schmeckts dem Quartett
Unten in unserer Plansch-Bucht ist ein anderer Hund. Campino liebt alle Hunde, nicht nur die drei Sozialarbeiter. Die hat er ja jetzt immer – also schließt er sich gleich mal dem kleinen Pinscher an, auch wenn dieser grunzt und knurrt. Das Pfotenpower-Rudel ist abgemeldet.
Tja, da ist er also, der Beweis: Ohne Leine können wir Campino noch nicht mitnehmen. Er findet unser Team zwar nett, doch offensichtlich geht er an die Thematik noch recht flexibel ran. Auf Rufen seines Namens reagiert er… mehr weniger. Ich rufe: “Campino, komm her”. Er schaut mich an: “Komm doch selber”. Was ich dann tue… Da müssen wir noch mal ran, da besteht offensichtlicher Nachschulbedarf. Was mich nicht wundert – Campino ist erst sechs Wochen hier und hat vorher jahrelang keine Beziehung zu Menschen aufgebaut. Möglicherweise wurde er nie zuvor auf einen Namen konditioniert? Und immerhin – ich kann mich ihm ohne Probleme nähern, ihn streicheln, die Leine an seinem Geschirr befestigen, und er geht fröhlich mit uns zurück. Vor drei, vier Wochen wäre er vor mir davongelaufen.
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25. April 2010
E-mails mit dem Inhalt “Airberlin streicht Freigepäck für Tierschützer” verbreiten sich derzeit im Web. Auch eine Online-Unterschriftensammlung wurde bereits initiiert. Thema: Airberlin hat bisher Tier-Transportboxen als Beitrag zum Tierschutz als Freigepäck transportiert. Neuerdings, so die Info im Web, würden sie nicht mehr kostenlos angenommen. 
Ich habe soeben eine e-mail an Airberlin gerichtet, um eine Bestätigung bzw. Stellungnahme zu bekommen, denn die Zahl der “Hoax”-Mails, der unwahren Behauptungen, ist immens… Und ich möchte in meinem Pfotenpower-Blog niemanden diskreditieren. Sobald mir Airberlin antwortet, informiere ich hier.
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23. April 2010
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21. April 2010
Ich zitiere aus einem e-mail vom heutigen Abend von Baldea:

Mallorquinische Haltung von Zuchthunden
“Liebe Tierfreunde,
BALDEA KONNTE HEUTE EINEM ZÜCHTER DAS HANDWERK LEGEN – LEIDER MUSSTEN WIR ALLE TIERE SOFORT MITNEHMEN, DA DIE GEFAHR BESTAND, DASS DER ZÜCHTER DIESE EINFACH IRGENDWIE VERSTECKEN; UMBRINGEN ODER SONST ETWAS WÜRDE: AUCH SIND 5 WILDSCHWEINE DABEI -
WIR SUCHEN DAHER ÜBERGANGSWEISE SOFORT PFLEGESTELLEN FÜR DIE KLEINEN HUNDE: PINSCHER; RATEROS; DACKEL UND AUCH FÜR DIE PODENCOS.
BITTE SETZT EUCH MIT Maxi – KOORDINATORIN BALDEA (672 043919) oder ELSA – SEKRETARIN BALDEA (687 752594) IN VERBINDUNG – ES IST ECHT SUPER DRINGEND!!!!!!!!!!!!”
… und würde mich freuen, wenn über pfotenpower.com jemand helfen kann! Infos zu Baldea, Dachverband der Balearischen Tierschutzvereine
Schlagworte: tierschutz
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19. April 2010
Mit einigen Tropfen Pipi in den Augen (so sagt man doch heute?) habe ich heute ein e-mail an den Tierschutzverein FAAM geschickt, für den wir Campino derzeit hüten. Ausschnitt:
“… Pino macht derzeit RIESENfortschritte. Ich meine, man kann jetzt anfangen, sein endgültiges Zuhause zu finden. Das dauert ja eh einige Tage bis Wochen… Wir drängeln auch nicht, er muss bei uns bleiben, bis seine Familie gefunden ist, aber seine hiesige Therapie ist bald beendet, denn es ist jetzt deutlich abzusehen, dass er ein charmanter und anhänglicher Familienhund wird. Wir arbeiten schon dran, ihn stubenrein zu machen, denn er sucht unsere Nähe und kommt ganz viel ins Haus, wenn die Türen offen sind. Also alles positiv!!!! Ich bin super froh und sehr, sehr stolz auf ihn, wie er sich entwickelt.”
Mir kommt es viel zu früh vor für Abschiedpläne, dann Anfang vergangener Woche hatte ich noch das Gefühl, dass Campino ganz schön sozialisierungs-resistent ist. Aber dann hat es fast hörbar “Klick” gemacht bei ihm, und in den letzten Tagen erleben wir fast stündlich, wie seine aus Angst gewachsene seelische Schutzschicht Stück für Stück wegbricht und er sich uns mit Freude und Vertrauen (und Hoffnung auf ein Leckerli
) nähert. Deswegen müssen wir jetzt seine Adoption vorbereiten. Sie wissen was das heißt: Wenn Sie gerade einen Hund mit viel Potential suchen, oder Sie kennen einen, der einen kennt… Aber komme mir keiner mit einer nicht perfekten Lösung für meinen Pino
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18. April 2010

Ab sofort werd' ich gemütlich - Campino zieht's zum Rudel
Dass ich ihn gestern einen Spätmerker tituliert habe, wollte Campino ganz schnell korrigieren. Abends kam er plötzlich mit den anderen Hunden ins Wohnzimmer, erachtete sämtliche Fußboden-nahen Plätze als nicht adäquat, und machte es sich konsequenterweise beim Rudel auf der Couch gemütlich. Auf der roten Kuscheldecke, auf Christians Beinen, mitten im Gedrängel. Als wäre er schon immer Kuschelhund gewesen. Wie waren sehr stolz auf Campino. Sein Schatten, über den er gestern gesprungen ist, muss etwa so groß sein wie die aktuelle Vulkanaschewolke über Europa. Willkommen bei den Couch Potatoes!
Aktuell liegt er mit Naddel unter meinem Schreibtisch, ein weiteres Novum. Draussen hat irgendetwas geballert, und Schutz sucht man immer bei der Muddi.
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17. April 2010
Zeit für ein Update, was unser Füchslein angeht. Seit vorgestern muss ich nicht mehr unter den Schrank krabbeln, um ihn anzuleinen. Unsere neue Einigung nennt man wohl Schubladenmodell. Campino legt sich auf seine Decke unter dem Kommödchen, und ich ziehe ihn mit der Decke heraus. Wobei er mir sogar entgegen kommt. Außerdem läßt er sich jetzt gelegentlich streicheln, ohne die Flucht zu ergreifen. Zu Hause ist er fast den ganzen Tag mit den anderen Hunden am Toben, vor allem Charly ist begeistert, noch jemanden zum Piesacken zu haben.

Wer Campino beim Spaziergang begegnet, ahnt nicht, wieviel Angst dieser Hund immer noch mit sich trägt
Einige Male haben wir Campino jetzt abends ins Haus genötigt, damit er mal ein entspanntes Familienleben kennen- lernt. Er findet es bisher nicht wirklich empfehlenswert, aber – er ist eh ein ziemlicher Spätmerker. Das wird schon noch. Dafür genießt er den täglichen Spaziergang umso mehr. Auch die Fahrt im Rudelmobil findet er klasse, fühlt sich sicher im Auto.
Gestern dann in der Eurotierklinik Blutcheck wegen der Leishmaniose. Unsere Tierärztin Marianne ist recht zufrieden mit dem Blutbild, vor allem aber mit Campinos Äußerem. Er sieht – und das war vor vier Wochen ganz anders – nicht aus, als würden die Leishmanien ihm wirklich zusetzen. Die Medikamente, aber auch gesundes Futter und die positive Umgebung tun unserem Pflegehund augenscheinlich gut. Wir hoffen sehr, dass er auch weiterhin Fortschritte macht, sowohl seelisch als auch körperlich.
Informationen über Leishmaniose: www.leishmaniose.de
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14. April 2010
Mehr als ein halbes Jahr konnte das Centro Canino in Es Pillarí sich wieder um ausgesetzte Hunde und Katzen kümmern – jetzt wird abermals geschlossen. Schon morgen (15.4.) muß ein Großteil der Hunde aus dem Tierheim entfernt werden. Grund ist nach wie vor die wiederholte Klage eines Nachbarns wegen Ruhestörung. Wie lange das Heim diesmal geschlossen bleibt, wird man sehen.
Wie es aussieht, hat der Verein eine Zwischenlösung gefunden, so muss kein Tier nach Son Reus, wo nach wenigen Wochen der Tod drohen könnte. Da es sich nur um eine Notlösung handelt, wäre trotzdem die schnelle Adoption der Fellnasen von Vorteil. Auch Pflegefamilien wären eine große Hilfe. Welche Tiere aktuell vermittelt werden müssen, ist auf der Homepage vom Centro Canino zu sehen. Aber Vorsicht – es droht Liebe auf den ersten Blick! Wenn wir nicht schon vier Hunde hätten…
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